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die bank 08 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

VIERTGRÖSSTER

VIERTGRÖSSTER ANTEILSEIGNER DER AIIB Entwicklungsbank am Start ó 57 Staaten waren beim Start der von China initiierten Investitionsbank für Asien (AIIB) mit Sitz in Peking beteiligt. Deutschland gehört ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie Frankreich, Großbritannien und Italien, während sich die restlichen G7-Partner USA, Japan und Kanada nicht beteiligen wollen. Die Bank wird als Gegenentwurf zur amerikanisch dominierten Weltbank betrachtet und die Amerikaner befürchten, die Existenz der AIIB – und vor allem die chinesische Vormachtstellung – könnte die Dominanz der Weltbank schwächen. Das erklärte Ziel der Asian Infrastructure Investment Bank ist es, die regionale Kooperation zu stärken. So, wie die Weltbank sich dem Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Länder verschrieb, soll der Arbeitsschwerpunkt der AIIB auf öffentlichen und privaten Investitionen, hier vor allem in Infrastrukturprojekten, in den weniger entwickelten Staaten Asiens liegen. Auch deutsche Banken und Unternehmen können sich mithilfe der AIIB an Projekten in Asien beteiligen. Das Gesamtkapital des Finanzinstituts beläuft sich auf 100 Mrd. US-$. Deutschland bringt bis zum Jahr 2019 insgesamt rund 900 Mio. US-$ ein und übernimmt zusätzlich ab 2016 rund 3,6 Mrd. US-$ an Gewährleistungen. Nach China, Indien und Russland ist Deutschland damit der viertgrößte Anteilseigner der Bank und hält 4,1 Prozent der Stimmen. FINTECHS ATTACKIEREN BANKEN Zwischen Hype und Nachhaltigkeit ó FinTechs wildern überall im Banking, vom Zahlungsverkehr über den Kreditbereich bis zum Portfoliomanagement. Aber können sie die Landschaft auch nachhaltig verändern? Für die Studie „Das Fin- Tech-Universum 2015 – Innovationen durch FinTechs im B2B“ hat die Pass Consulting Group Geschäftsmodelle von 15 FinTechs untersucht und Bankmitarbeiter nach ihrer Einschätzung gefragt. Die Studienteilnehmer bestätigen die wachsende Bedeutung von FinTechs, 24 Prozent schätzen sie als relevant ein. Im Zeithorizont von fünf Jahren steigt der Wert auf 53 Prozent an. FinTechs treten als Attacker und Zulieferer auf. Die meisten ihrer Geschäftsmodelle weisen ein hohes Marktpotenzial auf – sofern sie Bankleistungen anreichern. Deutlich geringer ist ihr Eruptionspotenzial. Nur wenige Innovationen können die Banking-Welt ernsthaft ins Wanken bringen. Dazu zählen vor allem das Payment inkl. Kassensysteme und Unternehmenskredite für KMU. Leistungen wie das Cash Online Payment oder Factoring bewegen sich in Randbereichen, insofern ist die Wertschöpfung der Banken aktuell nicht nennenswert gefährdet. Trotzdem fürchten 60 Prozent der befragten Banker, dass FinTechs ihrem Kerngeschäft gefährlich werden, zumal dahinter oft mächtige Angreifer wie Amazon, Google oder Apple lauern. Als reine Zulieferer bringen FinTechs Banken frischen Schwung und befeuern die Digitalisierung. REGULIERUNG STEIGERT KAPITALBEDARF, STRESSTESTS SIND KERNRISIKO Banken haben noch einen langen Weg vor sich ó Dass die Fesseln der Regulatorik Banken personell und finanziell oftmals an ihre Belastungsgrenze bringen, ist nicht neu. Konkrete Zahlen zu den tatsächlichen Belastungen erschrecken aber dennoch. In einer gemeinsamen Studie des globalen Bankenmarkts haben Fico und Chartis Research nun nachgewiesen, dass der kumulative Kapitalbedarf europäischer und US-Banken durch neue Regulierungen um mehr als 2 Bio. US-$ höher liegt als vor der Finanzkrise. Mehr als 60 Prozent der 103 befragten Finanzinstitute äußerten die Ansicht, dass die Stresstests im Zusammenhang mit neuen Regulierungen ein Kernrisiko darstellen. Basel III, Dodd- Frank Act oder CCAR haben die Rahmenbedingungen für Banken nachhaltig verändert. Dadurch seien neue Herausforderungen und Risiken für die Banken enstanden, führte Phillip Sertel von Fico aus. „Die veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen zwingen Finanzinstitute, einen mehr strategisch orientierten und integrierten Ansatz bezüglich Risikomanagement und Compliance zu verfolgen“, ergänzte Peyman Mestchian, Managing Partner bei Chartis. Die Untersuchung zeige, dass viele Institutionen trotz beträchtlicher Anstrengungen in diesem Bereich noch einen langen Weg vor sich hätten. Zwei von drei untersuchten Banken in Europa sagten im Rahmen dieser Studie, Basel III habe ihre Methoden und Vorgehensweisen in Bezug auf Kapitalanforderungen spürbar beeinflusst. Darüber hinaus haben sieben von zehn untersuchten Banken Richtlinien und Regeln für die Trennung der Entwicklung und der Validierung von Modellen implementiert. Das ermöglicht ihnen eine unabhängige Überprüfung des Designs und der Performance von Modellen, die bei Stresstests zu Kapitalanforderungen eingesetzt werden. Doch auch, wenn es in Sachen Risikomanagement von Modellen Fortschritte zu vermelden gibt: Nicht einmal 14 Prozent der befragten Banken haben bislang mehr als begrenzte interne Audits eingeführt. Die Studie zeigt zudem, dass Banken der zweiten bis vierten Kategorie im Vergleich zu den Branchenriesen größere Schwierigkeiten haben, Compliance-Prozesse in ihre Geschäftsplanung und das operative Geschäft einzubetten. 64 Prozent der untersuchten Unternehmen sind immer noch dabei, Richtlinien für Stresstests zu entwickeln, und stehen noch vor der Aufgabe, diese Tests mit der Business-Planung und der Festlegung der Risikobereitschaft zu verbinden. 6 diebank 8.2015

Finanzmarkt Trends MASSIVE VERSCHULDUNG IN DEN EM Bankensektor vor Belastung ó Seit 2008 wächst die Wirtschaft in den Schwellenländern vor allem auf Kredit. Stagnierender Welthandel, unzureichende Wettbewerbsfähigkeit und nur minimale Produktivitätszuwächse in zahlreichen Emerging Markets (EM) sowie zunehmende staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind laut Maarten-Jan Bakkum, Globaler Aktien- Stratege für EM bei NN Investment Partners, die Hauptgründe, warum Exporte und Investitionen in den letzten Jahren kaum gestiegen sind. Die Wirtschaftsleistung habe zwar zugelegt, doch in erster Linie durch kreditfinanzierte Konsumausgaben. Insgesamt sei die Verschuldung im Verhältnis zum BIP in den aufstrebenden Volkswirtschaften von 99 Prozent im Jahr 2008 auf aktuell 125 Prozent gestiegen. Im historischen Vergleich sei das eine massive Zunahme. Während das Kreditwachstum in Ländern wie Indien, Taiwan oder Mexiko moderat verlief, stieg es vor allem in Thailand, Brasilien, der Türkei und China deutlich an. Diese Länder haben mit schweren Ungleichgewichten zu kämpfen, die den Bankensektor in den kommenden Jahren ernsthaft belasten könnten. Massiv gefährdet sei die Türkei mit einer Kreditwachstumsrate von 20 Prozent. Angesichts der jüngsten Kapitalflucht aus der aufstrebenden Welt und der immensen politischen Unwägbarkeiten in dem Land könnte die Kapitalaufnahme für türkische Banken bald sehr viel schwieriger werden, glaubt Bakkum. ÖSTERREICHISCHE STUDIE Geld verdirbt den Charakter ó Bereits hintergründig platzierte Geldsymbole reichen aus, um im menschlichen Hirn ein spezielles Programm zu starten: Sobald Menschen nur an Geld denken, nehmen sie nutzenmaximierende Charakterzüge an und ihre Bereitschaft, zu helfen, zu spenden sowie andere um Hilfe zu bitten, sinkt. Anders ausgedrückt: Geld verdirbt eben doch den Charakter. Den wissenschaftlichen Nachweis dafür hat Wirtschaftswissenschaftler Jörg Kraigher-Krainer von der Fachhochschule Oberösterreich geliefert. Gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext erläuterte er die komplexen Versuchsreihen, denen er Gruppen von Studenten aus mehreren Ländern unterzog. Mithilfe von suggestiven Texten und Fotos wurden die Probanden entweder „geldgebahnt“ oder auf ein anderes Thema eingestimmt. In allen Versuchsreihen zeigte sich, dass die jeweils geldgebahnte Gruppe signifikant materialistischer reagierte als die Vergleichsgruppe: Die Probanden verliehen weniger Geld an Freunde, teilten weniger gern, blieben lieber allein und besaßen lieber Dinge, die andere Menschen beeindrucken. TREND ZU DIVERSIFIKATION UND REALWERTEN Afrika-Beimischung im Portfolio ó Angesichts der Niedrigzinssituation und neuer regulatorischer Anforderungen könne es kein „Weiter so“ bei der Anlagepolitik großer institutioneller Investoren geben, lautete das Fazit des Faros-Gipfels für Institutionelle Investoren in Wien. Wissenschaftler, Poltiker und Anlageverantwortliche von mehr als 110 Pensionskassen, Versicherern, Banken etc. aus dem gesamten deutschsprachigen Raum diskutierten dabei neue Weichenstellungen in ihrer Anlagepolitik. Die sind dringend nötig, denn ohne geänderte Anlageregeln kann künftig nur noch jeder zweite Institutionelle seine Renditeverpflichtungen erfüllen. Derzeit schenken Institutionelle Real Assets wie Immobilien, Landwirtschaftsflächen oder Wald mehr Aufmerksamkeit. Mit dem Ziel, die Portfolios besser zu diversifizieren, gewinnen darüber hinaus Investitionen in Schwellenländern an Bedeutung. Während für viele Anleger Schwellenländerinvestments in Asien, Osteuropa und Lateinamerika längst kein Geheimtipp mehr sind, hielt die Afrika-Expertenrunde beim Investorengipfel den schwarzen Kontinent für die letzte wahre Wachstumsstory, die nur bei wenigen Anlegern auf dem Radar stünde. Empfohlen wurde beispielsweise eine „Afrika-Beimischung“ als möglicher Weg, für höhere Renditeergebnisse in den Portfolios zu sorgen. 8.2015 diebank 7

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