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die bank 07 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG SPAREN DANK

REGULIERUNG SPAREN DANK TARGET2-SECURITIES? Neue Funktionen, aber noch viel Luft nach oben Mit dem Start der Plattform T2S, die Wertpapiergeschäfte in 20 europäischen Märkten nach einheitlichen Standards abwickelt, wurden den Banken enorme Ersparnisse versprochen. Anlässlich der am 8. Juni 2018 neu eingeführten T2S-Version 2.0 untersuchen unsere Autoren, inwieweit sich diese Erwartungen bislang erfüllt haben, woran es hakt, und wie der Durchbruch doch noch gelingen kann. 50 07 // 2018

REGULIERUNG 1 | Übersicht T2S-Länder Lokale CSDs, die an T2S angeschlossen sind Lokale CSDs, die für das Settlement in EUR oder FoP (Free of Payment) an T2S angeschlossen sind Am 22. Juni 2015 war es endlich soweit: Nach fast 15-jähriger Planungs- und Entwicklungszeit ging Target2-Securities (T2S) live. Seitdem migrierten an fünf Stichtagen („Wellen“) insgesamt 20 europäische Märkte auf die Plattform. ÿ 1 Die fünfte und letzte Welle bestand im September 2017 aus Spanien und dem Baltikum. Deutschland migrierte bereits im Rahmen der vierten Welle im Februar 2017. Wegen der schieren Größe des deutschen Markts, der rund 40 Prozent des gesamten T2S-Transaktionsvolumens ausmacht, war diese Welle eine Feuerprobe für T2S. Neben den nationalen Notenbanken nehmen an T2S auch 21 Zentralverwahrer, sogenannte Central Securities Depositories (CSD), teil. Auch der deutsche Zentralverwahrer, die Clearstream Banking Frankfurt AG (CBF), gehört dazu. Zumindest in technischer Hinsicht hat T2S die Herausforderung bestanden. „Der Betrieb läuft stabil und weitgehend störungsfrei“, erklärte Jochen Metzger, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme der Deutschen Bundesbank auf dem jüngsten Zahlungsverkehrssymposium seines Instituts. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich hat T2S die Geschäftsprozesse in der deutschen und europäischen Wertpapierabwicklung komplett verändert. Abläufe, die über Jahrzehnte gewachsen und auf die Bedürfnisse der nationalen Märkte abgestimmt waren, wurden durch T2S aufgebrochen und vereinheitlicht. Metzger bezeichnet T2S deshalb gerne als Game Changer. Über das harmonisierte und zentrale Abwicklungssystem werden im Schnitt täglich etwa 570.000 Transaktionen mit einem Gesamtwert von über 800 Mrd. € abgewickelt. Laut Bundesbank wurden im Rahmen des Übergangs zu T2S 2.0 im Juni nun insgesamt 19 Change Requests implementiert und 66 Fehlerbehebungen vorgenommen. Kosten sparen durch Anpassung der Geschäftsprozesse Welche konkreten Vorteile hat T2S den Banken bislang gebracht? Legt man eine Studie von Oliver Wyman für Clearstream aus dem Jahr 2014 zugrunde, besteht je nach Instituts- Typ ein jährliches Einsparpotenzial zwischen 10 und 70 Mio. €. Doch davon wurde bis dato nur ein Bruchteil realisiert. Das gesteht auch die Bundesbank ein: „Nur wenige große Banken und Korrespondenzbanken haben sich frühzeitig strategisch auf T2S eingestellt“, sagt Zentralbereichsleiter Metzger. „Die meisten haben dagegen zunächst lediglich die technisch unbedingt erforderlichen Anpassungen sowie die mit T2S einhergehenden zwingenden regulatorischen Änderungen umgesetzt.“ Vor dem Hintergrund der strategischen Möglichkeiten, die T2S bietet, müssten Banken nun in einem zweiten Schritt ihre Geschäftsprozesse überprüfen und anpassen. „Nur so können sie von den Vorteilen, die sich durch das Pooling von Sicherheiten und Liquidität ergeben, vollumfänglich profitieren.“ Die Einschätzung der Bundesbank deckt sich mit Erfahrungen aus der täglichen Beratungspraxis. Große Teile des prognostizierten Einsparpotenzials sind noch nicht gehoben. Geschätzt dürfte das noch zu realisierende Potenzial jenseits von 50 Prozent, eher bei 75 Prozent liegen. Wie viel es konkret ist, hängt von vier großen Faktoren ab: dem Instituts-Typ, dem Grad der Auslagerung von Wertpapierdienstleistungen an externe Dienstleister, dem Geschäftsmodell der Bank und dem unterhalte- 07 // 2018 51

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