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die bank 08 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

fügig ab. In beiden

fügig ab. In beiden Assetklassen lag die Zahl neu aufgelegter Fonds leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Während 2016 noch 20 neue Real Estate Fonds gezählt wurden, belief sich deren Zahl 2017 auf 18. Auch die Infrastrukturfonds konnten das hohe Expansionstempo der Vorjahre nicht ganz halten. Wurden 2016 noch 18 neue Infrastrukturfonds registriert, so waren es im letzten Jahr 17 Fonds. Gleichwohl erscheint der mittelfristige Wachstumstrend sowohl bei den Immobilienals auch den Infrastrukturfonds weiter intakt. Noch vor fünf Jahren wurden lediglich fünf neue Infrastruktur- und acht Immobilienfonds gezählt. Indessen setzte sich die Aufwärtsbewegung bei der Zahl neu aufgelegter Direct Lending Fonds fort. Wurden 2016 noch 26 neue Fonds am Markt registriert, so stieg deren Anzahl 2017 auf 30 und übertraf damit den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2013 (27 Fonds). Somit kommt dem Private-Debt-Bereich nicht nur gemessen an den Volumina, sondern auch im Hinblick auf die Zahl platzierter und ausplatzierter Fonds eine tragende Rolle am europäischen Markt für Kreditfonds zu. Die wachsende Zahl neu aufgelegter Direct Lending Fonds wurde 2017 begleitet von einem weiteren Anstieg der platzierten und ausplat- 30 08 // 2018

zierten Volumina. ÿ 2 Ausgehend von einem kumulierten Volumen von 60,0 Mrd. € im Jahr 2016 wuchs der europäische Direct-Lending-Markt binnen eines Jahres um ein Drittel auf zuletzt 80,2 Mrd. € an. Mit 20,2 Mrd. € fiel der letztjährige Anstieg zudem stärker aus als im Jahr zuvor (2016: 17,2 Mrd. €). Somit konnte das Segment Direct Lending seinen Vorsprung auf die Immobilienfonds im vergangenen Jahr weiter ausbauen, obwohl sich auch diese Assetklasse weiter dynamisch entwickelte. So verzeichneten europäische Immobilienkreditfonds zuletzt den stärksten Kapitalzufluss seit 2014 (+15,2 Mrd. €). In der Folge war ein Anstieg des kumulierten Fondsvolumens von 47,6 (2016) auf 59,1 Mrd. € (2017) zu beobachten. Auch im gemessen am Platzierungsvolumen kleinsten Kreditfondssegment, den Infrastrukturfonds, wurde 2017 lebhaftes Wachstum registriert. So belief sich das kumulierte Volumen platzierter und ausplatzierter Infrastrukturkreditfonds 2017 auf 26,3 Mrd. € und lag somit 8,6 Mrd. € höher als im Jahr zuvor. Die anhaltend hohen Zuwächse bei den Infrastrukturfonds sind insbesondere vor dem Hintergrund des starken Wachstums der letzten Jahre bemerkenswert. Seit 2013 (4,3 Mrd. €) ist der europäische Markt für Infrastrukturfonds um den Faktor fünf gewachsen – und damit weitaus stärker als die Segmente Direct Lending und Real Estate. AUSBLICK Kreditfonds werden zunehmend als Alternative zu den traditionellen Finanzierungskanälen wahrgenommen. Wir erwarten, dass die Marktentwicklung für europäische Kreditfonds das Momentum beibehalten wird. Dabei sollte das Wachstum der Kreditfonds-Industrie mittelfristig nicht nur durch Aufholeffekte getragen werden, sondern durch die politischen Entscheidungsträger in der EU und durch das Finanzierungsumfeld zusätzliche Impulse erhalten. Kommen auf die Kreditfonds-Industrie grundsätzlich Probleme zu, wenn die EZB den Exit aus der ultralockeren Geldpolitik vollziehen wird und die Zinsen allmählich zu steigen beginnen? Wir glauben nicht. Während ein Ansteigen der Zinsen Kreditfonds-Alternativen wieder wettbewerbsfähiger werden lassen dürfte, sprechen strukturelle angebots- wie nachfrageseitige Faktoren dafür, dass Kreditfonds weiterhin eine bedeutende und nachhaltige Rolle für die europäischen Refinanzierungsmärkte spielen sollten. Außerdem zeigt die Entwicklung des wesentlich reiferen Markts für Kreditfonds in den Vereinigten Staaten, dass es sich hier in Europa keinesfalls um eine vorübergehende Markterscheinung handeln sollte. Autoren Dr. Michael Munsch ist Vorstand der Creditreform Rating AG und Honorarprofessor der Universität Innsbruck. Dr. Benjamin Mohr ist Chefvolkswirt der Creditreform Rating AG. 08 // 2018 31

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