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die bank 08 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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STANDPUNKT ó Margendruck fl Halbherzige Strategiewechsel werden keine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität bringen. Wer eine Zukunftsperspektive haben will, kommt um eine grundlegende Überarbeitung des herkömmlichen Geschäftsmodells nicht umhin. Dr. Stefan Hirschmann, Chefredakteur „diebank“ Liebe Leserin, lieber Leser, die deutsche Finanzwirtschaft nähert sich immer mehr einer neuen Krise. Vor allem bei den kleinen und mittleren Instituten schrillen die Alarmglocken. Wegen ultraniedriger Zinsen funktioniert das Geschäftsmodell vieler Geldhäuser nicht mehr. Alles steht auf dem Prüfstand. Großbanken müssen ihre Angebote für Kunden deutlich reduzieren, wenn sie nicht auf breiter Front Verluste machen wollen. Zudem müssen sich viele Institute neue Erlösquellen suchen, um weiterhin Gewinne machen zu können, etwa durch höhere Gebühren. Das andauernde Niedrigzinsumfeld wird vor allem mittelfristig eine enorme Herausforderung für die deutschen Kreditinstitute darstellen, denn ihr Geschäftsmodell hängt zu einem großen Teil vom Zinsergebnis ab. Die Politik hat das risikoarme Erzielen von Renditen mittlerweile fast unmöglich gemacht. Wer es noch nicht wusste, dem bestätigt dies eine 2015 von Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchgeführte Niedrigzinsumfeld-Umfrage. Die hohe Abhängigkeit vom Zinsergebnis wird in Zukunft das Bankgeschäft nicht mehr tragen. In der Vergangenheit war es ein Vorteil, sich durch Kundeneinlagen zu finanzieren statt über den Markt. In Zeiten des Niedrigzinses wird diese Finanzierungsstruktur allerdings zunehmend zu einer Belastung für die Kreditinstitute, da die Mittelaufnahme am Geld- und Kapitalmarkt attraktiver geworden ist und sich für manche Banken bereits günstiger als über Kundeneinlagen darstellt. Um dem entgegenzuwirken, sind einige Banken bereits dazu übergegangen, bei großen institutionellen Kunden sowie Unternehmen negative Zinsen zu erheben. Bisher hat noch kein Bankensystem der Eurozone Negativzinsen an Privatkunden weitergegeben, aber sofern die Institute wegbrechende Erträge nicht durch andere Teile ihrer Bilanz ausgleichen können, etwa durch höhere Kreditzinsen, steigt das Risiko. Das Problem ist nicht ganz neu, denn in Japan kämpfen die Banken bereits seit mehr als 20 Jahren mit dauerhaft niedrigen Zinsen. Die Japaner haben mit einer Ausweitung des Kredit- und Provisionsgeschäfts sowie durch Investments in Staatsanleihen auf die Branchenkrise reagiert. Bei den kleineren Regionalbanken blieb jedoch ein Drittel auf der Strecke. Die Zahl der Arbeitsstellen ging um 30 Prozent zurück, sodass ein andauerndes Niedrigzinsumfeld zu Konsolidierung und merklichen Strukturveränderungen geführt hat. Parallel wurden die Kosten deutlich gesenkt. Die Institute sind seitdem permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern und forcieren das Provisionsgeschäft mit Versicherungen und Anlageprodukten. Obgleich sich das deutsche Bankwesen nur schwerlich mit den fernöstlichen Verhältnissen vergleichen lässt, dürfte angesichts des Präzedenzfalls Japan dennoch Vorsicht geboten sein. Besonders Institute mit Eigenkapitalrenditen im mittleren einstelligen Bereich geraten künftig mit Sicherheit unter Druck. Ein starker Verdrängungswettbewerb und hohe regulatorische Kosten verursachen zusätzliche Probleme. Bei klassischen Bankprodukten ist die Kostenschraube bereits durchgedreht. Halbherzige Strategiewechsel werden den Banken deshalb keine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität bescheren. Wer eine sichere Zukunftsperspektive haben will, kommt um eine grundlegende Überarbeitung des herkömmlichen Geschäftsmodells nicht umhin. Für manche wird es dann erst richtig ungemütlich. Ihr 08.2016 diebank 3

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