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die bank 09 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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Entdecken Sie die Welt von Mobile Payment | Blockchain | Robo Advisory Roadshow mit Executive Lunch FinTechs – Die Digitalisierung des Bankings 28. und 29. September 2016, Frankfurt | Düsseldorf 12:30 Uhr – 14:30 Uhr Sollte die Postkarte an dieser Stelle fehlen, scannen Sie den QR-Code oder gehen Sie auf www.bank-verlag.de/fintech. Diese Technik kann mehr als „nur“ bezahlen: Schalten Sie in Ihrem Mobiltelefon NFC an und halten Sie Ihr Gerät an den gekennzeichneten Bereich ... Sollte Ihr Mobiltelefon diese Funktion nicht unterstützen, können Sie den QR-Code scannen oder gehen Sie auf: www.bank-verlag.de/fintech

STANDPUNKT ó In der Zwickmühle fl Bankenrettungen sind niemals günstig zu haben. Wer wichtige Institute Pleite gehen lässt, der nimmt Ansteckungsrisiken für den gesamten Finanzmarkt in Kauf. Ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus löst dieses Problem nicht. Dr. Stefan Hirschmann, Chefredakteur „diebank“ Liebe Leserin, lieber Leser, als die japanische Regierung in den 1990er-Jahren die wichtigsten Banken des Landes auffing, kostete die Rettungsaktion die japanischen Steuerzahler rund 20 Prozent des Bruttosozialprodukts. Damals war die Kritik vor allem aus den anglo-amerikanischen Ländern groß. Die USA warfen Japan vor, „Zombie-Banken“ künstlich am Leben zu halten. Gemeint waren damit bankrotte Geldinstitute, die keine Kredite mehr vergaben, aber über lange Zeit durchgefüttert wurden. Im Gefolge der Finanzkrise schlug dann die Welle zurück, denn nach 2008 warfen die Asiaten der US-amerikanischen Regierung nicht zu Unrecht vor, Untotenbanken über Wasser zu halten. Die Amerikaner waren empört, zumal mit Lehman Brothers ein systemrelevantes Geldhaus nicht aufgefangen wurde. Dennoch oder gerade deshalb musste das US-amerikanische Bankensystem durch die Regierung stabilisiert werden, doch von Zombie-Banken wollte in den Vereinigten Staaten niemand sprechen. Natürlich nicht, denn das Unwort ist extrem negativ belegt. Dabei sind nicht wirklich überlebensfähige Kreditinstitute ein durchaus bekanntes Phänomen. Das eigentliche Problem dabei ist, der Öffentlichkeit die hohen Kosten für den Steuerzahler zu vermitteln, denn Bankenrettungen sind nie günstig zu haben. Wer wichtige Banken Pleite gehen lässt, der nimmt jedoch Ansteckungsrisiken für den gesamten Finanzmarkt in Kauf. Dabei muss es sich noch nicht einmal um Großbanken handeln, denn auch kleine Institute können für einzelne Marktsegmente von systemischer Bedeutung sein. Die Valovis Bank oder die Düsseldorfer Hypothekenbank sind hier mit Blick auf den Pfandbriefmarkt mahnende Beispiele. Sie zeugen aber auch davon, dass Bankenrettungen ohne den Einsatz von Steuergeldern möglich sind. In Deutschland wurde bereits im Jahr 2011 ein Fonds zur Restrukturierung und Abwicklung von Banken eingeführt. Weitere gesetzliche Schritte zur Sanierung und zur Abwicklung folgten. Jetzt ist zumindest auf dem Papier genau geregelt, wer, wann und wie an den Kosten einer Bankeninsolvenz beteiligt wird. Auch auf EU-Ebene ist die Abwicklungs- und Sanierungsrichtlinie mittlerweile in nahezu allen Mitgliedstaaten vollständig umgesetzt. Im Euroraum wurde mit einer gemeinsamen Abwicklungsbehörde ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus eingerichtet. In der Tat, es wurde viel erreicht. Die Probleme sind dadurch aber nicht beseitigt, die Risiken nach wie vor hoch. Es existieren noch etliche schwache Banken in Europa – nicht nur in Italien, wo sich die Gesamtsumme der Kredite, die als gestört angesehen werden, unterdessen auf über 360 Mrd. € aufgetürmt hat. Die niedrigen Zinsen werden das Bankenproblem tendenziell noch verstärken. Damit befindet sich die Politik in der Zwickmühle, keine Regierung in Europa will mit der Bankenunion brechen und dem Finanzsektor nochmals mit Steuergeldern helfen. Es wäre der Sündenfall. Das erklärte Ziel ist Wachstum durch Strukturreformen. Aber: Wenn die Finanzmarktstabilität gefährdet ist und eine Systemkrise droht, dann darf ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital versorgen. Im Sinne der Gemeinschaft ist dies nicht nur ein souveränes Recht, sondern eine Pflicht. Der Staat muss sich die Bankenrettung allerdings auch leisten können. Ihr 09.2016 diebank 3

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