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die Bank 09 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT beitsplätze

MANAGEMENT beitsplätze wurden geschaffen. Trotz Niedrigzinsphase konnte der ILB-Chef für das vergangene Jahr mit knapp 2 Mrd. € die höchste Förderleistung seit 20 Jahren präsentieren. Wichtigster Wachstumstreiber war die Infrastruktur, auf die allein 1,2 Mrd. € – davon fast die Hälfte auf den Hauptstadtflughafen – entfielen. Immer wieder gilt es auch, Lücken in den Angeboten zu schließen. So führte die ILB in dem heute stark von kleinen oder kleineren Unternehmen geprägten Bundesland 2016 erstmals Mikrokredite ein. Für die verzinslichen Kleindarlehen bis maximal 25.000 € werden weder Sicherheiten noch Eigenkapital verlangt. Doch der wirtschaftliche Aufholprozess bringt auch neue Herausforderungen für die ILB-Spitze. Die Kehrseite der Medaille: Aus Sicht der EU sind Brandenburg und die anderen ostdeutschen Bundesländer kein Höchstfördergebiet mehr. Die Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sind deshalb bereits in der aktuellen Förderperiode (2014 bis 2020) allein in Brandenburg um satte 45 Prozent auf 850 Mio. € gesunken. „Wir müssen deshalb unser Eigengeschäft noch weiter ausbauen und in das Geschäftsmodell der westdeutschen Förderbanken hereinwachsen“, unterstreicht Stenger. Kreditprogramme der ILB aus eigenen Mitteln seien kontinuierlich ausgebaut worden und stünden heute für rund 73 Prozent der Leistung, der Rest entfiel auf Programme im Rahmen der sogenannten Geschäftsbesorgung für die Ministerien des Landes, sprich auf Leistungen, die nur durchgereicht werden. Wie die großen Banken refinanziert die ILB ihre Eigenprogramme über den Kapitalmarkt bzw. zu einem geringen Teil über einen aus eigenen Erträgen dotierten Förderfonds. Wie alle Geschäftsbanken treibt auch die Förderbanken das Thema Regulierung um, doch gibt es aus der Umklammerung der Bankenaufsicht kein Entkommen. Dr. Axel Nawrath, Chef der baden-württembergischen L- Bank, zog deshalb gar vor zwei Jahren vor Gericht, verlor jedoch den Prozess in erster Instanz, wie Mitte Juni 2017 bekannt wurde. Die L-Bank hatte ihren Vorstoß damit begründet, dass sie nur eine regional agierende Förderbank sei, deren Schulden durch eine Garantie des Landes abgesichert seien. Sie wollte sich deshalb nicht länger von der EZB beaufsichtigen lassen, sondern zurück in die Obhut der deutschen Kontrolleure BaFin und Bundesbank. Zu groß seien der bürokratische Aufwand und die damit verbundenen Kosten. Unter die EZB-Aufsicht fallen Banken, deren Bilanzsumme die Schwelle von 30 Mrd. € überschreiten unter den Förderbanken also NRW.Bank und L-Bank. Aus Sicht der EU- Richter spielt das Geschäftsmodell jedoch keine Rolle. Eine Ausnahme von der Zuordnung gemäß der Bilanzsumme sei allein dann möglich, wenn eine Bank von den nationalen Aufsehern besser überwacht werden könne als von der EZB. Daran scheint diese Zweifel zu haben. Um die durch die ausufernde Regulierung steigenden Kosten in den Griff zu bekommen, müssen die Institute an anderer Stelle die Kosten senken. Dabei hilft ihnen auch die Digitalisierung, die neue, günstige Vertriebswege eröffnet. So arbeitet die NRW.Bank seit Herbst 2016 als erste Förderbank mit dem Finanzportal Compeon zusammen. Ausgewählte Programme sind seitdem über eine Schnittstelle auf dem Portal neben den Offerten von rund 200 Banken und Sparkassen angebunden. Auch die ILB in Potsdam hat auf ihrer To-Do-Liste das „Projekt Kundenportal 2.0“ stehen. Bis Jahresende will sie Prozesse und Anwenderzufriedenheit mit dem Online-Antragsmanagement verbessern. Die L-Bank wiederum hat im Frühjahr 2017 ein Pilotprojekt mit Videoberatung gestartet. Start-ups können seitdem bei der IHK in Heilbronn die Beratung von L-Bank und Bürgschaftsbank zu Finanzierungs- und Förderthemen auch ad hoc mit einer Videodirektschaltung in Anspruch nehmen und haben so die Wahl zwischen traditionellem Präsenztermin sowie digitalem Angebot. Das Landesförderinstitut ermöglicht zudem den Zugang zu einer onlinebasierten Sofortzusage für ausgewählte Wohnraumförderkredite. Die Bankberater der Kooperationspartner, darunter auch die private Südwestbank, können seit Mitte 2016 in einem durchgängig internetgestützten Verfahren noch während des Kundengesprächs einen Kredit bei der L-Bank beantragen und unmittelbar eine Entscheidung erhalten. Der neue Service, der gemeinsam mit der KfW in einem 18-monatigen Großprojekt gestemmt wurde, soll den Weg für Privatpersonen zu ausgewählten wohnwirtschaftlichen Produkten verkürzen. Die IBB installierte ein Digitalisierungsteam, das alle Abläufe von der Antragstellung und -verwaltung bis hin zur Dokumentation und Umsetzung der Kreditentscheidungen nach digitalem Optimierungspotenzial durchsucht. Bei internen Prozessen bleibt es nicht. Auch die Kunden werden bei der digitalen Transformation unterstützt. Programme wie das im Sommer 2016 gestartete „Mittelstand 4.0“ der IBB sollen Start-ups, KMU sowie Mittelständler bei der Anwendung von Industrie 4.0-Lösungen voranbringen. Wie alle Förderinstitute unterstützt auch die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) die Landesregierung bei der Umsetzung ihrer Breitband-Strategie. Mehr als 340 Mio. € an Fördermitteln stellen Bund und Land bereit, um rund 300.000 Haushalten und 30.000 Unternehmen im nördlichsten Bundesland Zugang zu schnellem Internet zu ermöglichen. Mit ihrem Produkt „IB. SH Breitband Fördermittelcheck“ hilft die IB.SH den Gemeinden, die Mittel zu beantragen. Das laufe so erfolgreich, dass bislang noch kein Antrag abgelehnt oder in seiner Summe gekürzt worden sei, unterstreicht IB.SH-Chef Erk Westermann-Lammers. Dass den Staatsbankern ihr Job Spaß macht, wird auch an der guten Entlohnung liegen. Laut Beteiligungsbericht der Senatsverwaltung für Finanzen ist etwa Jürgen Allerkamp, Vorstand der landeseigenen Investitionsbank IBB, der bestbezahlte städtische Manager in Berlin. Autorin: Eli Hamacher. 40 09 // 2017

MANAGEMENT Dr. Axel Nawrath, L-Bank Eckhard Forst, NRW.Bank Die Chefs NRW.Bank Deutschlands größte Landesförderbank, die NRW.Bank, lenkt das Geschäft mit vier Vorständen. Gabriela Pantring war Ende 2016 in das Gremium gerückt, nachdem sie seit 2013 als Vorstandsmitglied der Investitionsbank des Landes Brandenburg gearbeitet hatte. Von 2002 bis 2013 war sie bereits bei der NRW.Bank, leitete dort zuletzt den Bereich Spezialförderung und Beratung. Der Vorstandsvorsitzende der NRW.Bank sammelte zunächst Erfahrungen im privaten Sektor der Branche. In den Führungsgremien der Förderbanken ist das eher selten. Eckhard Forst, gelernter Bankkaufmann und Jurist, verbrachte 17 Jahre bei der Deutschen Bank, u. a. in der Rechtsabteilung und der Firmen- und Großkundenbetreuung. Er arbeitete als Managing Director in Paris und rückte später in die Geschäftsleitung in Bielefeld auf, bevor der heute 57-Jährige 2007 als Vorstandsmitglied zur NordLB wechselte. Mit der Verantwortung über Firmenkundengeschäft einschließlich Wohnungswirtschaft und Agrar-Banking sowie institutionelle Kunden und gewerbliche Immobilienfinanzierung qualifizierte sich der gebürtige Düsseldorfer für den nächsten Karrieresprung. Ende 2016 rückte er an die Spitze der NRW.Bank. Als Erinnerung an die Pariser Zeit blieb ein Ehrenamt: Forst ist Honorarkonsul der Republik Frankreich in Münster. L-Bank Wie die NRW.Bank lenkt auch die L-Bank die Geschäfte mit einem vierköpfigen Vorstand, an dessen Spitze seit 1. Juli 2014 Dr. Axel Nawrath steht. Der Jurist kam nach Stationen bei Bundesfinanzverwaltung und Bundesrechnungshof 1998 unter Minister Oskar Lafontaine ins Bundesfinanzministerium, wo er zuletzt die Abteilung Nationale und Internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik leitete. Unter seiner Verantwortung wurde mit der Schaffung der BaFin eine zentrale Finanzmarktdienstleistungsaufsicht eingeführt. Im Jahr 2003 wechselte SPD-Mitglied Nawrath als Managing Director zur Deutsche Börse AG in Frankfurt und war gleichzeitig Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse. Als Deutsche Börse-Chef Werner Seifert durch Reto Francioni ersetzt wurde, kehrte der gebürtige Hannoveraner als Steuerstaatssekretär unter Minister Peer Steinbrück ins BMF zurück, wo er als einer der einflussreichsten Beamten der Regierung galt. Für Steinbrück konzipierte Nawrath die Unternehmenssteuerreform. Von 2009 bis 2014 setzte der heute 63-Jährige seine Karriere als Vorstandsmitglied der staatlichen Förderbank KfW fort, bevor er zur Staatsbank für Baden-Württemberg wechselte. Dr. Otto Beierl, LfA Förderbank Bayern LfA Förderbank Bayern An der Spitze des dreiköpfigen ausschließlich mit Männern besetzten Vorstandsgremiums steht Dr. Otto Beierl. Wie viele seiner Vorstandskollegen hat der gebürtige Augsburger Jura studiert und in diesem Fach auch promoviert. Beierl startete seine Laufbahn beim Finanzamt Augsburg Stadt mit einer Ausbildung im höheren Steuerverwaltungsdienst, bevor er 1987 für 19 Jahre ins Bayerische Staatsministerium der Finanzen wechselte. In dieser Zeit leitete er u. a. das Ministerbüro und war als Ministerialdirektor Ständiger Vertreter des Amtschefs. Außerdem lernte er als Mitglied des Verwaltungsrats die LfA Förderbank von innen kennen. 2007 schließlich wechselte er als Generalbevollmächtigter zur LfA, rückte ein Jahr später in deren Vorstand und 2012 an dessen Spitze. Der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern liebt die Oper und reist gern nach Asien. 08 09 // 2017 41

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