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die bank 08 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT SUSTAINABLE

MARKT SUSTAINABLE FINANCE Herausforderungen und Chancen für den deutschen Mittelstand Für den deutschen Mittelstand stellt die Sustainable-Finance- Regulierung eine Herausforderung dar. Dieser Beitrag geht auf mögliche Schwierigkeiten ein, zeigt aber auch Chancen auf und skizziert Perspektiven für die Umsetzung, damit die mittelständische Wirtschaft als Motor der Transformation funktionieren kann. 30 08 // 2021

MARKT Die Europäische Kommission hat in ihrer neuen Leitstrategie, dem European Green Deal vom Dezember 2019, konkretisiert, wie die Nachhaltigkeits-Transformation der Volkswirtschaften gelingen soll. Daran anknüpfend hat die Kommission Anfang Juli 2021 ihre Renewed Sustainable Finance Strategy veröffentlicht, die auch einen Regulierungsentwurf für einen EU-Green-Bond-Standard umfasst. Eine Woche später wurde das Fit-for-55-Paket vorgestellt, das zahlreiche Gesetzesvorschläge präsentiert, um eine EU-weite Treibhausgasreduzierung um 55 Prozent bis 2030 (verglichen mit 1990) zu realisieren. Auf nationaler Ebene hat das Bundeskabinett Anfang Mai 2021 die Sustainable-Finance-Strategie sowie eine Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes beschlossen. Was bedeutet das für Unternehmen? Die deutsche Wirtschaft ist grundsätzlich gefordert, ESG-Kriterien – das Akronym ESG hat sich mittlerweile etabliert und beschreibt die drei zentralen Bereiche Environmental, Social und Governance – und damit eine Betrachtung dieser drei Dimensionen in ihre Strukturen und Prozesse zu integrieren. Insoweit nimmt Sustainable Finance erheblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit. Anreize für den Privatsektor sind essenziell, um die Nachhaltigkeitstransformation bei gleichzeitiger Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Um Marktkräfte freizusetzen, das die benötigten Finanzmittel frühzeitig in nachhaltigkeitsorientierte Investitionen lenken, ist vor allem eines erforderlich: eine adäquate und gute Datenverfügbarkeit. Informationsasymmetrien und Unsicherheit führen zu adverser Selektion 1 und erhöhen Transaktions- und damit Finanzierungskosten. Eine standardisierte und aussagekräftige Offenlegung wesentlicher Informationen reduziert Marktversagen und ermöglicht eine effektivere Allokation von Kapital. Eine effiziente Aggregation und Risikoadjustierung finanzierter Wirtschaftstätigkeit seitens der MarktteilnehmerInnen wird durch verfügbare Nachhaltigkeitsdaten ermöglicht. Die Nachfrage nach Ausweitung und Verbesserung der Verfügbarkeit von Nachhaltigkeitsdaten ist daher vorrangig ein finanz- und kapitalmarktgetriebenes Projekt zur Reduzierung von Marktversagen, das die Regulierungsbehörden im Sinne einer entsprechend harmonisierten Rahmensetzung aufgegriffen haben. Einheitliche Taxonomie und Offenlegung für mehr Transparenz Die Taxonomie-Verordnung und entsprechende Offenlegungsvorschriften für Unternehmen sind zentrale Regulierungsansätze im Rahmen der EU-Sustainable-Finance-Regulierung mit folgenden übergeordneten Zielen: (i) die effiziente Allokation von Kapital im Sinn aller wesentlichen Risiken (langfristig wie nachhaltig) und (ii) ein stärkerer Fokus auf Investor- (und Stakeholder-)Präferenzen (im Sinn nachhaltiger bzw. langfristiger Wirkungen von Investitionen). Eine Ausweitung der Informations-, Berichts- und Offenlegungspflichten soll dabei die ESG-Performance von Unternehmen und damit Risiken im Finanzsystem und der Realwirtschaft transparent machen. Für eine entsprechende Begriffsklärung, mehr Transparenz und Harmonisierung sollen sogenannte Taxonomien sorgen, die auf globaler Ebene zunehmend entwickelt werden. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem für eine EU-weit einheitliche Definition von Nachhaltigkeit. Damit ist sie ein wichtiger Referenzrahmen sowohl für nachhaltige Produkt- und Investitionsregulierung der gewerblichen Wirtschaft als auch für die Finanzmarktaufsicht. Für den deutschen Markt richtet sich die Taxonomie speziell an Unternehmen, die eine nicht-finanzielle Erklärung (nunmehr: Nachhaltigkeitserklärung) gemäß der europäischen Non-Financial Reporting Directive (NFRD) von 2014 veröffentlichen müssen, die im Rahmen der 08 // 2021 31

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