Aufrufe
vor 4 Monaten

die bank 07 // 2021

  • Text
  • Wwwbankverlagde
  • Zahlungsverkehr
  • Privat
  • Mitglieder
  • Sparkasse
  • Markt
  • Deutsche
  • Deutschen
  • Kundinnen
  • Unternehmen
  • Banken
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG 2 | Vor- und

REGULIERUNG 2 | Vor- und Nachteile einer Einzellösung vs. integrierter Lösung Anwendung lokaler Einzellösungen Umsetzung als integrierte Lösung IRRBB IRRBB Normativer ICAAP IRRBB Normativer ICAAP Gesamtbankplanung Gesamtbankplanung Vorteile » Geringe lokale Konzeptionskomplexität Nachteile » Potenziell inkonsistente Ergebnisinterpretation » Erschwerter Überleitungsbedarf Vorteile » „Single source of truth” für szenariospezifische Cashflows und Prognosen » Keine/geringe Überleitungsprobleme » Nahtloser Übergang der Disziplinen erleichtert » Interpretation Nachteile » Potenziell inkonsistente Ergebnisinterpretation » Erschwerter Überleitungsbedarf Quelle: Deutsche Pfandbriefbank. standsdatensystem in die Planungslösung übernommen. Die Annahmen zum Neugeschäft der Aktiv- und Passivseite werden je Szenario durch die entsprechenden Fachbereiche in das Planungstool eingegeben. Die Fachbereiche geben die entsprechenden Werte je Produktgruppe und Planungsquartal ein und ergänzen die für die Bewertung und das Ausrollen von Cashflows relevanten Informationen, wie geplantes bzw. angenommenes Neugeschäftsvolumen je Quartal und Währung, geschätzte Margen und Laufzeiten. Zusätzlich werden weitere Determinanten und Kalkulatoren eingegeben, die u. a. ein bestimmtes Ziehungsverhalten je Produktgruppe und Planungsjahr oder saisonale Effekte auf der Aktiv- sowie Passivseite berücksichtigen. So werden Prognosedaten für das Neugeschäft auf Ebene von Line Items erzeugt. Diese Transformation der grobgranularen Neugeschäftseingaben hin zu separaten synthetischen Einzelgeschäften findet im Wesentlichen im sogenannten Line-Item-Kalkulator statt. Nach diesem Prozessschritt liegt das Neugeschäft in der gleichen Granularität vor wie das Bestandsgeschäft. Ausgehend von den Informationen zum Bestands- und Neugeschäft wird im ALM- System, das über eine Schnittstelle an die Planungslösung angebunden ist, die Prognose und Bewertung von szenariospezifischen Cashflows, Fair Values und Sensitivitäten durchgeführt. Beispielsweise werden die für die Bestimmung der Dynamic Earnings relevanten Cashflows des Zins- und Provisionsergebnisses sowie die Fair-Value-Änderungen des jeweiligen Instruments je Szenario berechnet und an die Planungslösung übergeben. Zinssensitivitäten aus dem ALM-System werden über eine Schnittstelle an die Treasury übergeben, die durch Eingabe von Zinssicherungs-Instrumenten die Zinsposition steuert bzw. schließt. Durch diese Vorgehensweise konnte auf die im ALM-System etablierten Bewertungsund Modellierungsfunktionalitäten zurückgegriffen werden. Die Nutzung des Systems als zentrale, bankweite Bewertungs-Engine vermeidet außerdem einen Überleitungsbedarf zu anderen Bewertungsfragen im Institut. Alle Prognosewerte, also die angelieferten Bestandsdaten bzw. Cashflows oder Sensitivitäten aus dem ALM-System sowie durch die Lösung erzeugte Neugeschäftsdaten, werden im Datenhaushalt des Planungssystems vorgehalten. Der Zugriff erfolgt über vordefinierte Standardreports, über die sich auch die Offenlegungsanforderungen für IRRBB und ICAAP standardisiert abbilden lassen. Daneben stehen weitere durch den Benutzer definierbare Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung, um den erweiterten Informationsbedarf zur Gesamtbanksteuerung zu leisten. Dazu zählen insbesondere auch die Modellierungen zur Bestimmung der Risikovorsorge (Stage 1 bis 3) sowie Risiko-Aktiva (RWA) und des Ökonomischen Kapitals (Ecomomic Capital vs. Available Financial Ressources) Zur Einführung der Individual-Software wurden die unterschiedlichen Anforderungen aus IRRBB, ICAAP und Gesamtbankplanung 48 07 // 2021

REGULIERUNG 3 | Lösungsarchitektur Architektur Planungstool Bestands-IT Planungstool User Interfaces ALM-System Vertriebsplanung Fundingplanung Gesamtbankplanung Credit Risk ... Zentrale Cashflow und Fair Value Engine Schnittstelle Kalkulatoren Integrierter Bestandsdatenhaushalt Line Items Accruals Zinsshift Fair Value P&L Amortisation Datenhaushalt Anlieferung Bestandsgeschäft Schnittstelle Prognosewerte Schnittstelle Cashflows Fair Values Sensitivitäten Reporting Line Line Items Items IRRBB / ICAAP / Bilanz Quelle: Deutsche Pfandbriefbank. in Pakete unterteilt und in aufeinander aufbauenden Projektphasen sukzessive umgesetzt. Die einzelnen Themenbereiche konnten somit Schritt für Schritt in Produktion übernommen werden. Durch diese Vorgehensweise konnte die pbb zum einen von den gewonnenen Erkenntnissen während des Projektverlaufs profitieren und zum anderen die Kapazitäten der fachlichen und technischen Know-how-Träger der Bank effizient allokieren. Die Einplanung von Parallelphasen von Alt- und Neuprozess sowie von Zeitpuffern für mehrmalige Probeläufe des Neusystems erlaubten eine robuste Einführung bei einem gleichzeitig effizienten Planungsprozess. Nutzendimensionen in der pbb Der integrierte Lösungsansatz und die stringente Verfolgung des Ziels – also der Nutzung von bestehenden Funktionalitäten und Modellen in einer hochautomatisierten neuen Lösung – lieferten für die pbb in vielerlei Hinsicht einen deutlichen Mehrwert: Z Die Etablierung des integrierten Prognosedatenbestands gewährleistete sowohl eine prozessuale Erleichterung als auch die Datenkonsistenz zwischen den einzelnen regulatorischen und internen Anforderungen. Z Die Verwendung der etablierten Bewertungs- und Prognosemodelle des ALM-Systems sowie dessen Ergänzung um bankspezifische Sachverhalte in der Planungslösung lieferten konsistentere und verbesserte Prognosewerte. Deshalb stieg die Prognosegüte deutlich im Vergleich zum bisherigen Prozess bei vergleichbaren Planannahmen. Z Das Vorhalten aller Daten auf Ebene des Einzelgeschäfts bringt wesentliche Vorteile. Damit sind die Analyse- und Reportingfähigkeiten der neuen Applikation flexibel und aussagekräftig. So können hieraus detaillierte mehrdimensionale Ergebnisanalysen und Drill-Downs durchgeführt, Ursache- und Wirkungszusammenhänge oder Inkonsistenzen besser erkannt und entsprechende Handlungsoptionen abgeleitet werden. Z Weiterhin erlaubt der hohe Automatisierungsgrad, die regulatorisch getriebene Periodizität der Planung abzubilden. Z Schließlich ermöglicht der hohe Grad der Automatisierung eine Skalierung von Prognoserechnungen im Sinn einer höheren Frequenz (quartärliche Aktualisierung) sowie einer erweiterten Anzahl von Szenarien (makroökonomische, Marktdaten- und Businessannahmen). 07 // 2021 49

die bank

© die bank 2014-2020