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die bank 07 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT gegangene

ó FINANZMARKT gegangene Zinsänderungsrisiken erhoben. Wie die BaFin auf ihrer Informationsveranstaltung zum SREP-Konzept der Aufsicht vom 4. Mai 2016 mitteilte, werden bereits im laufenden Jahr 2016 erstmalig rund 330 bereits benannte Banken einen entsprechenden Kapitalaufschlag erhalten. Auf Basis einer Allgemeinverfügung zum Zinsänderungsrisiko, die noch in diesem Jahr erlassen werden soll, werden dann diese zusätzlichen Kapitalanforderungen auch an die Banken gestellt werden, die 2016 noch keinen SREP-Zuschlag erhalten haben. 3 Konzeptionelle Grundlagen und wesentliche Annahmen der Untersuchung Vor diesem Hintergrund werden in der folgenden Analyse die Auswirkungen des Kapitalmarktumfelds auf das operative Ergebnis gleitender Benchmark-Strategien untersucht. Aufgrund der hohen Bedeutung für das operative Ergebnis wird dabei der Schwerpunkt auf die Zinsergebniswirkung gelegt. Grundsätzlich können darüber hinaus barwertige Effekte in die Untersuchung mit eingebunden werden; aus Veranschaulichungsgründen wird die Betrachtung diesbezüglich aber auf Risikoauswirkungen (in Form von Barwert-Sensitivitäten) begrenzt. Um die Auswirkungen auf die Benchmark-Strategien aufzuzeigen, wird eine Simulation der Ergebnisbeiträge bestehender Strategien unter Berücksichtigung unterschiedlicher Zinsszenarien durchgeführt. Der Simulationszeitraum erstreckt sich dabei über einen typischen mittelfristigen Planungshorizont von rund fünf Jahren. In der Analyse werden historische Marktdaten (auf Monatsbasis) von Ende Februar 2006 bis Ende Februar 2016 verwendet (Analysestichtag 29. Februar 2016). Darüber hinaus fließen folgende Benchmark-Strategien in die Betrachtung mit ein: ó Historisch gleitend ein, drei, fünf und zehn Jahre (GLD 1J, 3J, 5J und 10J) 2 Überblick Untersuchungsergebnisse (in Prozent) inklusive Zinsrisiko Datum Szenario GLD 1J GLD 3J GLD 5J GLD 10J Feb. 16 Dez. 16 Dez. 17 Dez. 18 Dez. 19 Dez. 20 Feb. 21 2 x GLD 5J (- GLD 1J) 2 x GLD 10J (- GLD 1J) GLD 10auf5J 2 x GLD 10auf 10J konstant 0,00 0,37 1,09 2,83 2,17 5,66 2,20 5,59 alte Welt 0,00 0,37 1,09 2,83 2,17 5,66 2,20 5,59 Verflachung 0,00 0,37 1,09 2,83 2,17 5,66 2,20 5,59 konstant -0,18 0,14 0,67 2,54 1,51 5,25 1,73 4,99 alte Welt -0,05 0,20 0,71 2,56 1,47 5,17 1,79 5,01 Verflachung -0,42 0,14 0,70 2,60 1,82 5,62 1,77 5,06 konstant -0,19 -0,07 0,41 2,14 1,02 4,47 1,22 4,17 alte Welt 0,28 0,22 0,61 2,24 0,94 4,20 1,46 4,28 Verflachung 0,24 0,16 0,60 2,30 0,96 4,36 1,45 4,34 konstant -0,19 -0,18 0,20 1,73 0,59 3,66 0,72 3,35 alte Welt 0,64 0,50 0,67 1,98 0,70 3,32 1,24 3,61 Verflachung 1,98 0,76 0,77 2,03 -0,44 2,07 1,37 3,66 konstant -0,19 -0,19 0,05 1,43 0,28 3,06 0,33 2,72 alte Welt 0,99 1,00 0,90 1,87 0,80 2,76 1,26 3,18 Verflachung 2,79 1,65 1,10 1,87 -0,59 0,96 1,46 3,17 konstant -0,19 -0,19 -0,02 1,18 0,14 2,55 0,00 2,18 alte Welt 1,35 1,51 1,32 1,88 1,30 2,42 1,44 2,90 Verflachung 2,32 2,24 1,46 1,77 0,60 1,22 1,55 2,78 konstant -0,19 -0,19 -0,03 1,16 0,13 2,51 -0,03 2,12 alte Welt 1,39 1,57 1,39 1,89 1,38 2,40 1,45 2,87 Verflachung 2,26 2,26 1,50 1,76 0,73 1,27 1,55 2,74 Zinsrisiko (Barwert-Sensitivität bei +/- 100 BP Zinsshift) 0,50 1,50 2,50 5,00 4,50 9,50 2,50 5,00 10 diebank 07.2016

FINANZMARKT ó ó Historisch zweifach gleitend fünf und zehn Jahre, jeweils refinanziert über gleitend ein Jahr (2 x GLD 5J und 10J) ó Strategiewechsel: • Von historisch gleitend zehn auf gleitend fünf Jahre (GLD 10 auf 5J) • Von historisch zweifach gleitend zehn auf gleitend zehn Jahre (2 x GLD 10 auf 10J) „Strategiewechsel“ in diesem Zusammenhang bezeichnet den Umstand, dass über den historisch gleitenden Horizont eine Umsetzung von hier exemplarisch betrachteten ein- bzw. zweifach gleitenden Zehn-Jahres-Strategien erfolgte; diese werden zu jeweils aktuellen Marktkonditionen auf ein geringeres Risiko heruntergefahren. Das nachfolgende Beispiel soll Vorgehen und grundsätzlichen Ergebniseffekt anhand einer Umstellung von GLD 10J auf GLD 5J erläutern ” 1: Bei der Umstellung wird der langlaufende Teil der ursprünglichen Strategie zu aktuellen Marktzinsen glattgestellt; gleichzeitig werden zum aktuellen Niveau Tranchen in bis zu fünf Jahren aufgebaut. Dabei werden Ergebnisbeiträge realisiert und historische, bereits bestehende mit neu aufgebauten Zinssätzen verrechnet. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld führt das dazu, dass auf der einen Seite die Glattstellung zu Marktzinsen nahe null Prozent erfolgt. Auf der anderen Seite heißt das auch, dass der Tranchenaufbau zu aktuellen niedrigen – in den entsprechenden Laufzeiten teilweise auch negativen – Niveaus erfolgt. Im Ergebnis liefert eine solche von GLD 10J auf GLD 5J umgestellte Strategie zum Stichtag einen (deutlich) höheren operativen Ergebnisbeitrag als historisch GLD 5J – bei vergleichbaren Risikopotenzialen. Die skizzierten Benchmark-Strategien werden simulativ vor dem Hintergrund unterschiedlicher möglicher Zinsentwicklungen untersucht. Dabei erfolgt zur Veranschaulichung eine Konzentration auf drei Szenarien, die den Diskussionsstand in den Steuerungserwägungen häufig widerspiegeln. Nachfolgend wird die jeweilige Zinsstruktur kurz vorgestellt: Dauerhafte Fortsetzung des aktuellen Umfelds („konstant“): Umsetzung anhand ab dem Analysestichtag (29. Februar 2016) über alle Laufzeitbänder und über den gesamten Simulationszeitraum hinweg konstant bleibender Zinsstrukturen. Das bedeutet negative Zinsen bis einschließlich fünf Jahre und Zehn- Jahres-Zinssätze weiterhin unter 0,5 Prozent. Rückkehr in das Umfeld vor der Staatsanleihen-Krise („alte Welt“): Umgesetzt anhand einer spiegelbildlichen Entwicklung des Zinsrückgangs der letzten fünf Jahre. Bis zum Ende des Simulationszeitraums steigen die Zinsen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve moderat auf ein Prozent und am langen stärker auf 3,5 Prozent (linearer Anstieg). Rückkehr von Inflation und konjunktureller Dynamik in 2017 („Verflachung“): Umgesetzt anhand einer Zinsstrukturkurvenentwicklung, die von 2017 bis Ende 2018 im Geldmarktbereich auf vier Prozent und im Zehn-Jahres-Bereich auf zwei Prozent ansteigt. Anschließend verflacht die Zinsstrukturkurve bis 2020 auf zwei Prozent über alle Laufzeitbänder. Ergebnisse der Untersuchung Eine vor zehn Jahren abgeschlossene GLD 10J-Strategie liefert aus heutiger Sicht einen Ergebnisbeitrag von 2,83 Prozent, zum Vergleich: 2 x GLD 10J erzielt zum gleichen Zeitpunkt einen Ertrag von 5,66 Prozent. Im Fall konstanter Zinsen über die nächsten Jahre generiert 2 x GLD 10J weiterhin den höchsten Ergebnisbeitrag, auch wenn der Rückgang mit rund 50 Prozent hier natürlich erheblich ausfällt. Kurzfristige Strategien (im Beispiel GLD 1J) liefern gegen Ende des Betrachtungshorizonts sogar negative Ergebnisse. Im Hinblick auf die beiden untersuchten Strategiewechsel zeigen sich verschiedene herauszustellende Aspekte. Zunächst einmal fällt deren Ergebnisbeitrag höher aus, als die jeweils historisch verfolgte (risikoärmere) Strategie: Ein Strategiewechsel von historisch 2 x GLD 10J auf GLD 10J liefert nach Umstellung mit 5,69 Prozent einen erheblich höheren Zinsergebnisbeitrag als GLD 10J (mit 2,83 Prozent). Die Umstellung auf Basis des aktuellen Marktzinsniveaus führt dazu, dass ein Haus, das eine solche Strategie die letzten zehn Jahre nachhaltig umgesetzt hat, zum jetzigen Niveau die noch ausstehenden Kupons „einlogged“. Das deutlich niedrigere Niveau von GLD 10J wird erst nach Auslauf dieser Kupons erreicht. Ein solcher Strategiewechsel ist daher bei dieser Zinsentwicklung mit einem relativ geringen Rückgang des Zinsergebnisses, gleichzeitig aber mit einer Halbierung des barwertigen Zinsrisikos verbunden ” 2. In der Analyse wird das Zinsrisiko über die Barwert-Sensitivität näherungsweise ermittelt. So halbiert sich beispielsweise das Zinsrisiko bei einem Wechsel von 2 x GLD 10J auf GLD 10J. Ein Haus, das beispielweise bei Umsetzung einer 2 x GLD 10J-Strategie über einen Zinsschock-Koeffizienten von 20 Prozent (Barwertverlust von +/- 200 BP / hEK) verfügt, halbiert nach einem Strategiewechsel auf GLD 10J diesen Zinsschock-Koeffizient auf zehn Prozent – bei gleichzeitig überschaubarem Ergebnisrückgang. In Summe zeigt sich, dass bei weiterhin niedrigen Renditen, vergleichbar zum aktuellen Niveau, das „geringste“ Ergebnisrisiko in langen, rollierenden Investitionen besteht. Je kürzer jedoch die Laufzeit, umso schneller trifft den Investor die „Niedrigzins-Keule“. Gleichzeitig wäre eine Reduzierung des Zinsrisikos (z.B. von historisch 2 x GLD 10J auf GLD 10J) mit relativ geringen Einbußen im operativen Zinsergebnis verbunden ” 3. Wesentlich hierfür ist, dass die gehebelte Strategie über den historisch gleitenden Zeitraum auch nachhaltig umgesetzt wur- 07.2016 diebank 11

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