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die bank 09 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT im

ó FINANZMARKT im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegen ist, bleiben die Einnahmen mit 555 € pro Privatkunde weiter deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 644 €. In der Schweiz wurde mit rund 1.000 € der höchste Ertrag pro Kunde erzielt. Deutsche Banken hingegen müssen angesichts des Niedrigzinsumfelds und der unzureichenden Aufwandsquote noch viel mehr tun, um Ertragssteigerungen in den beiden Komponenten zu erzielen. Im schlechtesten Fall könnten die Erträge in den nächsten fünf Jahren bis zu 25 Prozent sinken. Zinsabhängigkeit der Geschäfte reduzieren Während die führenden deutschen Banken im zurückliegenden Jahr mit rückläufigen Zinsergebnissen aufwarteten, konnten die spanischen Großbanken Santander, BBVA und Caixa Bank ihre Zinserträge (Net Interest Income) zum Teil spürbar steigern. Dieser Anstieg ist nicht nur auf sinkende Risikoquoten, sondern auch auf massive Veränderungen nach der Krise zurückzuführen. Das Wachstum bei den Zinserträgen überrascht, wenn man bedenkt, dass der Ertrag pro Kunde mit 100 € noch weit unter dem Vorkrisenniveau von 320 € im Jahr 2007 liegt. Dagegen waren die Provisionserträge der Großbanken mit Ausnahme der Caixa Bank leicht rückläufig. Auch in Nordeuropa, wo der Umbau des Retail- Banking-Modells von einem Filial- zu einem Digitalmodell beherzt angegangen wird, konnten die Zinseinnahmen entweder stabilisiert (Nordea) oder sogar gesteigert werden (Handelsbanken, SEB, Danske Bank). Weitaus deutlicher wuchs hingegen das Provisionsergebnis, was sich auch in einem Anstieg der operativen Erträge niederschlug. Institute wie SEB konnten die Einnahmen im vierten Quartal 2014 und in der ersten Periode 2015 um 18 Prozent bzw. 15 Prozent YoY steigern. Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass die schwedischen Banken zunehmend unter dem Niedrigzinsumfeld leiden, weil die Leitzinsen in Schweden seit Februar 2015 im negativen Bereich liegen. Im Vergleich dazu profitieren Institute wie Handelsbanken vom robusten Kreditund Einlagenwachstum in Großbritannien. Im Gegensatz zu anderen schwedischen Banken konnte SHB im zweiten Quartal 2015 die Einbußen im heimischen Privatkundengeschäft durch höhere Zinserträge in Großbritannien ausgleichen. Höhere Provisionsergebnisse erzielen Es gibt klare Anzeichen dafür, dass Banken mit hohen Provisionsüberschüssen in diesem Umfeld robuster erscheinen als andere. Der Trend zu höheren Provisionsergebnissen hängt auch damit zusammen, dass Anleger in Zeiten von Niedrigzinsen zwangsläufig ermutigt werden, ihre Gelder und Ersparnisse in höher verzinste Anlageklassen zu investieren. So sind zwar bei UniCredit die Zinseinnahmen im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um 3,4 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang konnte aber über verbesserte Handels- (+82 Prozent) und Provisionseinnahmen (+7,4 Prozent) mehr als ausgeglichen werden. Auch Institute mit starken Banc-Assurance- oder Fondsgeschäfts-Aktivitäten wie KBC und Caixa Bank konnten das Provisionsergebnis im ersten Quartal um elf Prozent bzw. 13 Prozent steigern. Dazu zählen auch Intesa Sanpaolo, die im Provisionsgeschäft im ersten Quartal 2015 knapp vier Prozent QoQ bzw. 15 Prozent YoY mehr verdienten. Auch bei der Commerzbank verbesserte sich der Provisionsüberschuss um 10,4 bzw. 11,2 Prozent. Gleichwohl ist festzustellen, dass die Gebühreneinnahmen bei den europäischen Banken hinsichtlich der Qualität variieren. Denn nicht alle Gebühren sind wiederkehrend. Als besonders stabil erscheinen Provisionen, die aus der Vermögensverwaltung oder Lebensversicherung generiert werden. Während eine klassische Retailbank im Schnitt 20 Prozent Provisionserträge zu generieren vermag, kann eine Privatkundenbank mit starken Investment-Management oder Investment-Banking-Aktivitäten bis zu 30 Prozent an Gebühren und Provisionen generieren, wie das beispielsweise bei der Deutschen Bank, Barclays oder Nordea der Fall ist. Banken, die darüber hinaus noch aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft überdurchschnittliche Einnahmen erzielen (wie UBS und Credit Suisse) können sogar mehr als 40 Prozent an Provisionserträgen gemessen an den gesamten operativen Erträgen erzielen ” 1. Im vergangenen Jahr konnte die UBS sogar 60 Prozent ihrer Erträge aus diesen Aktivitäten erzielen. Dagegen generieren klassische Privatkundenbanken wie Danske Bank Rabobank und BBVA im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 70 Prozent ihrer Erträge im klassischen Zinsgeschäft. Auch bei Credit Agricole, Banco Santander, RBS und der Commerzbank lag der Anteil der Einnahmen aus dem Kreditund Einlagengeschäft im Jahr 2014 bei mehr als 60 Prozent. Fazit Dank der konjunkturellen Erholung, der rückläufigen Risikokosten und der erfolgreichen Kostensenkungsprogramme und Umbaumaßnahmen dürften die Erträge der europäischen Banken im laufenden Jahr weiter zulegen. Die Stagnation beim Zinsergebnis wird durch das Wachstum beim Provisionsergebnis voraussichtlich mehr als kompensiert werden. Bei den deutschen Banken indes könnten die Erträge vor dem Hintergrund der niedrige Kosteneffizienz – im Schnitt weisen deutsche Banken im internationalen Vergleich eine höhere Aufwand-Ertrag- Relation auf – weiter unter Druck bleiben, wenn es den Instituten nicht gelingt, ihre Geschäftsmodelle den neuen Entwicklungen anzupassen, denn funktionierende Geschäftsmodelle lassen sich nur an der nachhaltigen Profitabilität festmachen. ó Quellen: Boston Consulting Group (BCG), Deutsche Banken droht massiver Einbruch ihrer Geschäfte (Mai 2015). A.T. Kearney, Retail Banking Radar 2015 (Mai 2015). SNL, European Banks undergo secular change from NII to fees (Mai 2015). 10 diebank 9.2015

FINANZMARKT ó Erfahrungen mit der KAGB- Umsetzung in Deutschland KAPITALANLAGE Das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) hat das Vertrauen und die Transparenz in das traditionelle und alternative Asset Management stabilisiert. Vor allem die Regulierung des Markts für geschlossene Fonds lässt positive Tendenzen erkennen. Die Möglichkeit, neue Anlagekategorien anzubieten, findet hingegen ihre Begrenzung in der mangelnden Nachfrage in Deutschland. Dies gilt auch für Investments in Schiffsbeteiligungen, Medienprojekte oder geschlossene Immobilienfonds. Hohe Risiken und hohe weiche Kosten belasten weiterhin die Rentabilität und lassen in der Regel private wie institutionelle Investoren von derartigen Investments Abstand nehmen. Michael Pietrzak Keywords: Fondskonzeption, Investoren, KAGB, Regulierung Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) trat am 22. Juli 2013 in Kraft und ersetzt die Bestimmungen des zuvor gültigen Investmentgesetzes (InvG). Mit dem KAGB werden auch die Richtlinie über die Verwaltung alternativer Investments AIFM R 2011/61/EU, die überarbeitete OGAW- Richtlinie betreffend gemeinsamer Anlagen in Wertpapieren und die Vereinheitlichung aufsichtsrechtlicher europäischer Standards (Lamfalussy-Verfahren) umgesetzt. Das KAGB widmet sich insbesondere der Regulierung von Investments am grauen Kapitalmarkt wie geschlossenen Immobilienfonds und Treuhandkonstruktionen in der Rechtsform der GmbH & Co KG sowie der Verwaltung Alternativer Investmentvermögen (AIF). Als neue Investmentform wird die Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital und Teilgesellschaftsvermögen in den §§108ff. KAGB eingeführt. Dach-Hedgefonds sind gemäß §§ 235ff. KAGB als offene inländische Publikums AIF sowie nach § 283 KAGB als inländische Spezial AIF zugelassen. Mit der Einführung des KAGB sind für die inländischen wie auch ausländischen Anbieter aller Arten von zugelassenen Investmentvermögen deutlich erweiterte Zulassungs-, Melde-, Informations-, Reporting-, Vertriebs- und Risikoaufklärungspflichten und -genehmigungen verbunden, die zu einem beträchtlichen administrativen Aufwand bei ihnen führen. Die bisherige Depotbank muss als interne oder externe Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) zugelassen werden und wird nunmehr als Verwahrstelle bezeichnet. Auch sie unterliegt gemäß den §§ 68ff. KAGB erhöhten Anforderungen an die Berichterstattung und das Risikomanagement. Durch die Vielfalt der neuen Regulierungsanforderungen werden die Kosten für die Verwaltung von Investment- Sondervermögen weiter steigen. Zudem schränkt das KAGB mit Recht eine Überspekulation der Fondsmanager durch eine Limitierung von Erfolgsvergütungen ein. Das seit dem 1. Juni 2012 für geschlossene Fonds geltende Vermögensanlagegesetz gilt nur noch für Altfälle. Höhere Anforderungen an Reporting und Risikomanagement Die Kapitalanlage kann seit Umsetzung des KAGB gesetzlich reguliert nicht nur in offenen, sondern auch in geschlossenen Investmentfonds erfolgen. Bei offenen Fonds hat der Investor mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit zur Anteilsrückgabe. Dabei gelten jedoch eine Mindesthaltedauer der Fondsanteile von zwei Jahren und eine einjährige Ankündigungsfrist (Notation) für die Anteilrückgabe. Die zuvor gültige Freigrenze von 30.000 € pro Jahr besteht nicht mehr. Bei den geschlossenen Fonds hingegen ist die Anteilsrückgabe in der Regel nur zum Laufzeitende möglich. Dadurch soll die Liquidität der Fondsgesellschaften auch im Fall einer unerwarteten Anteilsrückgabe durch Großinvestoren sichergestellt und damit Risikoaggregationen entgegengewirkt werden. Die Verwaltung der Sondervermögen kann sowohl durch externe als auch interne Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) erfolgen. Während die internen KVG über ein Mindesteigenkapital in Höhe von 300.000 € verfügen müssen, sind es bei externen KVG lediglich 125.000 €. Eigenkapital einerseits und Anlagekapital der Investoren andererseits sind buchhalterisch und gesellschaftsrechtlich zu trennen. Verfügt die KVG über keine Schaden-Haftpflichtversicherung, so muss sie gemäß der neuen Regulierung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über zusätzliche Eigenmittel verfügen. Offene Spezial-Sondervermögen können nur 9.2015 diebank 11

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