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die bank 08 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT Mangelnde

ó FINANZMARKT Mangelnde Transparenz, hohe Risiken BANKENMARKT RUSSLAND Mit dem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) verbanden sich nicht nur für die deutsche Industrie, sondern auch für die Kreditwirtschaft Hoffnungen auf eine Verbesserung und Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen zu diesem großen Markt. Abgesehen von den aktuellen politischen Auseinandersetzungen mit Russland, die bei den Marktteilnehmern zu größerer Vorsicht geführt haben, zeigt dieser Beitrag die grundsätzlichen Entwicklungen und Perspektiven des russischen Bankensektors nach dem WTO-Beitritt auf. Grigorii Feigin | Mario Straßberger Keywords: Bankensektor, Europa, WTO, Strategie Nach einer sehr langen, fast 19-jährigen Verhandlungsphase ist Russland am 22. August 2012 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) geworden. Seit dem gelten die WTO-Prinzipien auch für die russische Volkswirtschaft. Russland hat diesen Schritt im Vergleich zu den meisten Transformationsländern relativ spät gemacht. Die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten sind seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre Mitglieder der WTO. China ist seit 2001 WTO-Mitglied. Auch einige ehemalige GUS-Staaten (Kirgisien, Moldova, Georgien, Ukraine) sind der WTO deutlich früher beigetreten. Während der gesamten Verhandlungsphase gab es in Russland intensive Diskussionen über die Vor- und Nachteile der WTO-Mitgliedschaft für die russische Volkwirtschaft. Seit dem Beitritt ist noch relativ wenig Zeit vergangen, sodass momentan kaum konkrete Auswirkungen und Ergebnisse identifizierbar sind. Es ist jedoch von Interesse, die längerfristigen Entwicklungsperspektiven einzelner Branchen für die nächsten Jahre zu analysieren. Die Spezifik des russischen Bankensektors besteht darin, dass er im Laufe der Transformationsphase praktisch neu aufgebaut werden musste. In der vorherigen Planwirtschaft diente das Bankensystem eher als Hilfsmittel zu Erfüllung der staatlichen Pläne. Die Gestaltung des neuen Bankensystems ist in erster Linie durch die Verabschiedung des „Gesetzes über die Banken und Banktätigkeit“ vom 2. Dezember 1990 eingeläutet worden. Seit 1991 kam es zu intensiven Bankgründungen. So gab es schon 1994 in Russland etwa 2.400 Banken. Viele davon verschwanden später wieder vom Markt. Mittlerweile hat sich das System bei etwa 1.000 und damit auf einer im Vergleich zu Deutschland geringen Zahl an Instituten stabilisiert. Dementsprechend ist der russische Bankenmarkt heute hoch konzentriert ” 1. Es ist offensichtlich, dass die russischen Kreditorganisationen den Sektor deutlich dominieren. Ausländische Institute sind in vergleichsweise geringem Maß vertreten. Das gegenwärtige Bankensystem Russlands ist dabei generell durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Es weist eine stark oligopolistische Struktur bei einer ausgeprägten staatlichen Beteiligung auf. Die russischen Kreditinstitute leiden im Allgemeinen unter mangelnder Kapitalisierung. Die Politik ist in großem Maß auf den Schutz der Interessen der nationalen Kreditinstitute ausgerichtet. Eine Kontrollfunktion wird ausschließlich durch die Russische Zentralbank ausgeübt. Hinzu kommen einige neue Entwicklungstendenzen, die im Kontext des WTO-Beitritts Russlands relevant sind. Die Anzahl der bei der Russischen Zentralbank registrierten Banken ist in den letzten fünf Jahren um etwa 10 Prozent zurückgegangen. Viele Banken haben den russischen Markt verlassen, was auf verschiedene Gründe wie Kapitalabflüsse wegen der Finanzkrise, Restrukturierungen des Finanzsektors durch Fusionen und die Stärkung der Position der staatlichen Banken zurückzuführen ist. Einige Banken sind wegen problematischer Kredite nicht in der Lage, die Anforderungen der Zentralbank Russlands in Bezug auf Kapitalvolumina zu erfüllen. Zudem wurden in den letzten Jahren deutlich weniger neue Banken gegründet. Hohe NPL-Quoten Das Verhältnis der Summe aller Bankaktiva zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) weist in Russland in den letzten Jahren zwar eine steigende Tendenz auf, ist mit 22 diebank 08.2016

FINANZMARKT ó weniger als einem Prozent aber nach wie vor sehr gering. Die Größe des Bankensektors Russlands liegt damit immer noch weit hinter der westlicher Industriestaaten zurück (zum Vergleich: Schweiz: 8 Prozent, Großbritannien: 4 Prozent, Deutschland: 3 Prozent). Die Eigenkapitalausstattung russischer Banken hat sich in den zurückliegenden Jahren kaum verbessert. Das Eigenkapital des gesamten russischen Bankensystems beträgt lediglich etwa 6 Mrd. US-$. Es ist niedriger als das Eigenkapital von jeder der 100 Top-Banken in der Welt. Für die effiziente Bedienung der volkswirtschaftlichen Leistung sollte sich das Eigenkapital des Bankensystems auf mindestens 6 bis 7 Prozent des BIP belaufen. In Russland liegt dieser Indikator bei etwa 3 Prozent (zum Vergleich: Deutschland 14,5 Prozent). Mit dieser immer noch geringen Kapitalisierung können die russischen Banken kaum als gute und effiziente Partner für die großen Industrieunternehmungen auftreten. fl Viele Banken haben den russischen Markt verlassen, was auf Kapitalabflüsse wegen der Finanzkrise, Restrukturierungen des Finanzsektors und die Stärkung der Position der staatlichen Banken zurückzuführen ist. Die Struktur des russischen Bankensystems ist nach wie vor stark oligopolistisch. Dabei ist die Dominanz der großen staatlichen Banken nicht zu übersehen. So haben zum Beispiel die drei größten Banken Sberbank, VTB und Gasprombank mehr als 60 Prozent der Spareinlagen auf sich konzentriert. Durch diese staatlichen Banken wird zudem weitgehend die Wirtschaftspolitik in Russland umgesetzt. Für die russischen Banken sind immer noch solche Schwächen wie mangelnde Transparenz ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit und Unterentwicklung ihrer Risikomanagement-Systeme typisch. Oligopolistische Strukturen Trotz der genannten Schwächen wird in Russland die weitgehende Integration des Bankensystems in das globale Finanzsystem angestrebt. Als ein wichtiger Schritt in dieser Richtung muss der WTO-Beitritt vor vier Jahren angesehen werden. Im Zuge dessen wurden für mehrere Branchen Übergangsphasen vereinbart. Im Rahmen des Allgemeinen Übereinkommens über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) wurden zwischen Russland und den übrigen WTO-Mitgliedern konkrete Schritte zur Liberalisierung des Bankensektors, zur Reduzierung von Zugangsbeschränkungen und zur Öffnung für internationale Wettbewerber vereinbart. Für den Bankensektor geht es grundsätzlich um folgende Regelungen. 08.2016 diebank 23

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