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die bank 07 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ZENTRALBANK AnaCredit

ZENTRALBANK AnaCredit wird verschoben ó Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Start ihres Projekts zur Sammlung von Kreditdaten (AnaCredit) um ein halbes Jahr verschoben. Laut EZB startet das derzeit größte Projekt der Generaldirektion Statistik erst im September 2018 und nicht, wie bisher geplant, im März 2018. Nach Konsultationen mit den Banken wurde zudem von der Forderung Abstand genommen, der Zentralbank notleidende Kredite ab 100 € zu melden. Zudem sollen Banken 18 Monate im Voraus informiert werden, wenn sie zu AnaCredit beitragen müssen. Kleinere Banken sollen ihre Daten zunächst nicht monatlich übermitteln müssen. Deutschen Instituten dürfte das recht sein, denn für sie ist Ana- Credit eine zusätzliche Belastung. Die Banken des Euroraums müssen ab Herbst 2018 alle an Unternehmen und Staaten vergebenen Kredite ab 25.000 € an die EZB melden. Kredite an Privatpersonen werden nicht erfasst. AnaCredit betrifft rund 5.000 Banken mit 15 Millionen Gläubigern und rund 100 Millionen Krediten. Die EZB will ab 2018 wissen, welche Bank welchem Unternehmen wie viel geliehen hat. Sie erhält damit Informationen über die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmen und über die Wirtschaftssektoren in den Ländern des Euroraums. Verwendet werden die Daten für geldpolitische und Aufsichtszwecke, und zwar sowohl in der Instituts- als auch der makroprudenziellen Aufsicht. KUNDEN FÜHLEN SICH ALLEINGELASSEN Sparer im Anlage-Notstand ó Fehlende Optionen, Misstrauen, mangelnder Rat – vielen Menschen bereitet die Null-Zins-Phase an den Finanzmärkten enorme Sorgen, und sie vermissen eine kompetente und ehrliche Beratung ihrer Hausbank. Fast zwei Drittel der befragten Bundesbürger fühlen sich von den etablierten Banken in ihrem „Anlage-Notstand“ allein gelassen. Und 82 Prozent der Interviewten misstrauen zudem generell Empfehlungen der Banken und Vermögensberater, weil sie das Gefühl haben, dass diese eher ihre eigenen Interessen verfolgen, als die ihrer Kunden, fand die Markenberatung Prophet im Rahmen einer Online- Umfrage heraus. Die klassischen Banken sollten die Bedürfnisse der Kunden ernst nehmen, fordern 89 Prozent der Befragten und meinten damit vor allem neue Produkte und Lösungen für die Null-Zins-Phase. Sie suchen einfache und transparente Anlagelösungen ohne hohe Provisionen und Kosten, wie sie zunehmend von FinTechs angeboten werden. Allerdings geht ihnen Sicherheit bei der Anlage der Gelder weiterhin vor. Zum Eingehen eines höheren Anlagerisikos sind nur 35 Prozent der Befragten bereit. Rendite ohne Risiko ist in der momentanen Situation einfach nicht möglich, das bekräftigt auch Prophet-Parnter Felix Stöckle. Aber bei den Kosten und der Qualität der Anlageempfehlungen könnten die Kunden sparen, warnt er, das sei ein riesiges Einfallstor für die FinTechs, wenn es die Banken nicht selber schließen. BAFIN STELLT REGELN FÜR DAS VIDEO-IDENTIFIZIERUNGSVERFAHREN VOR Strenge Anforderungen an die Nutzung ó Die BaFin hat in ihrem Rundschreiben 04/2016 (GW) näher präzisiert, worauf Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Zahlungsinstitute, E-Geld-Institute, Agenten u. a. m. bei der Kontoeröffnung mittels Videoidentifizierungsverfahren achten müssen. Der Baseler Bankenausschuss hatte im Februar die Leitlinien zur Kontoeröffnung und Kundenidentifizierung überarbeitet. Vor dem Hintergrund betrügerischer Kontoeröffnungen unter falschen Identitäten, die ein Einfallstor für einen Missbrauch des Finanzsystems darstellen können, sei es erforderlich, den Sicherheitsmaßstab für die nach dem Geldwäsche- Gesetz (GwG) zulässigen Identifizierungen anzuheben, so die BaFin. Die zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen betreffen nicht nur die Identifizierung am Schalter von kontoführenden Banken sowie beim Post- Ident-Verfahren, sondern eben auch bei der Kundenidentifizierung durch die zuletzt zunehmend genutzte Videotechnik. Interessant: „Das Videoidentifizierungsverfahren kann aufgrund der notwendigen Anpassungen nur noch durch Kreditinstitute i. S. d. § 1 Absatz 1 des Kreditwesengesetzes genutzt werden“, schreibt die Finanzdienstleistungsaufsicht. Um eine den geldwäscherechtlichen Standards entsprechende Identifizierung zu ermöglichen, muss z. B. die Identifizierung durch geschulte Mitarbeiter in abgetrennten Räumlichkeiten erfolgen. Technisch müssen beim Identifizierungsvorgang Mechanismen genutzt werden, die Manipulationen entgegenwirken, so müssen beispielsweise bei der Benutzung von Handy-Apps Jailbreak- oder Rooting-Detection-Programme eingesetzt werden. Für die Identitätsüberprüfung sind nur Ausweisdokumente zugelassen, die über holografische Bilder, kinematische Strukturen oder gleichwertige optische Merkmale verfügen, Typografie und Layout werden ebenso überprüft wie die Unversehrtheit der Laminierung des Dokuments und noch viele weitere Punkte. Alle wesentlichen Identifizierungsschritte sind im Unternehmen auf einer zweiten Ebene auf ihre korrekte Durchführung hin zu überprüfen; der gesamte Prozess muss aufgezeichnet und für die Ba- Fin nachprüfbar aufbewahrt werden. Zur zusätzlichen Anhebung des Sicherheitsniveaus muss sich das verpflichtete Kreditinstitut vom Kunden einen beliebigen Geldbetrag überweisen lassen. Außerdem muss das Kreditinstitut die Identität des Kunden und seiner Angaben auf der Grundlage von zusätzlichen öffentlich zugänglichen Daten und Informationen – hier nennt die BaFin ausdrücklich das Internet oder soziale Netzwerke – erneut überprüfen. 6 diebank 07.2016

Finanzmarkt Trends FINANZSTABILITÄT Risiken im Euroraum ó Die Europäische Zentralbank (EZB) betrachtet einen vom Finanzmarktstress der Schwellenländer und niedrigen Rohstoffpreisen ausgehenden Anstieg der Risikoprämien und neue Finanzturbulenzen als wichtigstes Risiko für die Finanzstabilität im Euroraum. Wie aus dem aktuellen Finanzstabilitätsbericht der EZB hervorgeht, folgen auf Platz zwei die schwachen Gewinnaussichten der Banken und Versicherer und auf Platz drei die hohe Verschuldung der öffentlichen Hand und privaten Unternehmen angesichts eines niedrigen Wirtschaftswachstums und politischer Unsicherheiten. Als Problem betrachtet die EZB zudem den teilweise hohen Bestand an notleidenden Krediten. Sorgen bereiten darüber hinaus die wachsenden Risiken, die vom Schattenbankensektor ausgehen. Die meisten Stabilitätsrisiken gingen von Teilen der Investmentfondsindustrie aus, die in den vergangenen Jahren rapide gewachsen seien. Investmentfonds hätten Ende 2015 Kredite über 1.200 Mrd. € an Finanzinstitute vergeben, 950 Mrd. € an Regierungen und 330 Mrd. € an nicht-finanzielle Unternehmen. Plötzliche Mittelabzüge aus diesen Fonds könnten sich daher schnell auf andere Sektoren ausbreiten. In der Eurozone beheimatete Investmentfonds halten laut EZB Aktiva außerhalb des Euroraums über 4.200 Mrd. €, das seien 40 Prozent aller Aktiva. PUBLIC FINANCE Finanzierungsbedarf sinkt ó Der Finanzierungsbedarf deutscher Gebietskörperschaften dürfte in den Jahren 2017 und 2018 auf unter 70 Mrd. € sinken, da sich der Sektor an eine neue Gesetzgebung anpasst, die von ihm die Beseitigung von Haushaltsdefiziten ab 2020 verlangt. Diese Prognose der Ratingagentur Moody’s basiert auf konservativen Planungsannahmen und einem positiven wirtschaftlichen Umfeld, das Steuereinnahmen unterstützt. Sehr niedrige Zinskosten, höhere Transferzahlungen vom Bund und einige Effizienzeinsparungen werden den deutschen Regionen mehr finanziellen Spielraum verschaffen. Moody’s erwartet, dass die deutschen Bundesländer 2016 und in den nächsten beiden Jahren für etwa 80 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs klassische Kapitalmarktinstrumente nutzen werden, z. B. einzelne Anleihen und gemeinschaftliche Emissionen. Der Großteil der Erlöse aus Anleiheemissionen der Länder in den Jahren 2016 bis 2018 wird zur Refinanzierung fällig werdender Schulden verwendet. Der Aufwärtstrend bei der Kapitalmarktaktivität für Gebietskörperschaften dürfte sich weiter fortsetzen. ANLAGESTRATEGIEN Zeit für neue Methoden ó Institutionelle Investoren entscheiden sich zunehmend für zielund faktorbasierte Strategien, um ihre Anlageziele im aktuellen Niedrigzinsumfeld zu erreichen. Das ergab eine Studie von State Street Global Advisors (SSGA). Mit zielbasierten Strategiemodellen können Investoren einen Laufzeiten- und Risikomix generieren, der ihren individuellen Anlagebedürfnissen entspricht. Faktorbasierte Modelle berücksichtigen dagegen Einflussgrößen, die sich auf jedes Investment beziehen, etwa die Inflationsrate oder das Zinsniveau. Solche Strategien bringen laut Studie eine moderate oder sogar deutliche Verbesserung der langfristigen Performance-Ziele hervor. Nur jeder zehnte Befragte sagt, dass seine Anlagen im Schnitt die Renditeerwartungen übertrafen. Die Mehrheit der Investoren geht davon aus, dass die aktuelle Entwicklung mindestens noch ein weiteres Jahr anhalten wird. Dementsprechend sehen die Investoren einen erheblichen Bedarf hinsichtlich neuer Investmentansätze für die Branche und erwarten in den nächsten fünf Jahren signifikante Veränderungen. Derzeit dominieren noch traditionelle Ansätze. Fast die Hälfte der Investoren bezeichnet diese als die einzig richtige Methode für die Asset-Allokation. 07.2016 diebank 7

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