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die bank 07 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE

BERUF & KARRIERE DIGITALISIERUNG IN DER WEITERBILDUNG Lernen heute – jederzeit, überall, digital Die Digitalisierung durchdringt nahezu alle Facetten der Arbeitswelt und immer mehr auch den Bereich der Weiterbildung. Hier sind bereits zahlreiche neue Lernformate entstanden. Auch der Ablauf der Qualifizierung selbst wird zunehmend digital geprägt, von der Identifikation des Qualifizierungsbedarfs der Mitarbeiter bis hin zur Überprüfung des Lernerfolgs. Welche Auswirkungen haben diese neuen Methoden auf die Personalentwicklung? Und wie ändert sich das Rollenverständnis der Beteiligten? Früher war betriebliche Weiterbildung in der Bank recht übersichtlich: Einmal im Jahr haben sich Mitarbeiter und Vorgesetzte zusammengesetzt und den notwenigen Qualifizierungsbedarf identifiziert. Dann wurden zwei oder drei Seminare ausgewählt, alternativ auch mal eine Kongressveranstaltung, dort wurde gelernt und am Ende erhielt man ein Zertifikat. In der dann folgenden Zeit wurde der Lernerfolg hoffentlich im Tagesgeschäft erkennbar. Arbeit und Lernen waren voneinander getrennt, man war entweder im Büro oder auf Schulung. Diese Situation hat sich mittlerweile deutlich geändert. Digitale Modelle, Methoden und Werkzeuge prägen die Weiterbildung. Lernen wird smart, mobile, datenbasiert, findet in der Cloud statt, mal im medialen, mal im realen Austausch mit anderen. Die Lerninhalte werden dabei deutlich kleinteiliger und immer seltener gibt es mehrtägige Blöcke. An ihre Stelle treten kleine Module, die in wenigen Minuten vermittelt und rezipiert werden können. Arbeit und Lernen rücken damit enger zusammen und wechseln sich häufiger ab. ÿ 1 Identifikation des Qualifizierungsbedarfs Der Wandel durch digitale Einflüsse zeigt sich bereits in der Identifikation des Qualifizierungsbedarfs. Bankmitarbeiter haben zunehmend mit Arbeitsplatzsoftware, mobilen Apps oder Cloud-Plattformen zu tun, die Interaktionen protokollieren. Hersteller finden dadurch heraus, an welchen Stellen Benutzer Probleme mit der Software haben, um Ansatzpunkte für Verbesserungen zu erhalten. Und Benutzer erhalten proaktive kontextspezifische Hilfestellungen. Im Zuge einer „Arbeitswelt 4.0“ trifft dies aber schon lange nicht mehr allein auf Software zu. Auch Maschinen und andere reale Dinge werden in diesem Sinn immer smarter. Sie erkennen, wann Mitarbeiter sie wiederholt und in welcher Form fehlbedienen, also offensichtlich noch eine Weiterbildung benötigen. Es mag nach Zukunftsmusik klingen, aber technisch ist es bereits realisierbar, dass z. B. ein Beamer schlechte Präsentationen erkennt, ein Mikrofon defizitäre rhetorische Fähigkeiten eines Vortragenden oder ein Telefon fremdsprachliche Lücken. Am Ende müssen dann nur noch all diese identifizierten Potenziale sowohl in übergreifenden Dashboards zum Gesamtqualifizierungsbedarf in einem Unternehmen als auch in individuellen Bedarfsprofilen zusammengeführt werden – Stichwort Big Data. Sie ergänzen dann die persönlichen Eindrücke und Selbsteinschätzungen der Mitarbeiter sowie die ihrer Kollegen und Vorgesetzten. 360-Grad-Feedback erhält dadurch eine vollkommen neue Dimension. Personen sind nicht mehr die alleinigen Beteiligten. Artefakte haben ebenso Einfluss. Ein intensives Thema für Personalvertretungen und Datenschutzbeauftragte. Ausloten der Qualifizierungsoptionen Steht der Qualifizierungsbedarf fest, geht es darum, das jeweils richtige Lernformat auszuwählen. Schließlich muss es mit dem Tagesgeschäft der Mitarbeiter vereinbar sein. Das Angebot an digitalen Formaten und Werkzeugen gleicht mittlerweile einem Dschungel aus Optionen. Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung veröffentlicht dazu regelmäßig empfehlenswerte Übersichten. ÿ 2 Lerninhalte werden über Online-Kataloge, Portale und Plattformen von diversen Anbietern präsentiert, von Produktherstellern, ihren Partnern, von staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen oder freiberuflichen Trainern und Dozenten. Übergreifend konsolidierende Vermittlungsplattformen, wie man es von Reiseportalen oder Preisvergleich- Websites mittlerweile kennt, fehlen derzeit noch. Das macht die Suche eines geeigneten Lernformats zu der nach einer Nadel im Heuhaufen. Und die Wahl ist dann hoffentlich ein Glücksgriff. Die zu vermittelnden Inhalte sind unterschiedlich portioniert. Von im Internet abrufbaren Erklär- und Lernvideos, herunterladbaren Wissenspräsentationen (How-to-Tutorials) über Web Based Trainings, die Stunden und Tage dauern können, bis hin zu wochenoder gar monatelangen Kursen mit einer Vielzahl von Online-Teilnehmern (Massive Open Online Courses / MOOCs). Der Zeitaufwand für die Rezeption dieser Inhalte ist entsprechend des angebotenen Formats durchaus vergleichbar mit dem traditio- 66 07 // 2017

BERUF & KARRIERE neller Schulungen und Seminare, allerdings bedeutend kleinteiliger und kompakter. Lerneinheiten müssen in der Regel intensiv vorund nachgearbeitet werden. Im Extremfall handelt es sich gar um einen kontinuierlichen Wissensstrom (Blogs, Feeds), den Mitarbeiter täglich quasi nebenbei aufnehmen und sich so in kleinen Schritten ihrem Lernziel nähern. Sofern der Austausch mit anderen einen wesentlichen Aspekt der Qualifizierung darstellen sollte, kommen zu jedem dieser digitalen Lernformate noch diverse Formen des Online-Dialogs hinzu. Lernende und Lehrende tauschen sich in virtuellen Learning Communities aus. Im einfachsten Fall über kontextspezifische Diskussionen entlang konkreter Themen oder aber in dedizierten Frage- Antwort-Foren. Aber auch synchrone Kanäle kommen zum Einsatz, wie beim Video Coaching, etwa über Skype. In letzter Zeit sind vermehrt Kombinationen aus realem und virtuellem Austausch zu finden, das sogenannte Blended Learning. Hierzu gehören als ganz spezielle Form auch BarCamps, die als eine Art Light-Variante von Open-Space-Veranstaltungen Menschen zu diversen Facetten eines Oberthemas in realen Treffen diskutieren lassen. Die realen Veranstaltungen werden über Wikis in der Cloud vorbereitet, die Veranstaltung selbst darüber organisiert und die Erkenntnisse und Ergebnisse darin auch dokumentiert. Während des BarCamps werden diskutierte Thesen und In- 07 // 2017 67

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