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die bank 07 // 2018

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT

MARKT FINANZPLATZ-ÖKOSYSTEME IM WANDEL FinTechs auf dem Weg zum gleichberechtigten Akteur Finanzplätze bilden ein komplexes Beziehungsgeflecht einer Vielzahl von Akteuren. Außerdem unterliegen sie einem permanenten Strukturwandel, wie am Beispiel der deutschen Standorte deutlich wird. Als relativ neue Protagonisten etablieren sich FinTechs in diesem Kreis. Wie ordnen sie sich ins deutsche Finanzplatzgefüge ein, welche Strukturen beeinflussen ihr Umfeld, und in welche institutionellen Rahmenbedingungen und Standortfaktoren sind die FinTech-Ökosysteme eingebettet? 16 07 // 2018

MARKT Die nach wie vor nicht ausgestandenen Folgen der Finanzkrise, der zunehmende Wettbewerb, die Niedrigzinsphase, die Regulierung und nicht zuletzt die Digitalisierung üben starken Druck auf alle Finanzplatzakteure wie Banken und Versicherungen aus. Im Rahmen einer Masterarbeit am Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn konnte durch den Einsatz quantitativer Methoden und die Befragung von 15 Experten aus der Finanzbranche und angrenzender Bereiche ein scharfes Bild über die Finanzplätze Berlin und Frankfurt am Main als FinTech-Standorte gezeichnet werden. Die deutschen Finanzplätze und Bankenstandorte entwickelten sich seit der Finanzkrise unterschiedlich. Die dynamischste Entwicklung ist derzeit wohl in Frankfurt am Main zu beobachten. Nicht nur städtebaulich wandelt sich das Bild der Stadt, auch der Brexit hat das Potenzial, die Entwicklung des größten deutschen Finanzplatzes maßgeblich zu beeinflussen. Während noch unklar ist, wie viele Bankbeschäftigte Frankfurt durch den Brexit und die Verlagerung von Arbeitsplätzen von London in die Mainmetropole gewinnen kann, haben sich laut der Finanzplatzstudie der Helaba bereits 15 Banken für Frankfurt entschieden. Der Verband der Auslandsbanken geht aktuell von bis zu 5.000 neuen Stellen in den nächsten zwei bis drei Jahren aus, die Helaba prognostizierte 2017 in ihrer Finanzplatzstudie mindestens 8.000 neue Mitarbeiter. Die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e. V. nennt sogar die Zahl von 10.000. Und nachdem Frankfurt bei der Bewerbung um die European Banking Authority gegen Paris unterlag, erhoffen sich die Akteure nun von der Verlagerung des Euro-Clearings bessere Chancen. Aber nicht nur als Bankenstandort will Frankfurt punkten. Die Finanzplatzakteure haben auch ihre Bemühungen verstärkt, als wichtiger FinTech-Standort zu gelten. In Frankfurt wurden in den vergangenen zwei Jahren neue Initiativen, Strukturen und Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Fin- Techs geschaffen, wie das von zahlreichen Frankfurter Banken unterstützte Tech-Quartier, der Main Incubator der Commerzbank und der FinTech-Hub der Deutschen Börse. Rückschritt am Rhein, starker Süden Düsseldorf erlitt in den vergangenen Jahren den wohl stärksten Bedeutungsverlust aller deutschen Finanzplätze, was vor allem am Rückgang der Gesamtbilanzsumme festzumachen ist. Dabei ist der bedeutendste zu nennende Aspekt der Niedergang der WestLB und der damit zusammenhängende Rückgang der Bilanzsummen und der Beschäftigtenzahlen an diesem Finanzplatz. Auch die Zukunft der zu Lone Star gehörenden IKB ist weiter ungewiss. Heute verfügt der Finanzplatz Düsseldorf noch über 83 Kreditinstitute mit einer Gesamtbilanzsumme von 296 Mrd. €. Vor zehn Jahren lag die Zahl zwar mit 78 Kreditinstituten etwas niedriger, allerdings betrug dafür die Gesamtbilanzsumme noch über 715 Mrd. €. Das lag vor allem an der Größe von WestLB, WGZ Bank und IKB. Heute ist die mit Abstand größte Bank nach Bilanzsumme in Düsseldorf die NRW. Bank, vor der apoBank, HSBC, IKB und Targobank. Nach der Fusion der WGZ Bank auf die DZ Bank und der Düsseldorfer Börse auf die BÖAG AG stehen dem Finanzplatz Düsseldorf aus standortpolitischen Gesichtspunkten nur wenige Positivmeldungen gegenüber, wie die Ansiedlung des FinTechs Compeon im Jahr 2017, die Fusion zwischen der Sparda-Bank West und der Sparda-Bank Münster und die Neugründung einzelner Bankniederlassungen in der Rheinmetropole. Ob der Finanzplatz Düsseldorf dagegen zusammen mit Münster Doppelsitz einer fusionierten Provinzial-Versicherung wird, ist derzeit noch unklar. In der Nachbarstadt Köln sind weniger als 10.000 Mitarbeiter im Kölner Kreditgewerbe beschäftigt. Auch das Ende von Sal. Oppenheim belegt den Bedeutungsrückgang der Kölner Kreditwirtschaft – wenngleich zwei der größten deutschen Sparkassen in der Domstadt beheimatet sind. Der Kölner Finanzplatz ist eher ein Hotspot für Versicherungen, weniger für Banken. Zusätzlich etabliert sich Köln zunehmend als wichtiger InsurTech-Standort in Deutschland, was 2017 07 // 2018 17

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