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die bank 08 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT

ó FINANZMARKT Deutschland, deine Finanzplätze BANKENMARKT Die deutschen Finanzplätze haben sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Besonders die Finanzkrise von 2008 hatte gravierende Folgen für einige Finanzplätze in Deutschland und die dort angesiedelten Banken. Seit vielen Jahren ist zu beobachten, wie die Zahl von Banken mit Hauptsitz, Niederlassungen und Repräsentanzen in Frankfurt gegenüber anderen Finanzplätzen gestiegen ist. Wie stehen die Finanzplätze Frankfurt am Main, Hamburg, München und Düsseldorf heute da? Tobias R. Finke Keywords: Standortpolitik, Regionalwirtschaft, Strategie Ein Vergleich der Finanzplätze in Deutschland ist aufgrund der vielfältigen Unterschiede in Bezug auf Größe und Bedeutung erschwert. Daher wird auch von Finanzplätzen in unterschiedlichen Ligen gesprochen. Der Wettbewerb im Finanzplatzsystem ist nur möglich durch die Rivalität der Finanzzentren, die auf der gleichen Stufe stehen. Für den Standort Frankfurt sind die zwei wichtigen Gegenspieler London und Paris. London gilt nach wie vor als der wichtigste Finanzplatz Europas und hat in jüngerer Zeit seinen Vorsprung zu den anderen Finanzzentren weiter ausgebaut. Auf dem zweiten Platz folgt die deutsche Bankenstadt Frankfurt am Main, die damit vor Frankreichs Hauptstadt Paris liegt. Das geht aus dem jüngsten Finanzplatz-Research der Landesbank Hessen-Thüringen hervor, bei dem analysiert wird, wie sich die Bedingungen an den verschiedenen Bankenstandorten entwickeln. Berücksichtigt werden dabei die Situation der Banken, der Börsen, der Ausbildungsstätten für die Finanzbranche, die Beteiligung an Trends sowie sogenannte standortspezifische Qualitäten wie Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise. Gleichwohl ist über einen längeren Zeitraum eine Dispersion der finanzwirtschaftlichen Aktivitäten auf andere Standorte in Deutschland durchaus erkennbar. Trotz der Disparitäten zwischen den nationalen Standorten macht ein Vergleich der Finanzplätze Sinn, wenn beispielsweise die Unterschiede in der Versicherungsbranche betrachtet werden. Der Finanzplatz Frankfurt Der Finanzplatz Frankfurt gilt aufgrund seiner Funktion als Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Deutschen Bundesbank als der bedeutendste Standort von Finanzdienstleistern in Deutschland und nimmt auch im internationalen Vergleich eine herausragende Stellung ein. Mittlerweile hat sich Frankfurt zudem als Aufsichtsmetropole etabliert. Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA und die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) haben ihren Sitz am Main. Der Finanzplatz Frankfurt ist allerdings nicht in allen Bereichen in Deutschland führend. Nach Ansicht der Helaba wird die Entwicklung des Frankfurter Versicherungsplatzes gehemmt durch den innerdeutschen Wettbewerb. Frankfurt steht in diesem Bereich sogar hinter den Finanzplätzen München, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Die Mainmetropole weist in Deutschland im Vergleich zu den anderen deutschen Finanzplätzen die größte Zahl an Banken auf. Ende 2015 zählten in Frankfurt dazu rund 160 Auslandsbanken. 1 Außerdem finden sich aktuell in Frankfurt 31 Repräsentanzen, die nach dem KWG keine Bankgeschäfte tätigen dürfen, aber als Kreditinstitut gezählt werden. Diese Kontaktbüros beschäftigen in der Regel nur wenige Mitarbeiter. Kleinere Bankenstandorte in Deutschland können durchaus Vorteile aus der Größe des Frankfurter Finanzplatzes ziehen. Eine gelegentliche Rückwanderung einiger Finanzgeschäfte aus Frankfurt in Subzentren wie Düsseldorf ist durchaus vorstellbar. Selbst die Helaba mit Sitz in der Mainmetropole misst dem Bankenstandort Düsseldorf eine große Bedeutung bei. Besonders die Helaba profitierte von dem Niedergang der WestLB, indem sie das Verbundgeschäft mit den Sparkassen übernahm. Der Bankenstandort Düsseldorf verfügt gegenüber Frankfurt (Deutsche Bank, Commerzbank) und den anderen Finanzplätzen Hamburg (HSH Nordbank) und München (BayernLB, Unicredit) über keinen Platzhirschen mehr. Allerdings besteht auch die Gefahr für den Bankenstandort Düsseldorf, Funktionen an Frankfurt zu verlieren. Dies wurde nicht 18 diebank 08.2016

FINANZMARKT ó zuletzt durch den Wegzug der einstigen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank deutlich. Auch der Zusammenschluss von WGZ Bank und DZ Bank im August 2016 führen zur Sorge, dass Kapazitäten in der Rheinmetropole eingespart werden. Hauptstandorte der vereinigten Genossenschaftszentralbank sollen Frankfurt und Düsseldorf sein. Die Geschäftssteuerung und die Betreuung der regionalen Firmenkunden sollen in Düsseldorf ansässig bleiben. Die Entscheidungsfunktionen werden dagegen sukzessive zusammen mit dem juristischen Sitz nach Frankfurt am Main verlagert. Düsseldorf wird dadurch ein wichtiger Standort der gemeinsamen Holding, statistisch verliert der Bankenstandort jedoch ein Institut und nähert sich der Größe Münchens stark an. Auffällig für alle großen Finanzplätze in Deutschland ist, dass die jeweiligen Platzhirsche allesamt in einem umfassenden Sanierungsprozess verhaftet sind. Die Deutsche Bank muss sich infolge von Rechtsstreitigkeiten durch den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen und dem Verkauf der Postbank verkleinern. Die Deutsche Bank und die Commerzbank werden durch ihren Reorganisationsprozess inzwischen als Übernahmeziele gesehen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für solch ein Vorhaben im gegenwärtigen Umfeld als gering einzustufen. Der Finanzplatz Hamburg Hamburg erlangte schon früh durch seinen Hafen und die damit verbundene Handelsfinanzierung internationale Bedeutung. Der Finanzplatz hat sich heute auf die Finanzierung des Außenhandels, von Schiffen, Flugzeugen und Erneuerbaren Energien spezialisiert. In der Versicherungswirtschaft spielt Hamburg neben München und Köln eine wichtige Rolle. Bekannte Schaden- und Unfallversicherungen, Lebensversicherungen, Pensionskassen und Rückversicherungen sind am Standort vertreten, wie zum Beispiel die Hanse Merkur. Bei den Banken nimmt die HSH Nordbank, die Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg, die größte Stellung ein. Außerdem haben die DG Hyp, die Hamburger Sparkasse (Haspa) als größte Sparkasse in der Bundesrepublik sowie zahlreiche Privatbanken ihren Sitz in der Hansestadt. Die Direktbank der Commerzbank, die Comdirect, liegt im Quickborn nordwestlich von Hamburg. Die HSH Nordbank ist infolge der Finanzkrise ähnlich wie die Düsseldorfer WestLB in Schieflage geraten und musste durch die Gewährträger, das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Hamburg, gerettet werden. Infolgedessen eröffnete die EU- Kommission ebenso wie gegen die West- LB ein Beihilfeverfahren. Eine Grundsatzeinigung über das aktuelle Verfahren gegen die Landesbank ist im Oktober 2015 ergangen. Laut EU-Entscheidung muss die Bank bis 2018 verkauft werden oder anderenfalls abgewickelt werden. Damit ähnelt der Fall der HSH Nordbank zunehmend jenem der WestLB. Ähnlich wie in Düsseldorf haben auch in Hamburg zahlreiche Privatbankiers wie Merck Finck & Co., M. M. Warburg & Co, Donner & Reuschel sowie die Berenberg Bank eine Niederlassung beziehungsweise ihren Hauptsitz. Der Finanzplatz München Der Finanzplatz München wird im System der europäischen Finanzplätze oft ebenso ausgeblendet wie der Düsseldorfer, obwohl München immer wieder vordere Plätze in Finanzplatzrankings belegt. Begründet wird diese Ausblendung mit dem späten Aufstieg zu einem Finanzplatz. Allerdings profitierte München von politisch unterstützten Umsiedlungen von Versicherungen wie der Allianz. München nimmt neben Köln eine bedeutende Rolle als Versicherungsstandort wahr. Die Allianz und die Munich Re bil- 08.2016 diebank 19

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