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die bank 08 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT Bank

ó FINANZMARKT Bank deutscher Länder, 100 Deutsche Mark vom 9.12.1948 (160 x 80 mm) Die Bank deutscher Länder wurde 1948 von den drei westlichen Siegermächten Deutschlands gegründet. Sie erhielt mit der Währungsreform und Einführung der Deutschen Mark am 20. Juni 1948 das ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten (und anfangs auch Münzen) in Westdeutschland, der späteren Bundesrepublik Deutschland. Zunächst erfolgte die Verschuldung vor allem über Kriegsanleihen, nach Kriegsende verstärkt über kurz laufende Schuldtitel, die zunehmend bei der Reichsbank untergebracht wurden und so den Geldumlauf ständig weiter erhöhten. In der Folge kam es zu einer Inflationsspirale. Obwohl die Reichsbank 1922 durch ein Autonomiegesetz von der Reichsregierung unabhängig wurde, schaffte es die Reichsbankleitung aus Sorge vor einem möglichen Finanzkollaps des Staatswesens nicht, die Hyperinflation 1922/23 zu verhindern. Im Jubiläumsband der Reichsbank heißt es dazu: „… dem Reich aufgrund des Autonomiegesetzes die Kreditgewährung zu versagen, hielt die Reichsbankverwaltung nicht für vertretbar, da in diesem Falle ein finanzieller Zusammenbruch des Reichs mit den unheilvollsten politischen Konsequenzen unvermeidbar gewesen wäre.“ 13 So fiel der Kurs der Mark ins Bodenlose. Als die deutsche Wirtschaft kurz vor dem Kollaps stand, gelang es der Reichsbank Ende 1923 die Währung bei einem Wechselkurs von 4,2 Bio. Mark für einen US-Dollar zu stabilisieren, gemeinsam mit der neu gegründeten Deutschen Rentenbank, die als Übergangswährung die Rentenmark ausgab. Nachdem auch die Reparationsfrage durch den Dawes-Plan neu geregelt werden konnte, wurde mit den Währungsgesetzen vom 30. August fl Unter der Nazi-Diktatur wurde die Reichsbank in die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik und Rüstungsfinanzierung eingebunden. 1924 die Reichsmark als neue deutsche Währungseinheit eingeführt. Sie besaß dieselbe Goldparität wie die Mark von 1876 bis 1914. Die Reichsbank wurde verpflichtet, ihren Banknotenumlauf zu 40 Prozent durch Gold und Devisen zu decken. Doch es gab für die Reichsbank keine Verpflichtung mehr, Banknoten auf Verlangen des Inhabers in Gold einzutauschen. Die Reichsmark war eine Goldkernwährung, keine Goldumlaufswährung mehr. Per Gesetz wurde die „vollkommene Unabhängigkeit der Reichsbank von der Reichsregierung (…) ausdrücklich festgelegt.“ 14 Die Goldbindung wurde wenige Jahre später in der Weltwirtschaftskrise 1929/33 zum Verhängnis. Als Ausländer Kapital aus Deutschland abzogen und der Erfolg der NSDAP bei den Reichstagswahlen zur Flucht deutschen Kapitals ins Ausland führte, veranlassten die sinkenden Gold- und Devisenbestände die Reichsbank zu einer restriktiven Geldpolitik. Die Geldmenge schrumpfte. Um die Goldparität der Reichsmark zu verteidigen, erhöhte die Reichsbank die Leitzinsen. Die deutsche Wirtschaft geriet in eine schwere Depression. Unter der Nazi-Diktatur wurde die Reichsbank in die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik und in die Rüstungsfinanzierung eingebunden. Es kam zum Konflikt zwischen Zentralbank und Reichsregierung. Ein neues Reichsbankgesetz unterstellte 1939 die Reichsbank dem „Führer“. 15 Der von Hitler entfesselte Zweite Weltkrieg ruinierte erneut die Staatsfinanzen und die Währung Deutschlands. Nach Kriegsende schloss die sowjetische Besatzungsmacht in Berlin die Hauptverwaltung der Reichsbank. In den westlichen Besatzungszonen errichteten die Besatzungsmächte regionale Landeszentralbanken, die in der Regel 30 diebank 08.2016

FINANZMARKT ó Deutsche Bundesbank, 10 Deutsche Mark vom 1. September 1999 (130 x 65 mm) Die Deutsche Bundesbank entstand 1957 durch Zusammenlegung der Bank deutscher Länder mit den bis dahin selbstständigen Landeszentralbanken. Bis zur Einführung des Euros bestimmte die Bundesbank die Geldpolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Der 10-Mark-Schein vom 1. September 1999 war die letzte auf Deutsche Mark lautende Banknote. Dabei galt offiziell bereits seit dem 1. Januar 1999 die Euro-Währung. Personal und Betriebseinrichtungen der Reichsbankstellen übernahmen. 16 Im Frühjahr 1948 gründeten die westlichen Alliierten zur Koordinierung der elf Landeszentralbanken in ihrem Gebiet die Bank deutscher Länder. Sie war im Juni 1948 bei der Währungsreform in Westdeutschland für die Ausgabe des neuen Geldes, der Deutschen Mark, zuständig. Mit dem Gesetz über die Deutsche Bundesbank vom 26. Juli 1957 entstand eine neue, von Weisungen der Bundesregierung unabhängige Zentralnotenbank, indem man die bisher selbstständigen Landeszentralbanken und die Bank deutscher Länder zusammenführte. Die Deutsche Bundesbank war, wie zuvor die Bank deutscher Länder, an keine „Goldfessel“ gebunden, da es für die D-Mark von Anfang an keine Begrenzung des Banknotenumlaufs durch eine Golddeckungsregel gab. Unter ihrer Ägide stiegen Einkommen und Vermögen der Deutschen in bisher nicht gekannte Höhen. Dank einer stabilitätsorientierten Geldpolitik entwickelte sich die D-Mark zur stabilsten Währung der Nachkriegszeit und zur wichtigsten internationalen Währung nach dem US-Dollar. Die Bundesbank erhielt zunehmenden Einfluss unter den Zentral- banken der Welt – die im Zeitalter von Papierwährungen einerseits mehr Handlungsspielraum besitzen als früher zu Zeiten der Goldwährung, die andererseits aber auch mehr Verantwortung für die Stabilität des Geldes tragen. Mit der offiziellen Einführung des Euros zum 1. Januar 1999 ging die Verantwortung für die Währung von der Bundesbank (und den anderen nationalen Notenbanken der Währungsunion) auf die neu gegründete Europäische Zentralbank über. Entgegen anfänglicher Skepsis bei der deutschen Bevölkerung blieb der Euro bis heute eine stabile Währung. Die Inflationsrate ist seit der Einführung des Euros bislang im Schnitt sogar deutlich niedriger, als sie es zu Zeiten der D-Mark gewesen ist. Gemessen an den Konsumentenpreisen betrug die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland 1950 bis 1995 immerhin 2,87 Prozent jährlich. Seit Einführung des Euros liegt sie dagegen bisher im Schnitt unter zwei Prozent, aktuell sogar nahe null Prozent. Allerdings müssen sich die Deutschen seit einigen Jahren auch mit einem extrem niedrigen Zinsniveau abfinden, wie es das nie zuvor gegeben hat – auch nicht in Zeiten von Deflation und wirtschaftlicher Depression. Die aktuelle Nullzinspolitik der EZB ist ein Novum, für das es in der 250-jährigen Geschichte deutscher Zentralbanken kein Beispiel gibt. ó Autor: Dr. Bernd Sprenger ist Diplomvolkswirt und Wirtschaftshistoriker. 1 Marcus von Niebuhr, Geschichte der Königlichen Bank in Berlin. Von der Gründung derselben (1765) bis zum Ende des Jahres 1845, Berlin 1854, Nachdruck Bremen 2014, S. 28 ff. u. 185 ff. 2 Vgl. ebd., S. 200 ff. 3 Ebd., S. 227. 4 Friedrich-Wilhelm Henning, Handbuch der Wirtschaftsund Sozialgeschichte Deutschlands, Band 2: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 19. Jahrhundert, Paderborn 1996, S. 595. 5 Bernd Sprenger, Geldmengenänderungen in Deutschland im Zeitalter der Industrialisierung (1835 bis 1913), Kölner Vorträge und Abhandlungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Heft 36, Köln 1982, S. 136. 6 Ludwig Bamberger, Die Zettelbank vor dem Reichstag, Leipzig 1874, S. 30. 7 Die Reichsbank 1901 – 1925, hrsg. v. d. Reichsbank, Berlin 1926, 2. Teil, Tab. 59, S. 114. 8 Sprenger, Geldmengenänderungen in Deutschland, S. 137. 9 Deutsches Geld- und Bankwesen in Zahlen 1876 – 1975, hrsg. v. d. Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main 1976, S. 3 u. 6. 10 Vgl. ebd., S. 6. 11 Die Reichsbank 1876 – 1900, hg. v. d. Reichbank, Berlin 1901, S. 19. 12 Bernd Sprenger, Das Geld der Deutschen. Geldgeschichte Deutschlands von den Anfängen bis zur Gegenwart, 3. Aufl., Paderborn 2002, S. 194. 13 Die Reichsbank 1901 - 1925, S. 103. 14 Ebd., S. 161. 15 Fünfzig Jahre Deutsche Mark. Notenbank und Währung in Deutschland seit 1948, hrsg. v. d. Deutschen Bundesbank, München 1998, S. 74. 16 Ebd., S. 103 ff., u. Eckhard Wandel, Die Entstehung der Bank deutscher Länder und die deutsche Währungsreform 1948, Frankfurt am Main 1980, S. 59 ff. 08.2016 diebank 31

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