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die bank 07 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT Schlacht am

MANAGEMENT Schlacht am kalten Buffet Dividende geht durch den Magen, sagt sich manch Kleinanleger und pilgert deshalb gern zu Hauptversammlungen. Dort locken – meist regional angepasst – Maultaschen (Porsche), Leberkäs (BMW) Blechkuchen (Beiersdorf). Vor allem Firmen aus der zweiten Reihe wie Schaeffler oder Gerry Weber lassen sich beim Buffet nicht lumpen. „Da kommen wirklich Leute, um zu sagen: Wir kommen, um unsere Dividende aufzuessen“, sagt die Autorin Nadine Schmid, die mit Verena Brandt ein Buch geschrieben hat. In „Dividendenbuffet“ schildern die beiden, was sie ein Jahr lang bei den Hauptversammlungen kleiner und großer Unternehmen erlebt haben. Dass die Naturaldividende zu ebenso großem Ärger führen kann, wie eine zu niedrige oder gar ausbleibende Bar-Dividende, hat das 2016er-Aktionärstreffen bei Daimler gezeigt. Da stritten sich gar zwei Anteilseigner um ein paar Würstchen und machten damit Schlagzeilen. 12.500 Würstchen für 5500 Aktionäre hatte der Autokonzern eingeplant, offenbar zu wenig. Denn einer von ihnen soll mehrere „Saitenwürstle“ eingepackt haben. Da fürchtete eine Aktionärin um die ihr zustehende Dividende, beschwerte sich lautstark, wurde daraufhin vom Dieb beleidigt, was sie nicht auf sich sitzen lassen wollte. Und zeigte ihn an. Ob sich der Besuch eines Treffens überhaupt kulinarisch lohnt, konnten Aktionäre früher bereits im Führer „Zom Fressa gern“ nachlesen. Den brachten die jeweiligen Auszubildenden der Schwäbischen Bank zwischen 1987 und 2005 heraus. Neben HV-Datum, Kurzporträt des Unternehmens und Aktionärsstruktur enthielt das im schwäbischen Dialekt verfasste Büchlein genaue Angaben über das jeweilige Mahl beim Aktionärstreffen. So viel Werbung für die Natural-Dividende war den schwäbischen Unternehmen dann eines Tages doch zu viel. Fortan mauerten viele, wenn die recherchefreudigen Azubis wissen wollten, was die Firmen auftischen würden. 2005 stellte die Schwäbische Bank deshalb das bei Anteilseignern beliebte Werk ein. So richtig auf ihre Kosten kommen Naturaldividenden- Jäger aber längst nicht mehr. Früher tischte Daimler etwa gleich drei Mahlzeiten auf. Und in der 1999er-Ausgabe des Hauptversammlungsführers für Schwäbische Aktien heißt es: „„Nach dem tolle Esse em Vorjahr, wollet die […] des Johr no oins draufsetze: zur glacierte Kalbsnuss auf Rieslingsoß gibt’s Champignons, Koreandermöhrle ond Spätzle. Die Frag isch blos no, was es nebe de oigene Getränke zom Schlürfe gibt – die werdet de Wei jo net blos verkoche, oder?“. Unter erfahrenen HV-Besuchern wird gern die Geschichte vom Aktionär erzählt, der seinen Aktenkoffer innen mit Alufolie ausgestattet hatte und dann einen kompletten Rehrücken darin verschwinden ließ. Ob der nachlassende kulinarische Genuss dazu beigetragen hat, dass immer weniger Kleinaktionäre Hauptversammlungen besuchen, ist nicht nachgewiesen. 24 07 // 2017

MANAGEMENT Historie Im September 1933 gründeten die Inhaber des Stuttgarter Verlags Franckh-Kosmos, Hofrat Walther Keller und Euchar Nehmann, mit Gesellschaftern des Verlags das Bankhaus Schwäbische Bank. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Kosmos Verlag, der bereits 1822 in Stuttgart an den Start ging, vor allem für Ratgeber, Technikbücher und Experimentierkästen ebenso wie für Spiele bekannt und beliebt. Zu seinen Rennern zählt zum Beispiel das Strategiespiel „Die Siedler von Catan“. Die Gründer ernannten Dr. Carl Linder zum geschäftsführenden Vorstand und stellten selbst den Aufsichtsrat. Linder hatte zuvor die Filiale Stuttgart der Tübinger Privatbank S. Weil geleitet. Die Bank bezog zunächst Räume im Stuttgarter Salamanderbau auf der Königstraße, zog dann aber 1959 in den damals gerade wiederaufgebauten Stuttgarter Königsbau, ein Zeugnis spätklassizistischer Pracht. Bis 1971 war das Institut vollständig in privater Hand. 1971 erwarb die HypoVereinsbank Anteile an der Schwäbischen Bank. Diese Beteiligung in Höhe von 25,05 Prozent wurde 2009 zu einem nicht genannten Verkaufspreis an die Hamburger Warburg-Gruppe verkauft. Die Hamburger Privatbank stockte dann 2012 auf 78 Prozent auf. Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 hat die M.M.Warburg & CO schließlich die restlichen Anteile an der Schwäbische Bank AG von Familiengesellschaftern und einer Stiftung erworben. Im Oktober 2016 erfolgte dann die Umfirmierung zu einer Zweigniederlassung im Wege einer Verschmelzung mit der M.M.Warburg & CO. Zeitgleich verloren auch das 1997 zugekaufte Bankhaus Hallbaum in Hannover, Bankhaus Plump in Bremen (1999) sowie Bankhaus Löbbecke in Berlin (2003) ihren Status als Tochter. Mit einer Bilanzsumme von 248 Mio. € im Jahr 2015 und 49 Mitarbeitern war die Schwäbische Bank nach Hallbaum die zweitgrößte der vier ehemaligen Töchter. 07 // 2017 25

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