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die bank 09 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

PENSIONSVERSPRECHEN

PENSIONSVERSPRECHEN Niedrigzinsen schaden doppelt óó Für die Pensionsversprechen der Firmen sind die Minizinsen schlecht: Die früheren Zusagen verhageln ihnen die Bilanzen. Weil sie keine Zinsen fürs Geld bekommen, müssen die Firmen immer mehr Geld einplanen, um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, dass sich die Rückstellungen zwischen 2008 und 2014 von 22.000 auf 37.000 € pro Kopf erhöht haben. Allerdings erkennt der Fiskus diese Mehrbelastung bislang nicht an und rechnet weiter mit deutlich höheren Zinsen auf Geldanlagen. Die Unternehmen müssen also für fiktive Gewinne zahlen, in Summe bis zu 25 Mrd. € Steuern zu viel. Das Geld bekommen sie zwar später zurück, aber erst einmal fehlt es den Unternehmen dadurch an Liquidität, sagt IW-Steuerexperte Tobias Hentze. Also schieben Firmen Investitionen auf oder verzichten ganz darauf, und das gefährde letztendlich Arbeitsplätze. Im schlimmsten Fall könnten Firmen zahlungsunfähig werden – während der Staat ein zinsloses Darlehen von ihnen erhalte. Der handelsrechtliche Zinssatz für die Höhe der Pensionsrückstellungen sollte anhand einer längeren Zeitspanne berechnet werden, fordert Hentze. Niedrigzinsphasen fielen dann nicht mehr so stark ins Gewicht, und die Firmen müssten weniger auf die hohe Kante legen. Zweitens sollte die Regierung den steuerrechtlichen Zinssatz reduzieren und damit an die Realität anpassen. BERUFLICHE KOMMUNIKATION Urlaub mit Diensthandy óó Mit rund zwei Drittel (67 Prozent) ist die Mehrheit der deutschen Beschäftigten auch während des Sommerurlaubs für Kollegen, Vorgesetzte und Kunden erreichbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie während ihres diesjährigen Sommerurlaubs telefonisch (62 Prozent) oder per Kurznachricht (54 Prozent) für berufliche Belange erreichbar sein wird. 44 Prozent werden ihre Geschäftsmails lesen. Vor allem Kollegen kontaktieren sich dabei gegenseitig. Viele Angestellte bieten ihre Kommunikationsbereitschaft jedoch freiwillig an, so Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dabei bestehe dazu in den meisten Fällen keine rechtliche Verpflichtung. Interne Regelungen sollen dagegen sicherstellen, dass engagierte Mitarbeiter im Urlaub abschalten können. Immer mehr Unternehmen seien bereits dabei, solche Klauseln einzuführen, betont Rohleder. Denn vor allem die jüngere Generation legt Wert darauf, während der Urlaubszeit nichts von der Arbeit zu hören. So will etwa die Hälfte (51 Prozent) der Berufstätigen zwischen 14 und 29 Jahren die geschäftliche Kommunikation in diesem Sommerurlaub komplett aussetzen. Zum Vergleich: Unter den 30- bis 49-Jährigen und den 50- bis 64-Jährigen plant dies nur rund jeder Vierte (27 bzw. 26 Prozent). FRAUEN IN DER FINANZBRANCHE Kultur bremst Karrieren óó Frauen sind in Führungspositionen der Finanzbranche nach wie vor rar. Im internationalen Vergleich kommt Deutschland nicht aus einer hinteren Position heraus. Der Aufstieg von Frauen wird vor allem durch kulturelle Barrieren gebremst. Lediglich jedes fünfte Aufsichtsratsmitglied ist hierzulande weiblich, in den Vorständen liegt der Frauenanteil bei nur 10 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Managementberatung Oliver Wyman, die 381 Finanzunternehmen in 32 Ländern untersucht. Seit 2003 hat sich zwar der Anteil weiblicher Führungspositionen in den Aufsichtsräten verdoppelt und in den Vorständen verdreifacht, doch seit 2013 ist er nahezu unverändert. Deutschland liegt damit international mit Platz 15 im Mittelfeld bei den Aufsichtsräten und bei den Vorstandsmitgliedern mit Platz 24 im unteren Drittel. An der Spitze stehen Länder wie Norwegen, Schweden und Thailand mit über 30 Prozent Frauenanteil in den Vorständen. Die Schlusslichter sind Japan und Südkorea mit weniger als 5 Prozent. Bliebe es bei dem derzeit langsamen Zuwachs an weiblichen Führungskräften in der Finanzbranche, würde weltweit erst 2048 ein Frauenanteil von 30 Prozent in den Vorständen erreicht. Die Ursachen für das Zurückbleiben deutscher Finanzinstitutionen reichen dabei tief. Hierzulande gibt es zwar zahlreiche frauen- und familienpolitische Maßnahmen, doch helfen diese nicht zu mehr weiblicher Präsenz und Gewichtung in den Führungsgremien der großen Finanzunternehmen. Wie die Studienergebnisse zeigen, sind es vielmehr kulturelle Prägungen und Barrieren, die den Aufstieg von Frauen bremsen. Traditionelle Geschlechterrollen sind nach wie vor in vielen Köpfen verankert. Frauen wird somit eher die Mutterrolle, gegebenenfalls in Kombination mit einer Teilzeittätigkeit, zugesprochen. Bei den Karriereambitionen zeigt sich diese Tendenz deutlich: International liegen Männer und Frauen gleichauf, in Deutschland hingegen strebt nur rund ein Drittel der befragten Frauen aktiv eine Führungsposition an. Bei der praktischen Umsetzung einer gleichberechtigten Förderung von Frauen und Männern sehen entsprechend viele Mitarbeiter im Finanzsektor noch zahlreiche Defizite. Für Frauen in Finanzunternehmen gilt nach wie vor: Die Kosten einer Karriere überwiegen häufig den erwarteten Nutzen. Schließlich gilt es, durch ein klares Bekenntnis der Führungskräfte eine Unternehmenskultur zu verankern, in der Gleichberechtigung auf allen Managementebenen selbstverständlich ist. 70 diebank 09.2016

Beruf & Karriere Trends NACH DEM BREXIT Deutschland als Arbeitgeber beliebt óó Die Auswirkung der Entscheidung der britischen Bevölkerung, die EU verlassen zu wollen, konnte in vielen Bereichen direkt beobachtet werden. Neben veränderten Prognosen einiger bedeutender Konzerne zur Wirtschaftsentwicklung der kommenden Monate und Jahre, waren es auch die Arbeitnehmer in Großbritannien, die sich um ihre berufliche Zukunft Gedanken gemacht haben. So zeigt eine erste Auswertung der Jobbörse monster.de, dass in der Woche vor und nach dem Referendum deutlich mehr Personen aus Großbritannien auf der deutschen Monster-Webseite nach Jobs gesucht haben. In der Woche nach dem Referendum waren dies rund 44 Prozent mehr als in den drei Kalenderwochen vor dem Brexit. Aber auch schon in der Brexit-Woche selbst haben sich fast ein Drittel mehr Arbeitnehmer aus dem Vereinigten Königreich nach Jobs in Deutschland umgesehen. Unklar ist indes, auf welcher Basis Arbeitnehmer zukünftig in Großbritannien und als Brite außerhalb des Vereinigten Königreichs arbeiten werden. Freizügigkeit war bisher ein wichtiger Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg. Hier müssen nun die Rahmenbedingungen mit der Aktivierung des Artikels 50 des Vertrags von Lissabon neu verhandelt werden. Die Analyse der Jobsuchenden deutet bereits darauf hin, dass Arbeitnehmer begonnen haben, sich mit einem Wechsel des Arbeitsorts zu beschäftigen. NACHWUCHS FÜR DIE DIGITALE WIRTSCHAFT Der Kampf hat begonnen óó Fast drei Viertel aller Unternehmen ergreifen besondere Maßnahmen, um Mitarbeiter unter 30 Jahren zu rekrutieren oder zu halten. Als Lockmittel dienen dabei Smartphones, Tablet Computer und Notebooks der neuesten Generation. Mehr als jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) setzt für die Rekrutierung Jüngerer vor allem auf Online-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Darüber hinaus bietet ein Drittel der befragten Unternehmen flexible Arbeitsmodelle an, um bei der jüngeren Generation punkten zu können. Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge hat der Kampf um die besten Nachwuchskräfte in der digitalen Wirtschaft begonnen. „Unternehmen, die die besten Nachwuchskräfte gewinnen wollen, müssen auch etwas zu bieten haben. Gerade bei der jungen Generation zählen dabei neben dem Gehalt auch weiche Faktoren“, betont Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dies haben jedoch noch nicht alle Unternehmen erkannt, denn 25 Prozent der Firmen bemühen sich noch nicht in besonderer Weise um jüngere Bewerber. Dies betrifft vor allem mittelständische Unternehmen. ERNÄHRUNG AM ARBEITSPLATZ Pizza, Kaffee & Co. óó Zu viel Stress, zu kurze Pausen, zu viel Kaffee: Gesund ist der Arbeitsalltag vieler Deutscher nicht. Ein hoher Krankenstand ist das Resultat. Eine richtige Strategie gegen solche Gesundheitsmängel haben viele Unternehmen jedoch noch nicht gefunden. Jede fünfte Firma bietet noch gar nichts an. Dies ergibt eine jüngst veröffentlichte Studie des Herstellers von Gesundheitspräparaten Dr. Wolz. 69 Prozent der Manager geben an, dass sich ein Großteil ihrer Angestellten von Fast Food ernährt. Doch nicht nur Currywurst und Pizza sind ein Problem. In deutschen Büros ist Kaffee noch immer das beliebteste Getränk. Laut Studienergebnissen sind es bei 63 Prozent der Unternehmen mindestens drei Tassen pro Mitarbeiter und Tag. Ein besonders hoher Kaffeekonsum lässt sich in der höheren Führungsebene verzeichnen. Hier trinken drei Viertel (75 Prozent) ebenfalls drei Tassen und mehr. Immerhin, 80 Prozent der befragten Firmen wollen künftig mehr für die gesunde Ernährung ihrer Mitarbeiter tun. „Es ist Aufklärungsbedarf nötig in den Betrieben. Zudem muss strategisch ausgewählt werden, welche Maßnahmen für die spezifischen Mitarbeiter und die Branche wichtig und umsetzbar sind“, sagt Mediziner Georg Wolz. 09.2016 diebank 71

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