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die bank 07 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT keine einzige

MANAGEMENT keine einzige Kündigung. Unsere Kunden haben die Vorteile der Verschmelzung klar erkannt.“ Die freigewordenen Ressourcen will das Führungsduo nutzen, um verstärkt Mittelständlern Dienstleistungen im Corporate Finance anzubieten, die Beratung von Institutionellen und Stiftungen auszubauen, den Service etwa über die Vermögensverwaltung für Private zu intensivieren und die regionale Präsenz über den Großraum Stuttgart in die Fläche des drittgrößten deutschen Bundeslands auszudehnen. Gerade hier gebe es ein erhebliches Wachstumspotenzial, sagt Haas. Beschränkte sich das Firmenkundengeschäft bislang auf das klassische Kreditsegment und wurde es nur in Ausnahmefällen zum Beispiel auf die Begleitung eines Börsengangs wie etwa beim Ingenieurdienstleister Bertrandt ausgedehnt, soll das Geschäftsfeld künftig kräftig wachsen. „Wir finanzieren zum Beispiel größere Projekte, beraten Mittelständler bei Restrukturierungen oder der Unternehmensnachfolge und begleiten Unternehmenskäufe und -verkäufe“, sagt Ebert. Bei Aufgaben wie diesen zahlt sich die enge Zusammenarbeit mit Hamburg und den übrigen Standorten aus. „Seit der Verschmelzung haben wir über Hamburg einen noch engeren Draht zu weiteren Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen“, ergänzt Haas. Seitdem man enger an die ehemalige Mutter herangerückt sei, werde man im Markt ernster genommen. Die 30 Dax-Größen wird die Schwäbische Bank zwar auch künftig nicht zu ihren Kernzielkunden zählen, aber die Betreuung von M-Dax-Firmen nimmt Ebert in den Fokus. Profitieren werde die Schwäbische Bank auch im Bereich der institutionellen Kunden, etwa bei der Beratung von Stiftungen oder der Anlage in Immobilienfonds. Für die neue Ära haben die Banker zumindest einen guten Standort. Das Ländle ist eins der wirtschaftsstärksten Bundesländer. Regelmäßig glänzt der Flächenstaat mit überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten und einer deutlich unter dem Bundesschnitt liegenden Arbeitslosenquote. Noch besser schneiden am Arbeitsmarkt nur die Bayern ab. Wie geschäftstüchtig die Schwaben sind, belegen schon pfiffige Ideen im Straßenverkehr. In Stuttgart informieren die Lautsprecher in den U-Bahnen nicht nur über die jeweiligen Haltestellen, sondern sagen auch an, welche Firma dort ihren Sitz hat. Kostenlos ist das für die Unternehmen selbstverständlich nicht, aber eine gute Werbung für den Standort. Vor den Toren der Landeshauptstadt haben sich zahlreiche Hidden Champions niedergelassen, die von hier aus die Welt erobern möchten und starke Finanzpartner brauchen. Haas scheut nicht einmal den Vergleich mit der Bundeshauptstadt, wenn er auf die Start-up-Szene blickt. „Wenn man nicht nur auf Stuttgart, sondern auf die Region schaut, ist die Szene hier bestimmt genauso stark“, ist der 60-Jährige überzeugt. Ein Indiz dafür: Der größte Deal in der jüngeren Vergangenheit wurde in der Provinz abgeschlossen: Der Finanzinvestor Permira zahlte 2014 mehr als 1 Mrd. US-$ für das Software-Start-up TeamViewer aus Göppingen. Zum Vergleich: Der Börsengang des Berliner Onlinehändlers Zalando im selben Jahr spielte lediglich um die 600 Mio. € ein, hatte aber ungleich mehr Publicity. Potenzial ist also vorhanden – bei alteingesessenen inhabergeführten Mittelständlern ebenso wie bei aufstrebenden Existenzgründern. Doch auch der Wettbewerb hat es in sich. Nach Frankfurt ist Stuttgart der zweitgrößte Bankenplatz, die Börse Stuttgart, die in der Nähe der Schwäbischen Bank sitzt, ebenfalls die Nummer Zwei nach den Hessen. Schon der kurze Spaziergang vom Hauptbahnhof durch die Fußgängerzone beweist, wie stark die Finanzbranche hier Flagge zeigt. Privatbanken, Volksbanken und Sparkassen oder die Förderbank L-Bank mit ihrem monströsen Hauptsitz haben sich hier auf engstem Raum niedergelassen. Haas räumt denn auch ein, dass für das geplante Wachstum echte Kärrnerarbeit notwendig sei. Unterstützung bekommt die Geschäftsleitung von knapp 20 Vertriebskollegen, womit fast jeder zweite in der Bank in diesem Bereich arbeitet. Entgegen dem Markttrend werde das Vertriebsteam schon seit gut einem Jahr aufgestockt. Bei Neueinstellungen werde vor allem darauf geachtet, dass es fachlich und menschlich passe, betont Haas. „Wir werben nicht ganze Teams ab, um schnell das Volumen zu steigern.“ Festhalten will die Schwäbische Bank, anders als mancher Wettbewerber, an der persönlichen Vermögensbetreuung für Privatkunden. Trotz der weiter steigenden regulatorischen Anforderungen im Zuge von MiFID II werde sich die Schwäbische Bank weiterhin auf ihre Vermögensverwaltung und Anlageberatung sowie ihre Expertise für Themen wie Vermögensnachfolge oder Stiftungsnachfrage stützen, erläutert Haas. Bei den kommenden Regulierungsvorschriften fehle bei der Vermögensberatung die Differenzierung zwischen Kunden mit und ohne Anlage-Know-how. Deshalb hätte die Schwäbische Bank allein diese Dienstleistung nicht mehr anbieten können. Durch die Zusammenlegung mit der Vermögensberatung von Warburg sei dies jedoch möglich. Autorin: Eli Hamacher 22 07 // 2017

MANAGEMENT Die Chefs „Mit 15 haben meine Eltern für mich eine Lebensentscheidung getroffen“, sagt Thomas Haas (im Foto links), der direkt nach dem Schulabschluss bei der Deutschen Bank in Stuttgart eine Ausbildung beginnt. Seit 45 Jahren arbeitet er jetzt bereits in der Branche und hat es nie bereut. Insgesamt 27 Jahre blieb der gebürtige Stuttgarter seinem ersten Arbeitgeber treu, bekleidete diverse Führungspositionen, zuletzt als Leiter der DB Trust, der ehemaligen Grunelius Privatbankiers, bevor er zur Konkurrenz wechselte. 1999 übernahm der Bankkaufmann die Niederlassung Stuttgart der UBS Deutschland AG und rückte drei Jahre später in das Executive Board auf. Weitere zwei Stationen folgten – als Vorstand der Julius Bär Deutschland AG in Frankfurt und CEO der JF Holding S.A. in Luxemburg, bevor Haas im Oktober 2014 als Generalbevollmächtigter und Mitglied der Geschäftsleitung zur Schwäbischen Bank (damals noch eine Tochter der Warburg- Gruppe) in seine Heimatstadt kam. Seit der Verschmelzung auf Warburg lautet sein offizieller, etwas sperriger Titel: Mitglied der Geschäftsleitung Schwäbische Bank, eine Zweigniederlassung der M. M. Warburg & CO. Privat engagiert sich der Vater von drei Kindern stark in der Region. Als Präsident des ältesten Bürgervereins des Stuttgarter Westens, der Gesellschaft Zigeunerinsel 1901 e.V., kümmert er sich um das gesellschaftliche und soziale Leben in der Landeshauptstadt. Außerdem sitzt der 60-Jährige im Landesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Baden-Württemberg. Und auch, wenn der Fußballfan beim VfB Stuttgart auf der Tribüne sitzt, kommt das Netzwerken nicht zu kurz. „Selbst in der Freizeit ist man eigentlich immer als Repräsentant der Bank unterwegs“, sagt der Schwabe. Wie Haas hat auch sein Kollege Marcus Ebert (re.) die Karriere mit einer Bankausbildung begonnen. Nach deren Abschluss verließ er jedoch die Bayerische Vereinsbank, um Jura zu studieren. Nach dem zweiten Staatsexamen folgte ein kurzer Abstecher in den Staatsdienst zum Bayerischen Justizministerium, bei dem er die Justizministerkonferenzen der Länder sowie den Deutschen Juristentag organisierte. Doch schnell spürte der Jurist, dass eine Beamtenlaufbahn definitiv nicht das Richtige für ihn wäre, wechselte zur Bayerischen Vereinsbank, zunächst als Trainee im Kreditgeschäft. Bei der Bayerischen Vereinsbank und deren Nachfolgeorganisationen HypoVereinsbank sowie UniCredit Deutschland AG leitete er u. a. den Bereich Personal, Controlling und Innenbetrieb des Regionalbereichs Berlin-Brandenburg und arbeitete als Vorstand für die Hypo in Ungarn, bevor er die Hauptniederlassung der HVB in München übernahm und schließlich zum Vertriebsleiter Privat- und Geschäftskunden des Regionalbereichs Süd aufrückte. 2011 kam Ebert schließlich als Vorstand zur Schwäbischen Bank AG. Seit der Verschmelzung führt er denselben Titel wie sein Kollege. Dass die Uhren in Baden-Württemberg anders ticken, das musste der gebürtige Münchener in Stuttgart erst einmal lernen und sich entsprechend umstellen. Wie Haas engagiert sich der Vater von drei Töchtern ehrenamtlich, u. a. bei der Stiftung Geißstraße in Stuttgart, die sich für kulturelle, soziale und stadthistorische Ziele einsetzt, sowie im Vorstand des Bayerisch-Ungarischen Forums. Zudem legt der passionierte Läufer alle zwei Tage sieben bis acht Kilometer zurück. So macht sich der 55-Jährige für die Teilnahme an Halbmarathons fit. 07 // 2017 23

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