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die bank 08 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG DIGITAL

DIGITALISIERUNG DIGITAL PAYMENTS FÜR DEUTSCHE BANKEN Need for Speed im Zahlungsverkehr Instant Payments steht bei Banken weit oben auf der Zahlungsverkehrsagenda. Das gilt vor allem, wenn es um Produktinnovationen oder die Verbesserung der Customer Journey geht. In Asien oder Nord-Amerika sind Echtzeitzahlungen schon seit Jahren in den Zahlungsalltag der Kunden integriert. Seit der Einführung des Systems RT1 von EBA Clearing im November 2017 sind auch in Deutschland Echtzeitzahlungen möglich. Im kommenden November startet dann mit TIPS das Alternativverfahren der EZB. AliPay, mit einem Marktanteil von ca. 60 Prozent und einem Transaktionsvolumen von rund 1,7 Bio. US-Dollar, gilt als Marktführer und Vorreiter innovativer Zahlungslösungen, vor allem im asiatischen Raum. Dicht darauf folgt Tencent mit einem Marktanteil von etwa 30 Prozent, gemessen am Bruttowarenwert. Damit kann in China und nahezu in ganz Südostasien ein Großteil der Geschäfts- und Konsumenten-Transaktionen mit lediglich zwei Bezahlmethoden getätigt werden, und das in Echtzeit sowie über alle Vertriebskanäle hinweg. In den USA ist es vor allem die Instant-Payments-Lösung von Apple Pay, die zwar deutlich weniger Transaktionsvolumina als die asiatischen Konkurrenten vorweisen kann, aber mit ca. 127 Millionen Kunden bereits einen Marktanteil von 90 Prozent bei den Mobilfunkkunden erreicht hat. Im Vergleich zu Asien und den USA steht die Entwicklung von marktfähigen Instant-Payments-Lösungen in Europa noch am Anfang. So wurden in den vergangenen Jahren zwar erste Lösungen entwickelt, wie „Swish“ in Schweden oder „Six“ in der Schweiz. Diese sind allerdings auf die jeweiligen Länder fokussiert und verfolgen oftmals nur eine lokale Umsetzungsstrategie. In Europa hat erst die Einführung des einheitlichen Sofort-Überweisungsstandards SEPA Instant Credit Transfer (SCT Inst) den Grundstein für Echtzeitzahlungen gelegt. Echtzeit ist immer noch eine Herausforderung für Banken Basierend auf den europäischen SCT-Inst-Scheme sind seit dem Start des Verrechnungssystems RT 1 von EBA Clearing am 21. November 2017 grenzüberschreitende Echtzeitzahlungen möglich. Darüber hinaus wird das Eurosystem selbst ab November 2018 die Verrechnung von Instant-Überweisungen über seinen Service Target Instant Payment Settlement (TIPS) anbieten. Echtzeit-Zahlungen sind laut Definition des Euro Retail Payments Boards (ERPB) bis zu einer Höhe von 15.000 € innerhalb von maximal zehn Sekunden durchzuführen – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Anders als bei den derzeit in Europa existierenden Lösungen, die mehrheitlich von Technologie- und Handelsunternehmen eingeführt wurden, ist SCT Inst ein durch europäische Banken selbst initiiertes Zahlungsscheme, das es u. a. ermöglicht, dass empfangene Geldbeträge auch direkt am Geldautomaten verfügt werden können, was derzeit alle anderen europäischen Lösungen nicht gewährleisten können. Ein Grund dafür ist, dass zwar das Clearing in Echtzeit erfolgt, aber die Wertstellung, also das Settlement auf dem Girokonto, nur mithilfe der SCT-Inst-Lösungen in Echtzeit möglich ist. 1 Dieser Umstand gilt auch für bekannte E-Geld-Lösungen, wie Paypal oder Swish, wo der Transaktionsbetrag in Echtzeit gutgeschrieben wird, aber nur innerhalb oder bei Partnern der E-Geld-Lösung vom Kunden in Echtzeit verfügt werden kann. Mit dem Real-Time Settlement des Giralgelds gehen allerdings auch Herausforderungen für die Kreditwirtschaft einher. So muss die zu gewährleistende Verfügbarkeit von Echtzeitzahlungen entsprechend in den Banken umgesetzt werden. Vor allem klassische Bankenzahlungssysteme und die Inter-Banken Clearing-Cycles, die derzeit nur werktags von 10 bis 18 Uhr zur Verfügung stehen, erfüllen die geforderten Anforderungen einer Echtzeitzahlung noch nicht. Dieser Anforderung müssen sich die teilnehmenden Banken jedoch stellen, um das stetig steigende Kundenbedürfnis nach Schnelligkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit im Sinn einer komfortablen Customer Journey bedienen zu können. Institute, die sich der Einführung von Instant Payments versperren, könnten künftig einen klaren Wettbewerbsnachteil haben. Grund dafür ist der sich verschärfende Konkurrenzkampf mit Onlinebezahldiensten, wie PayPal oder den Internetgiganten Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook (kurz AAMAf), die die Wertschöpfungspotenziale des Zahlungsverkehrs schon längst für sich erkannt haben. So besteht die Gefahr, dass den nicht teilnehmenden Banken der Kundenzahlungsverkehr vollständig verloren geht und sie dieses Geschäft inklusive aller Cross-Selling-Aktivitäten und Kundenbindungsmöglichkeiten vollständig an Drittdienstleister (TPP) abgeben. Die aktuelle Marktentwicklung Seit dem Start von SCT Inst im November 2017, an dem 17 Geldinstitute aus acht europäischen Nationen beteiligt waren, herrschte monatelang zunächst relative Ruhe. Auf dem deutschen Markt war zunächst lediglich die HypoVereinsbank in der Lage, Instant-Payment-Zahlungen zu bearbeiten. Im laufenden Jahr soll sich die Zahl deutscher Finanzinstitute allerdings um ein Vielfaches erhöhen. Seit Juli bieten die Sparkassen Instant Payments an, auch DKB, BayernLB, Weberbank, LBS, Helaba und Saar LB hatten ihren Start für Juli angekündigt. 64 08 // 2018

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