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die bank 07 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

Nico Baader (Jahrgang

Nico Baader (Jahrgang 1970) gehört seit dem Jahr 2009 dem Vorstand der Baader Bank AG an. Im Zuge des Generationenwechsels hat er zum Juli 2015 den Vorstandsvorsitz des Instituts übernommen, das sein Vater vor über dreißig Jahren gegründet hat. Ersten Erfahrungen im elterlichen Börsenmaklergeschäft folgte die Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Bayerischen Vereinsbank in München. 1994 wählte er den Weg in die unternehmerische Selbst stän dig keit und gründete ein Beratungsunternehmen für IPOs, Investor Relations und Aktienresearch. Nach der Integration der Gesellschaft im Jahr 2000 in die damalige Baader Wertpapierhandelsbank AG, zeichnete Nico Baader für zahlreiche Bereiche im familieneigenen Konzern verantwortlich. 2008 trat er in die Geschäftsführung der Baader Service Bank GmbH ein, der damaligen Vollbank-Tochter der Baader Bank AG, die im Mai 2009 auf ihre Muttergesellschaft verschmolzen wurde. Gleichzeitig rückte Nico Baader in den Vorstand der Baader Bank AG auf. Er nimmt eine Vielzahl wesentlicher Mandate war, u. a. als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Helvea SA, Genf, als Mitglied des Börsenrats der EUREX, Frankfurt am Main, sowie als Mitglied des Börsenrats der FWB Frankfurter Wertpapierbörse. Aus ursprünglich zwei Mitarbeitern wurden bei der Baader Bank mittlerweile rund 470, die in Niederlassungen unter anderem in Frankfurt am Main, Genf, London, New York und Zürich tätig sind. Statt drei Aktien vor gut 30 Jahren werden jetzt über 800.000 Wertpapiere von der Baader Bank täglich quotiert. 8 diebank 7.2015

FINANZMARKT ó Langfristorientierung und antizyklisches Handeln BANKSTRATEGIE In der Baader Bank spielten langfristig und antizyklisch ausgerichtete Unternehmensentscheidungen oftmals eine herausragende Rolle. Durch strukturell veränderte Marktbedingungen hat das Institut vor vier Jahren begonnen, das Geschäftsmodell auf eine breitere Basis zu stellen und das traditionelle Makler- Geschäft durch ein fokussiertes Investment Banking zu ergänzen. Nico Baader Keywords: Geschäftsmodelle, Strategie, Investment Banking Es war eine ganz einfache Idee, die vor gut 30 Jahren zur Gründung des Vorläufers der heutigen Baader Bank führte. Als Leiter des Auslandsaktienhandels der Bayerischen Landesbank ärgerte sich Uto Baader, dass praktisch alle Aktienkauf- und Verkaufsaufträge für Auslandswerte der Anleger jeweils einzeln an die jeweiligen US-Broker gingen und diese dafür hohe Gebühren kassierten. Es gab aber eine Alternative. Um diese Orders gesammelt und kostengünstig an einer deutschen Börse ausführen zu können, entstand die Idee, an der Bayerischen Börse in München als Freimakler den Handel von Auslandsaktien und deren Notierung in DM zu starten. Das nötige Kapital, um eine Maklerlizenz zu erhalten, kam teilweise von Geschäftsfreunden. Die kleine „Firma Baader“ bestand anfänglich aus zwei Personen, Uto Baader und seiner Frau. Regelmäßig half auch der Sohn Nico Baader nach der Schule bei der Abwicklung der Wertpapieraufträge. Zu Beginn der Tätigkeit des Freimaklers Uto Baader, wurden lediglich drei amerikanische Aktien – ATT, Comsat und Westinghouse – gehandelt. Die Idee kam bei den vermittelnden Banken und deren Kunden hervorragend an. In wenigen Jahren etablierte sich in München ein sehr aktiver Handelsplatz für ausländische Aktien. Vom Nischenanbieter zur Vollbank Aus der Nische Auslandsaktien kam die noch junge Firma relativ schnell heraus, und es wurden im Laufe der Jahre auch deutsche Aktien gehandelt. Deutsche Börsen, wie beispielsweise die Frankfurter Wertpapierbörse, beauftragten das Haus mit der Skontroführung für ausgewählte Aktien. Das Geschäft wuchs beständig und war profitabel, teilweise – in Zeiten des Neuen Markts mit seinen vielen Börsengängen – sogar sehr profitabel. Die günstige Entwicklung wurde genutzt, um aus strategischen Gründen den einen oder anderen Wettbewerber zu übernehmen oder dessen Skontren zu kaufen. Mittlerweile war das Institut der wohl finanziell stärkste Marktteilnehmer und nutzte die strukturellen Marktveränderungen zum Erwerb von Marktanteilen und zum Ausbau der Zahl der gehandelten Titel. Bei der Entscheidung für einen Erwerb standen immer die längerfristigen Perspektiven im Vordergrund. Es blieb nicht bei Aktien – sukzessive und mit langem Atem wurden Orderbücher von Zertifikaten und Anleihen erworben. Eine deutliche Zäsur für das ertragsstarke Makler-Geschäft brachte die Einführung des elektronischen XETRA-Handels der Deutschen Börse im Jahr 1997. Die Plattform konzentrierte sich auf die Handelsaufträge institutioneller Anleger und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der effizientesten Handelsplattformen der Welt. Folglich gingen mehr Wertpapieraufträge den vollelektronischen Weg. Die Makler an der Frankfurter Wertpapierbörse und an anderen Regionalbörsen verzeichneten parallel einen entsprechenden Umsatz- und damit Ertragsrückgang. Neue Wettbewerber traten auf den Plan, nachdem die Europäische Union mit der Finanzmarktregulierungsrichtline MiFID im November 2007 neben den Börsen weitere Handelsplattformen mit geringeren Transparenzvorschriften erlaubt hatte. Dies waren außerbörsliche Systeme, die den Handel zwischen zwei oder mehreren Partnern möglich machten. Die daraufhin entstandenen Plattformen haben erheblich zur Fragmentierung der Handelsliquidität beigetragen. Erschwert wurde das Geschäft durch die Aktienabstinenz deutscher privater Anleger infolge des Platzens der Blase am Neuen Markt. Diese wird häufig als fehlende Aktienkultur bezeichnet. Dass sich viele institutionelle Anleger, speziell die Versicherungsunternehmen, nur noch in relativ geringem Umfang in Aktien engagierten, hatte ebenfalls einen negativen Einfluss. Daneben präferierten die privaten Anleger größere Flexibilität bei der Auftragsabwicklung. Sie nutzten die Möglichkeit, nach dem offiziellen Börsenschluss oder teilweise auch am Wochenende „außerbörslich“ über ihre Online-Bankverbindung die Aufträge zu platzieren. Diesem Trend stellte sich die Baader Bank erst einige Jahre später, da sie von den Vorteilen einer regulierten und staatlich überwachten Börsenstruktur überzeugt war und weiterhin ist. 7.2015 diebank 9

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