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die bank 07 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

VIELE UNTERNEHMEN WARTEN

VIELE UNTERNEHMEN WARTEN AUFS GELD Das Kreuz mit dem Zahlungsziel ó Wirtschaftliche Schwierigkeiten schlagen sich bei den Unternehmen ganz schnell in Liquiditätsproblemen nieder. In der Folge lassen sie sich mit der Bezahlung offener Rechnung länger Zeit. So haben in der Region Asien-Pazifik im vergangenen Jahr 70 Prozent der Unternehmen Zahlungsverzögerungen erlitten – das ist der höchste Wert seit drei Jahren. Und die ausstehenden Beträge werden zunehmend höher, bestätigen die betroffenen Unternehmen. Die Zahlen hat der Kreditversicherer Coface in einer Befragung von rund 2700 Unternehmen in acht Ländern festgestellt. Besonders betroffen sind Unternehmen in China, Indien, Hongkong und Thailand. Allerdings kann man daraus nicht auf den gesamten asiatisch-pazifischen Raum schließen, denn in Australien, Japan, Singapur und Taiwan hat sich das Zahlungsverhalten im gleichen Zeitraum verbessert. Allerdings blieb in China mit 80 Prozent der Anteil von Unternehmen, die Zahlungsverzögerungen verbuchen mussten, sehr hoch. Aufgrund der hohen Verschuldung der Unternehmen, der hohen Finanzierungskosten und der geringen Rentabilität einiger Branchen ist auch der Ausblick für die chinesische Wirtschaft 2015 verhalten. Coface bleibt deshalb in der Risikopolitik vorsichtig in Branchen und Bereichen mit Überkapazitäten, wie zum Beispiel Eisen, Stahl, Zement, Schiffbau, Aluminium, Bauglas, Kohleabbau, Papier und Druck. MODERNE BEZAHLLÖSUNGEN Am Ende entscheidet der Kunde ó In Deutschland sind elektronische Bezahllösungen zwar weit verbreitet, aber alleinige Praxis ist die Nutzung kartenbasierter Zahlungsverfahren längst noch nicht. Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme (bis Jahresbeginn 2015 „Initiative GeldKarte“) fördert nun bereits seit zehn Jahren Aufklärungsarbeit im Bereich elektronischer Zahlung, initiiert Anstöße, wie girocard, GeldKarte und girogo vermehrt Einzug in den Alltag erhalten können, und wie man die Akzeptanz und Offenheit gegenüber modernen Bezahllösungen weiter steigern könnte. Auf der Geburtstagsfeier in Berlin betonte Jens Koeppen, Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda, dass nicht die Politik, sondern der Kunde mit seiner Nachfrage entscheiden werde, welches System sich durchsetze oder ob sich ein Nebeneinander verschiedener Innovationen langfristig etabliere. Auf dem Parlamentarischen Abend der Initiative wurde nicht nur die zehnjährige Geschichte ins Visier genommen. Panelisten und Gäste diskutierten auch offen darüber, welchen Beitrag der Verein in der kommenden Dekade für eine bargeldlose Gesellschaft leisten könne. Im Mittelpunkt steht dabei der Ansatz, die Akzeptanz von Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft zu erhöhen. Gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik will die Initiative auch künftig Impulse für die Digitalisierung der Zahlungswirtschaft setzen. ZAHL DER UNTERNEHMENSINSOLVENZEN WIRD VON DER UKRAINE-KRISE BEEINFLUSST Deutsche Wirtschaft: Geringste Pleiten-Quote seit 15 Jahren ó Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa ist erstmals seit dem Ausbruch der Finanzkrise deutlich gesunken. In den EU- 15-Ländern zuzüglich Norwegen und der Schweiz wurden 2014 insgesamt 179.662 Pleiten registriert, das sind 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Eurozone sank die Zahl der Insolvenzen um 4,6 Prozent auf 147.649 Fälle – aber auch diese Zahl ist noch höher als Vergleichswerte aus der Vor-Krisenzeit. Während sich die Lage in den meisten Ländern entspannte – sieben Länder verzeichneten sogar einen Rückgang um zweistellige Prozentwerte – gab es in Italien signifikant mehr Unternehmenspleiten. Deutschland hingegen verzeichnete den niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Die jahrelange Wirtschaftsund Finanzkrise ist in den GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien) deutlich spürbar; ihr Anteil an allen westeuropäischen Unternehmensinsolvenzen hat sich von 2008 bis 2014 von 9,0 auf 17,4 Prozent nahezu verdoppelt. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Unternehmen in Westeuropa schwankt zwischen 27,4 Prozent (GIIPS-Länder) und 47,7 Prozent (Großbritannien). Insgesamt gilt noch knapp ein Viertel der westeuropäischen Unternehmen mit einer Quote von unter zehn Prozent als eigenkapitalschwach. In den osteuropäischen Ländern stiegen die Insolvenzen unterdessen auf einen neuen Höchststand. Eine Ursache dafür ist der Russland- Ukraine-Konflikt. In der Ukraine selbst nahm die Zahl der Pleiten binnen eines Jahres um 99,7 Prozent zu, aber auch Russland musste einen Anstieg um mehr als zehn Prozent hinnehmen. Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in ausgewählten Ländern: Index (2007 = 100) 350 300 250 200 150 100 50 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 *Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien. Quelle: Creditreform. Benelux Skandinavien Deutschland Frankreich Großbritannien GIIPS* Österreich/ Schweiz 40 diebank 7.2015

Betriebswirtschaft Kompakt KEIN GRUND FÜR KONKUNKTURELLE SKEPSIS Gedämpftes Wirtschaftswachstum ó Steigende Einzelhandelsumsätze deuten darauf hin, dass vom privaten Verbrauch positive Impulse auf das deutsche Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2015 ausgingen. Allianz Research hat alle derzeit für Q1 verfügbaren Konjunkturdaten ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass sich nur ein mäßiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal zeige. So stieg die Industrieproduktion gegenüber dem Schlussquartal 2014 lediglich um 0,2 Prozent an, bedingt durch einen leichten Rückgang im März. Im gesamten Produzierenden Gewerbe betrug das Plus gegenüber dem Vorquartal – insbesondere dank einer deutlichen Ausweitung der Bautätigkeit – (saisonbereinigt) immerhin rund 0,5 Prozent. Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaft im Q1 um maximal 0,4 Prozent gewachsen sein. Die Analysten sehen aber im Ausblick auf das zweite Quartal keinen Grund für konjunkturelle Skepsis. Veränderungen im Außenwert des Euro schlagen sich ihrer Erfahrung nach erst mit einer gewissen Verzögerung im Export nieder. So dürfte die kräftige Abwertung des Euro seit Mitte vergangenen Jahres deutliche Impulse für die Ausfuhr bringen, auch wenn sich der Außenwert des Euro zuletzt wieder stabilisiert hat. Die sehr günstige Einkommensentwicklung der privaten Haushalte und die positive Ertragslage der Unternehmen würden weiterhin beschleunigend auf die Binnenkonjunktur wirken. „VERSCHULDUNG GEHÖRT ZUM LEBEN DAZU“ Schuldner- statt Sparerland ó Schulden machen gilt einerseits als üblich, wird aber dennoch als sehr riskant angesehen, urteilen Verbraucher laut einer aktuellen Emnid-Studie für den Forderungsmanager Kruk Deutschland. Jeder fünfte Deutsche befand sich schon einmal in der Situation, Schulden nicht zurückzahlen zu können. Das Thema hat ein großes Stück von seinem Tabu verloren. Nur 43 Prozent verbinden Schulden mit Gefühlen wie Scham oder Erniedrigung (37 Prozent). Vier von zehn Befragten sind sogar der Meinung, dass es normal sei, Rechnungen oder Kreditraten nicht rechtzeitig zu bezahlen. Das Bild von Deutschland als Nation der Sparer gilt vor allem bei der jüngeren Generation offenbar nicht mehr. Unter 30-Jährige gehen zu 73 Prozent davon aus, dass Verschuldung heute zum Leben dazugehört. Immerhin sind noch 67 Prozent aller Befragten der Meinung, dass Kredite „sehr riskant“ seien. Die häufigste Begründung dafür: Kredite verursachten Stress und Angst. 15 Prozent aller Befragten sehen Überschuldung im Charakter der Schuldner begründet, etwa durch die Unfähigkeit zum Verzicht. TREIBERBASIERTE PLANUNG Know-how noch ausbaufähig ó Bei der sogenannten treiberbasierten Planung fokussieren sich Unternehmen auf die Treiber des eigenen Geschäfts. Dazu werden in einem Planungsmodell monetäre und nicht-monetäre Einflussgrößen (Treiber) und deren Auswirkungen auf Unternehmensergebnisse beschrieben. Durch die Anpassung dieser Treiber werden die Veränderungen im Geschäft transparent und schnell abgebildet. Aber wie bekannt ist dieser Planungsansatz im Markt? Ein aktueller Reality Check von BARC und der Thinking Networks AG zeigt, was die Etablierung des treiberbasierten Planungsansatzes im deutschsprachigen Markt noch hemmt. Fast der Hälfte der Befragten fehlt das inhaltliche und konzeptionelle Know-how, und etwas mehr als ein Drittel zögert aufgrund von organisatorischen Hindernissen. Mehr als zwei Drittel aller Befragten, die die Einführung der treiberbasieren Planung noch diskutieren, wünschen eine inhaltliche und konzeptionelle Unterstützung. Auch scheint das Gros der aktuell eingesetzten Softwarelösungen noch nicht reif zu sein für die Treiberbasierte Planung, zwei Drittel der befragten Anwender sehen darin Probleme. Für die Studie wurden Business-Intelligence-Profis im gesamten deutschsprachigen Raum befragt. 7.2015 diebank 41

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