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die bank 07 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ABKEHR VOM RÜCKGANG

ABKEHR VOM RÜCKGANG Steigende Insolvenzzahlen ó Sechs Jahre lang freuten sich Deutschlands Manager über rückläufige Insolvenzzahlen bis hin zu einem Rekordtief von gut 23.000 Fällen, nun geht es den hiesigen Unternehmen offenbar wieder schlechter. Der Kreditversicherer Euler Hermes prognostiziert für dieses Jahr eine Stagnation der Zahlen, 2017 könnten die Pleiten sogar wieder leicht zunehmen. Die Zeiten des „too big to-fail“ sind wohl vorüber, statt dessen heißt es immer öfter „too big, which failed“. In diese Kategorie fallen weltweit bereits 60 Prozent mehr Fälle, erschreckend oft bei Deutschlands Top-Handelspartnern USA, China und Großbritannien. Besonders risikoreich sind die Textilbranche (Industrie ebenso wie Einzelhandel) sowie die Metall- und die Transportbranche. Deutschland schlägt sich in puncto Insolvenzen noch besser als der weltweite Durchschnitt. Euler Hermes-Chefvolkswirt Ludovic Subran glaubt aber, der Erholungszyklus nach der Wirtschaftskrise sei beendet, „jetzt ist wieder alles auf Null, das Spiel beginnt von vorne, und es ist wieder alles möglich“. Das Wirtschaftswachstum für Deutschland schätzt er für dieses Jahr im Bereich von 1,7 Prozent. Als exportstarke Nation litten die deutschen Unternehmen auch unter den Entwicklungen bei wichtigen Handelspartnern. In Deutschland selbst meldeten 2015 acht große Unternehmen mit einem kumulierten Umsatz von insgesamt 2.000 Mio. € Insolvenz an. TROTZ REKORDGEWINN IM ERSTEN QUARTAL Starker Euro schadet ó Die DAX-Konzerne trotzen dem konjunkturellen Gegenwind: Zwar schrumpfte ihr Umsatz im ersten Quartal um gut drei Prozent. Allerdings: 2015 war der Gewinn der indizierten Konzerne noch um 20 Prozent gesunken. Jetzt konnten die Unternehmen im ersten Quartal ihren operativen Gewinn (EBIT) um knapp sieben Prozent steigern. Mit einem Gesamt-EBIT von 34,6 Mrd. € wurde sogar ein neuer Rekordwert für ein erstes Quartal erreicht. Die Industrieunternehmen allein schafften sogar ein Gewinnwachstum von knapp 15 Prozent. Spitzenreiter war die Deutsche Telekom, gefolgt von Volkswagen und Allianz. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg trotz der angespannten Situation um zwei Prozent auf knapp 3,7 Millionen, berichtet die Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Unternehmensberichte. In Europa konnten die DAX- Unternehmen (ohne BASF) ihren Umsatz um 2,5 Prozent steigern. In den USA stiegen die Umsätze trotz negativer Wechselkurseffekte sogar um 4,2 Prozent, was auf eine sehr starke Entwicklung des US- Markts schließen lässt. Als Konjunkturbremse wirkt derzeit vor allem die Stärke der Gemeinschaftswährung: Viele DAX-Konzerne berichten über Umsatzeinbußen aufgrund des gestiegenen Eurokurses. Zudem leiden Chemie und Anlagenbau unter den niedrigen Energie- und Rohstoffpreisen. Zum Quartalsende verfügten die DAX-Konzerne über flüssige Mittel von über 100 Mrd. €, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. RANKING DER FONDSGESELLSCHAFTEN Top 10 von großen Veränderungen gekennzeichnet ó Das Bild der am besten gerateten Kapitalanlagegesellschaften hat sich im stark verändert. Zum Stichtag (31. März) erreichte Goldman Sachs AM im jährlichen KAG-Ranking der Feri EuroRating Services Platz eins der großen Gesellschaften. 53,8 Prozent der bewerteten Fonds von Goldman Sachs erzielten die Top-Ratingnoten A oder B. Noch im Vorjahr war diese Kapitalanlagegesellschaft lediglich auf Platz 18. Damit gibt Fidelity die Spitzenposition ab und belegt Platz zwei. Verbessern konnten sich außerdem Union Investment und Deka sowie Kepler-Fonds. Plätze eingebüßt haben u. a. Columbia Threadneedle, Comstage, Axa IM und Invesco. Auch unter den kleinen Gesellschaften gab es Verschiebungen, die jedoch weniger drastisch ausfallen. First State verbesserte sich von Platz fünf auf Platz eins; als einzige der untersuchten Gesellschaften weisen ihre bewerteten Fonds zu 100 Prozent das Feri Top- Rating auf. Comgest steigt auf Platz zwei ab. „Interessant ist, dass fast alle Positionen innerhalb der Top 10 der großen Gesellschaften einen höheren Anteil an Fonds mit Feri-Top-Rating aufweisen als im Vorjahr“, sagt Christian Michel, Direktor und Leiter Funds. Bei den kleineren Gesellschaften zeige sich hingegen ein gemisch- tes Bild. Hier wiesen mehrere der Top10-Positionen niedrigere Anteile als noch im Vorjahr auf. FERI Top-5 KAG Rating 2016, große Gesellschaften Gesamt Rang KAG Top Ratings Gesamt Anteil 1 Goldman Sachs AM 21 36 58,3 % 2 Fidelity 40 71 56,3 % 3 KEPLER-FONDS KAG 16 29 55,2 % 4 Union Investment 56 103 54,4 % 5 MFS 16 30 53,3 % FERI Top-5 KAG Rating 2016, kleine Gesellschaften Gesamt Rang KAG Top Ratings Gesamt Anteil 1 First State 11 11 100,0 % 2 Comgest 13 14 92,9 % 3 Flossbach & von Storch 8 10 80,0 % 4 ETF Securities 6 8 75,0 % 5 T Rowe Price Group 14 19 73,7 % 40 diebank 07.2016

Betriebswirtschaft Kompakt GEGENMASSNAHMEN ERFORDERLICH Drei Vierteln droht die Verlustzone ó Der private Bankensektor leidet stärker unter den Folgen der Finanzkrise als die Sparkassen und Genossenschaftsbanken: die beiden letzteren konnten ihren gemeinsamen Anteil am Nachsteuergewinn der Branche von 41 Prozent vor der Krise auf zuletzt 85 Prozent mehr als verdoppeln, belegt eine aktuelle Studie von McKinsey & Company. Niedrigzinsen, Digitalisierung und Regulierung setzen die Erträge für alle Banken unter Druck. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Berater, rutschen 75 Prozent der deutschen Institute in die Verlustzone. Die Digitalisierung verändere die Aussichten vor allem für standardisierte Produkte und Dienstleistungen, wo Sparkassen und Genossen traditionell einen Schwerpunkt haben. Um wieder eine Eigenkapitalrendite von sechs Prozent zu erreichen, was dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre entspricht, müssten die Institute entweder die Erträge um rund 30 Prozent steigern oder die Kosten um den gleichen Satz senken. Klassische Maßnahmen wie Filialschließungen reichten dabei nicht aus. McKinsey rät, Banken müssten sich für die Zukunft klarer festlegen, ob sie Versorger- oder Kundenbank sein wollen. Die Versorgerbank stellt Produkte und Services von anderen Finanzdienstleistern bereit, die Kundenbank hält den Kontakt zum direkten Kunden und versorgt ihn mit zusätzlichen Diensten, wie sie auch durch die Digitalisierung und Big Data möglich werden. BAYERNLB GOES EAST Mittelstandszentrum in China ó Ein zweites Mittelstandszentrum der BayernLB in China soll deutschen Unternehmen den Eintritt in den vielversprechenden Markt erleichtern. In Taicang, 50 Kilometer nordwestlich von Shanghai, bietet das neue German Centre (GC) auf rund 8.500 Quadratmetern ein umfassendes Raum- und Serviceangebot. Die Volksrepublik China sei für viele deutsche Firmen nach wie vor der wichtigste Auslandsmarkt. Die bayerische Bank wolle der deutschen Wirtschaft den Markteinstieg im Reich der Mitte erleichtern. Die Unternehmen profitieren dabei von den Kontakten des Managements zu chinesischen Behörden und Ämtern sowie vom aktiv geförderten Austausch im German-Centre-Netzwerk, erläuterte Firmenkundenvorstand Michael Bücker anlässlich der Eröffnung. Bei geringerem Wachstum müssten neue Märkte erschlossen und intensiv bearbeitet werden. Dafür ist ein Standort in der Region vor Ort notwendig. In Taicang befinden sich schon heute über 200 deutsche, überwiegend mittelständische Industriebetriebe. Allein seit Jahresbeginn wählten bereits wieder zwölf Firmen das neue German Centre als ihren Standort. ZAHL DER BEFÜRWORTER STEIGT Kupfergeld abschaffen ó Kanadier kennen das, die Niederländer ebenfalls, und auch in der kleinen deutschen Stadt Kleve sind die 1- und 2-Cent-Münzen neuerdings überflüssig. Stattdessen wird der Endbetrag einfach auf die nächstgelegene 5-Cent-Stufe auf- oder abgerundet. Die Niederrheiner setzen damit einen Trend, der vielen Deutschen laut Umfrage lieb wäre: Mehr als jeder Zweite sprach sich gegenüber dem Institut MyMarktforschung.de für die Abschaffung der kleinen Kupfermünzen und dem damit verbundenen Auf- und Abrunden des Endbetrags bei Barzahlungen aus. Die Zustimmung wuchs innerhalb des letzten Jahres um fast fünf auf jetzt 57,3 Prozent. Insbesondere bei den 30- bis 59-Jährigen stieg der Anteil der Befürworter. Hauptargumente sind dabei Platzgründe und verlängerte Bezahlvorgänge. Gleichzeitig wurde erhoben, wie die Befragten zum Bargeld stehen. Anders als ihre Nachbarn gelten die Deutschen als Bargeldfans. Alltägliche Einkäufe werden nach wie vor am liebsten bar gezahlt, bei teureren Einkäufen wird eher die Girocard eingesetzt. Ihr Einsatz legte zuletzt um 2,1 Prozentpunkte zu. Der Großteil der Befragten steht einer kompletten Abschaffung des Bargelds ablehnend gegenüber, gleichwohl kann sich mehr als ein Viertel dieses Szenario – zumindest teilweise – vorstellen. 07.2016 diebank 41

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