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die bank 09 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BETRIEBSWIRTSCHAFT 5

ó BETRIEBSWIRTSCHAFT 5 Beispiel für stille Reserven Bilanz Unternehmen A Aktiva 1.000 Stille Reserven Aktiva 1.000 EK 200 FK 800 Nicht ausgewiesenes EK 1.000 10,0 % * 20 % 6,0 % * 80 % WACC = 6,8 % von den Kreditanalysten nicht beachtet. Dies geschieht aus Furcht vor deren „Vergänglichkeit“. Allerdings ist gerade das Auflösen stiller Reserven ein untrügliches Zeichen für eine Unternehmenskrise. Aus diesem Grund müssen die stillen Reserven, die die Eigenkapitalkosten reduzieren, genau beobachet werden, was nur mithilfe wertorientierter Kennzahlen möglich ist. Denn bei der Ermittlung dieser Kennzahlen kommt es zu einer (teilweisen) Offenlegung von stillen Reserven. Das Auflösen stiller Reserven erhöht das investierte Vermögen im Unternehmen und bei konstanten Eigen- und Fremdkapitalkostensätzen die gewichteten Kapitalkosten. Dies hat zur Folge, dass die Anforderungen an das Unternehmen, einen positiven Wertbeitrag zu erzielen, deutlich erhöht werden. Erst wenn das operative Ergebnis die (erhöhten) Kapitalkosten übersteigt, wird ein positiver Wertbeitrag erzielt ” 5. Last but not least existieren oft zeitliche Engpässe bei der Analyse von Unternehmensdaten. Im Durchschnitt liegt der zeitliche Rahmen für ein bankinternes Rating bei einem halben Arbeitstag pro Kreditanalyst, was eine automatische Ermittlung der benötigten Kennzahlen erfordert. 8 Da viele Unternehmen ein wertorientiertes Management bereits eingeführt haben, kann dem Analysten direkt eine „fertige“ Kennzahl geliefert werden – ein weiterer klarer Vorteil von wertorientierten Kennzahlen. Integration in Ratingverfahren Um wertorientierte Kennzahlen in Ratingverfahren zu integrieren, ist wie im traditionellen Rating oder bei der Anwendung klassischer Kennzahlen auch eine Eingruppierung in Risikoklassen und ein Transfer in entsprechende Ratingklassen, die eine möglichst hohe Trennschärfe aufweisen sollten, erforderlich. Das setzt den Aufbau einer Datenhistorie aus den vorhandenen Datenbeständen voraus, um eine Auswahl aussagefähiger wertorientierter Kennzahlen mit möglichst hoher Trennschärfe zu gewährleisten. Durch die Ex-Post-Analyse und Auswertung der vorhandenen Datenbestände sind sodann mathematische Korrelationen zu Ausfallwahrscheinlichkeiten zu berechnen. Fazit Klassische Kennzahlen knüpfen direkt an die buchhalterischen Verfahren zur Erfolgsmessung an: Nur der Gewinn wird bewertet. Sie messen aber nicht den Erfolgsbeitrag, der für die nachhaltige Unternehmenswertsteigerung steht. Die Bilanz Unternehmen A Aktiva 2.000 EK 1.200 FK 800 10,0 % * 60 % 6,0 % * 40 % WACC = 8,4 % gegenwärtige Kreditanalyse berücksichtigt die finanzwirtschaftliche Situation des Unternehmens nur unvollständig. Wertorientierte Kennzahlen als Indikator für die Unternehmenswertentwicklung finden bereits heute eine vielfache Verwendung in der Praxis. Durch eine Verknüpfung mit der eigentlichen Zielsetzung eines Ratings – dem rechtzeitigen Erkennen von unternehmerischen Fehlentwicklungen – können diese Kennzahlen eine Aufwertung und eine neue Anwendung erfahren. Mithilfe von wertorientierten Faktoren kann zeitnah eine Unternehmenskrise identifiziert werden. Bei der Ermittlung des Ausfallrisikos sollten daher nicht nur traditionelle, sondern auch wertorientierte Kennzahlen eingesetzt werden. Zusätzlich kann der Firmenkundenbetreuer dem Unternehmer anhand dieser Kennzahlen weitergehende Handlungsempfehlungen geben ó Autor: Prof. Dr. Karl-Heinz Prieß lehrt Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbes. Financial Management und Rechnungswesen, an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Münster. 1 Siehe F. Krol: Wertorientierte Unternehmensführung im Mittelstand – Erste Ergebnisse einer empirischen Studie, in: Arbeitspapier 10-1, Januar 2009, S. 6; Ders., Wertorientierte Unternehmensführung im Mittelstand – Eine empirische Analyse von Einfluss- und Wirkungsfaktoren, Schriften zum Betrieblichen Rechnungswesen und Controlling, Bd. 75, Hamburg 2009, S. 55-58, 62 f., 70-77. 2 M. J. Matschke/G. Brösel: Unternehmensbewertung: Funktionen – Methoden – Grundsätze, Wiesbaden 2005, S. 64. 3 A. Daldrup: Rating, Ratingsysteme und ratingbasierte Kreditrisikoquantifizierung, in: M. Schumann (Hrsg.): Arbeitsbericht Nr. 17/2006, Institut für Wirtschaftsinformatik, Göttingen 2006, S. 1-141, insb. S. 64-66. 4 Ebd. 5 U. Leffson: Bilanzanalyse, Stuttgart, 2. Aufl., 1977, S. 175-176. 6 A. Geltinger: Der Unternehmenswert als Frühindikator für Krisenereignisse in Unternehmen, in: Forderungs- Praktiker, 01/2009, S. 8-14. 7 Geltinger, a.a.O., spricht hier von einem „proaktiven Kreditmanagement“ durch die Bank. 8 Siehe R. Presber/U. Stengert: Kreditrating – Eine Chance für mittelständische Unternehmen, Wiesbaden 2002, S. 45 und 96. 46 diebank 9.2015

www.tsi-kongress.de BETRIEBSWIRTSCHAFT ó Corporate Special Kapitalmarktunion NEU TSI Kongress am 23. und 24. September 2015 Keynotes Politik: Asset Based Finance – Europas Wirtschaftsfinanzierung auf dem Weg von der Bank- zur Kapitalmarktfinanzierung Kapitalmarktunion – Was heißt dies für Europas Asset Based Finance Märkte? Aktuelle Markttrends für ABS, Kreditfonds, Infrastrukturfinanzierung Regulierung: Wohin geht die ABF-Regulierung in Europa? Was ist von Qualifying Securitisation zu halten? EZB: Quantitative Easing und was kommt danach? Corporate Special: Wohin geht die Wirtschaftsfinanzierung? Dr. Michael Meister Staatssekretär Bundesministerium der Finanzen Europas Kapitalmärkte stehen vor einem Paradigmenwechsel und viele grundlegenden Fragen stellen sich. Der diesjährige TSI Kongress im Herbst fällt in die richtige Zeit für diese Diskussion. Wir erwarten über 650 Teilnehmer, darunter auch viele Investoren. Diskutieren Sie mit über 150 hochkarätigen Spezialisten aus den nationalen und internationalen Asset Based Finance Märkten sowie aus Politik, Aufsicht und Verbänden in fast 40 Veranstaltungen die aktuellsten Entwicklungen im Asset Based Finance Markt. Jetzt anmelden! TSI Congress 2015 … where the community meets! www.tsi-kongress.de Jörg Asmussen Staatssekretär Bundesministerium für Arbeit und Soziales Der TSI Kongress 2015 wird durch die gesamte Asset Based Finance Industrie sowie von Politik und Wirtschaft unterstützt 9.2015 diebank 47

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