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die bank 08 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT Im Dienst

ó FINANZMARKT Im Dienst von Wirtschaft und Währung 250 JAHRE ZENTRALNOTENBANK Während die EZB den 500-Euro-Schein abschafft und in den Medien eine Debatte über die Rolle des Bargelds begonnen hat, wird die Banknote in Deutschland 250 Jahre alt. Ihre Geschichte beginnt mit der „Königlichen Giro- und Lehn-Banco“ in Berlin, die 1766 das Recht zur Banknotenausgabe erhält. Aus der Staatsbank entsteht 1846 eine dem aufstrebenden Industriezeitalter angepasste, mit privatem Kapital ausgestattete preußische Zentralnotenbank. Sie geht 30 Jahre später in der Reichsbank auf, der ersten Zentralnotenbank für Gesamtdeutschland. Bernd Sprenger Keywords: Geschichte König Friedrich II. von Preußen (1740- 1786) war ein tatkräftiger und kluger Herrscher. Er reformierte das Münz- und Geldwesen seines Landes und schuf mit dem preußischen Taler von 1750 eine solide Währung, die im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug durch Deutschland antreten sollte. In der Bankenwelt ist der Preußenkönig durch die Einführung des Pfandbriefs als Finanzierungsinstrument und Wertpapier bekannt geworden. Weniger bekannt ist, dass er eine Staatsbank errichtete, mit der er Handel und Gewerbe in seinem Land fördern wollte und die dazu auch das Privileg zur Banknotenemission erhielt. Königliche Giro- und Lehn-Banco, 10 Pfund Banco vom 29. Oktober 1766 (190 x 140 mm) Die 1765 in Berlin gegründete Königliche Giro- und Lehn-Banco war eine Staatsbank, die Handel und Gewerbe in Preußen fördern sollte. 1766 erhielt sie das Recht zur Ausgabe von „Banco-Noten“. Vorgesehen waren Stückelungen von 4 bis 1.000 Pfund Banco. Der Umlauf dieser ersten Banknoten in Deutschland blieb gering. Das Pfund Banco war eine spezielle Bankwährung. Die Gründung der Bank erfolgte durch „Edict und Reglement der Königlichen Giro- und Lehn-Banco zu Berlin“ vom 17. Juni 1765. 1 Einen Monat später eröffnete das Kreditinstitut. Geschäftsschwerpunkte sollten der Giroverkehr und die Darlehensvergabe durch Diskont- und Lombardkredite zur Unterstützung der Wirtschaft sein – Geschäfte also, die im Grundsatz bis heute zu den Aufgaben einer Zentralbank gehören. Alle Bücher der Bank sollten in einer eigens dafür geschaffenen Bankwährung geführt werden, dem Banco-Pfund. Die Bankwährung war definiert als ein Viertel der damals gängigen Goldmünze zu 5 Taler, auch Friedrichsdor genannt. Ein Pfund Banco entsprach also 1,25 Taler Gold bzw. vier Pfund Banco einem Friedrichsdor. Mit dem „Edict und Reglement“ vom 29. Oktober 1766 erhielt die Staatsbank das Recht zur Ausgabe von „Banco-Noten“, das sie bald darauf auch wahrnahm. 2 Es waren die ersten Banknoten, die in Deutschland umliefen. Die gängigen Zahlungsmittel waren damals noch Gold- und Silbermünzen. Kaufleute nutzten darüber hinaus vielfach den Wechsel als Zahlungsmittel. Durch ein misslungenes Papiergeld-Experiment in Frankreich, bei dem der Schotte John Law 1716 eine No- 26 diebank 08.2016

FINANZMARKT ó Preußische Bank, 50 Taler vom 31. Juli 1846 (145 x 101 mm) Die 1846 errichtete Preußische Haupt-Bank war die Zentralbank Preußens im frühen Industriezeitalter. Sie erwies sich auch in schwierigen Zeiten, wie der Handels- und Bankenkrise 1857, als stabil und handlungsfähig, sodass sie de facto über Preußen hinaus Zentralbankfunktionen wahrnahm. Ihre Banknoten in Stückelungen von 10 bis 500 Taler tauschte sie auf Verlangen jederzeit in vollwertiges Bargeld ein, damals silberne Taler. tenbank hatte gründen dürfen, die vier Jahre später in einer Spekulationsblase zusammenbrach, waren Banknoten in Misskredit geraten. Die Nachfrage der preußischen Wirtschaft nach Banknoten war jedenfalls im 18. Jahrhundert gering, sodass der Banknotenumlauf der Königlichen Giro- und Lehn-Banco bescheiden blieb. Ein weiterer Grund mag die im Alltag wenig praktische Bankwährung gewesen sein. Denn Preisverschiebungen der Edelmetalle führten zu einem unbequemen Umrechnen. Die Banknote zu 10 Pfund Banco beispielsweise galt in „Kurantmünze“, dem im Alltag genutzten Silbergeld, 13 Taler und 3 Groschen. Insgesamt sollen nicht mehr als 7.103 Banknoten im Wert von gut 1,3 Mio. Taler ausgegeben worden sein, von denen Anfang des 19. Jahrhunderts noch etwa die Hälfte umlief. Wesentlich stärker entwickelte sich dagegen das Depositengeschäft der Staatsbank. Die verzinsten Depositeneinlagen stiegen kontinuierlich von 1,6 Mio. Taler 1770 auf 10 Mio. Taler 1780/81 und weiter bis auf knapp 33 Mio. Taler 1804. 3 Auf der Aktivseite nahm die Vergabe hypothekarisch gesicherter Darlehen neben dem Wechselund Lombardgeschäft kräftig zu. Während der Eroberungskriege Napoleons zu Beginn des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach der Niederlage Preußens 1806, geriet die Bank in finanzielle Schwierigkeiten. Einleger zogen Depositen in großem Umfang ab. Bis 1811 sank der Depositenbestand um gut ein Drittel auf nur noch knapp 21 Mio. Taler. Der Staat musste die Bank stützen. Die Banknotenausgabe wurde 1806 eingestellt. Stattdessen ging der preußische Staat zur Ausgabe sogenannter Tresorscheine über, eine Form von ungedecktem staatlichem Papiergeld. Den Anforderungen und dem erheblich steigenden Finanzierungsbedarf der aufstrebenden Wirtschaft im Industriezeitalter des 19. Jahrhunderts konnte die angeschlagene Staatsbank nicht genügen. Sie wurde 1846 saniert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Eigenkapital wurde massiv aufgestockt, das Grundkapital der Bank von zunächst 10 Mio. Taler stellten nun zu 90 Prozent private Aktionäre. Der preußische Staat beschränkte sich auf eine Minderheitsbeteiligung, behielt aber maßgeblichen Führungseinfluss, da er das Direktorium der Bank bestellte. 4 Die neue „Preußische Bank“ (eigentlich „Preußische Haupt-Bank“) erhielt eine neue Bankordnung und ein Notenausgaberecht von zunächst 21 Mio. Taler, das sie von Anfang an ausgiebig nutzte. 1856 wurde die Notenbeschränkung aufgehoben, und die Bank konnte ihr Banknotengeschäft nach den Bedürfnissen der Wirtschaft ausrichten. Dabei musste sie freilich, wie damals allgemein üblich, ihre in den Zahlungsverkehr gegebenen Banknoten zu mindestens einem Drittel durch Edelmetall decken. In der Praxis war die Deckungsquote meistens deutlich höher. Auch in schwierigen Zeiten, wie beispielsweise der Handels- und Bankenkrise 1857, gelang es der Preußischen Bank, ihre Banknoten jederzeit auf fl Selbst in der Deflationsphase 1882 bis 1886 sank der Diskontsatz nicht unter drei Prozent. Trotz des Preisverfalls wuchs das Sozialprodukt dabei um insgesamt mehr als zehn Prozent. Verlangen einzulösen. Sie genoss einen guten Ruf als solide Notenbank und übernahm über Preußen hinaus Zentralbankfunktionen für andere deutsche Länder. Ihre Banknoten kursierten in vielen Teilen Deutschlands. Neben der Preußischen Bank gab es in Deutschland – nach einer Notenbanken- 08.2016 diebank 27

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