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die bank 09 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT Sabine

MANAGEMENT Sabine Mauderer Was die SPD von der Wirtschaft verlangt, soll auch für die Deutsche Bundesbank gelten. Der Bundesfinanzminister wurde nach längerer Suche fündig und schickte mit Dr. Sabine Mauderer eine zweite Frau in das sechsköpfige Vorstandsgremium. „Sabine Mauderer soll in den Bundesbank-Vorstand einziehen, weil sie eine Frau, rot und kompetent ist“, brachte es ein Branchendienst auf den Punkt. Die promovierte Juristin hatte ihre Karriere im Bundesfinanzministerium als Referentin gestartet, bevor sie 2006 als Compliance Manager bei der KfW Bankengruppe in Frankfurt einstieg. Nach Stationen u. a. als Leiterin Restrukturierung Bankensektor sowie Leiterin Revision Risikomanagement, IT und Großprojekte saß die gebürtige Schleswig-Holsteinerin seit Anfang 2017 als Direktorin im Vorstandsstab. Anfang September 2018 rückte die 48-Jährige schließlich in den Vorstand der Bundesbank auf. Zweite Frau an der Bundesbank-Spitze ist die Wirtschaftswissenschaftlerin Professor Dr. Claudia Buch. Die 52-Jährige ist seit 2014 Vizepräsidentin der Zentralbank der Bundesrepublik. Sabine Mauderer Bettina Orlopp Fast 150 Jahre lang war der Commerzbank-Vorstand fest in Männerhand. Erst im November 2017 gelang es Dr. Bettina Orlopp als erster Frau in das Gremium aufzusteigen. Die heute 48-Jährige verantwortet seitdem bei Deutschlands viertgrößter Bank die Bereiche Recht, Personal und Compliance, muss den Personalabbau des Konzerns begleiten und das Traditionshaus durch ein immer stärker reguliertes Umfeld steuern. Dass sie sich in einem männerdominierten Umfeld durchsetzen kann, bewies die gebürtige Solingerin schon bei McKinsey, wo sie von 1995 bis 2014 arbeitete. Zuletzt war die Mutter von zwei Kindern eine von neun Frauen unter den 165 Partnern der Unternehmensberatung. Bei ihrem heutigen Arbeitgeber ist es seit Orlopps Aufstieg beim ,Gruppenbild mit Dame’ geblieben: Neben der Diplom-Kauffrau sind für die anderen Ressorts sechs Männer zuständig. Bei der Wirecard AG, die die Commerzbank jüngst aus dem DAX verdrängte, liegt die Frauenquote an der Spitze immerhin bei 25 Prozent. Bei dem Spezialisten für Zahlungsabwicklung sitzt Susanne Steidl (47) seit 2018 als Chief Product Officer im vierköpfigen Vorstand. Bettina Orlopp Martina Palte und Caroline Toffel Bei der größten regionalen Genossenschaftsbank Deutschlands rücken mit den beiden Betriebswirtinnen Martina Palte und Dr. Caroline Toffel fast zeitgleich zwei Frauen in das Vorstandsgremium. Seit September 2018 verantwortet Palte, die zuvor im Vorstand der comdirect bank AG saß, bei der Berliner Volksbank unter anderem die Bereiche Private Kunden und Private Banking. Toffel, die am 1. Januar 2019 in Berlin an den Start geht, saß seit 2011 im Vorstand der Kieler Volksbank und machte auch schon ihre Ausbildung bei den Genossen. Paltes Vorgängerin, Marija Kolak, war Anfang 2018 vom Bankvorstand an die Spitze des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) gerückt – als erste Frau in der BVR-Geschichte. Martina Palte Caroline Toffel 32 09 // 2018

MANAGEMENT Miriam Wohlfarth Miriam Wohlfarth Der Anteil der Frauen in Start-ups hat sich zwar in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht und liegt laut dem ersten im Mai 2018 vorgelegten Female Founders Monitor heute bei 14,6 Prozent. In 28 Prozent der vom Bundesverband Deutsche Start-ups untersuchten jungen Firmen seien sie als (Mit-)Gründerinnen vertreten. Im Segment der Tech-Start-ups, unter ihnen die FinTechs, dürften die Quoten noch deutlich niedriger sein. Als eine der ersten Frauen in Deutschland hat Miriam Wohlfarth ein FinTech gegründet. 2009 ging sie mit dem Zahlungsdienstleister RatePAY in Berlin an den Start. Kunden von Onlinehändlern bietet dieser seitdem die Möglichkeit, nicht nur mit der in Deutschland weniger beliebten Kreditkarte oder Vorkasse, sondern auch auf Rechnung oder per Lastschrift zu zahlen. Schon 2010 war die Hamburger Otto Group bei den Berlinern eingestiegen, hatte die Anteile sukzessive auf 100 Prozent erhöht und diese schließlich 2017 an die Finanzinvestoren Advent International und Bain Capital weitergereicht. Als Geschäftsführerin blieb die heute 48-jährige Gründerin an Bord. Carola Gräfin von Schmettow Carola Gräfin von Schmettow Bei den privaten Banken hat es mit Carola Gräfin von Schmettow eine einzige Frau an die Spitze geschafft. Fast wäre sie Musikerin geworden, zog dann aber doch ein naturwissenschaftliches Studium vor. Seit 2015 ist die Mathematikerin Vorstandssprecherin der mehr als 200 Jahre alten HSBC Trinkaus & Burkhardt AG in Düsseldorf. Zur HSBC kam die heute 54-Jährige, die in der Bank gern kurz „die Gräfin“ genannt wird, bereits 1992. Die Boston Consulting Group und das Manager Magazin haben von Schmettow 2017 als eine der 75 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Die fünffache Mutter, die eigentlich als überzeugte Quotengegnerin gilt und auch Interviews zum Thema eher eine Absage erteilt, setzt mittlerweile allerdings auch einige interne Zielvorgaben. In der Bank hat sie durchgesetzt, dass bei Fortbildungen eine Mindestzahl der Plätze für Frauen reserviert ist. Dagmar Knopek, Marija Korsch und Christiane Kunisch-Wolff Marija Korsch Christiane Kunisch-Wolff An Frauen-Power mangelt es beim MDAX-Mitglied Aareal Bank AG nicht. Nach einer im September 2017 veröffentlichten Studie der deutsch-schwedischen AllBright Stiftung waren die Aareal Bank und das im TECDax notierte Biotech-Unternehmen Medigene die einzigen beiden von insgesamt 160 an der Frankfurter Börse notierten Firmen mit einer Frauenquote von mindestens 40 Prozent im Vorstand. Als erste Frau verstärkte Dagmar Knopek 2013 das oberste Führungsgremium. Die Bankkaufkrau hatte ihre Karriere 1980 bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank AG begonnen und kam im selben Jahr wie CEO Hermann J. Merkens zur Aareal Bank, wo sie zunächst als Referatsleiterin für Großbritannien zuständig war. Als Chief Credit Officer verantwortet die 59-Jährige heute das Credit-Management. Im Frühjahr 2016 bekam Knopek weibliche Verstärkung. Christiane Kunisch-Wolff ist seitdem für Risikomanagement und Compliance zuständig. Mit der Berufung des neuen Finanzvorstands Marc Oliver Heß im Oktober hat sich die einst beeindruckende Frauenquote allerdings auf gut 30 Prozent reduziert. Nichts ändern dürfte sich daran, dass „die im Führungsgremium gelebte Diversität auch in die Belegschaft hineinwirkt und die Mitarbeiterinnen motiviert, Verantwortung für eine Führungsposition zu übernehmen“, wie CEO Merkens betont. Zudem würden sich seine beiden Vorstandskolleginnen aktiv für dieses Thema einsetzen, „indem sie grundsätzliche Diskussionen und Maßnahmen begleiten“. Punkten kann der Wiesbadener Immobilienfinanzierer zudem auch künftig damit, dass die Aareal Bank mit Marija Korsch den Aufsichtsratsvorsitz bislang als einziges deutsches Finanzinstitut weiblich besetzt hat. Und das bereits seit 2013. Dagmar Knopek 09 // 2018 33

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