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die bank 07 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

Banking News PRIVATE

Banking News PRIVATE BANKEN VS. FINTECHS Gleiche Regeln für alle Spieler ó Hohe regulatorische Anforderungen, niedrige Zinsen und neue Wettbewerber belasten die Banken. FinTechs ergänzen oder ersetzen das Angebot der Banken oder handeln als Intermediär zwischen Kunde und Bank. Gemäß einem Positionspapier des Bankenverbands sehen die Institute durchaus Möglichkeiten für Synergien und Kostensenkungen. Eine aktuelle Expertenbefragung der GFT Group zeichnet das Bild einer Bankenbranche, die die Digitalisierung aktiv angeht: 83 Prozent arbeiten an ihrer Strategie oder haben Projekte gestartet; sieben Prozent sind bereits mit einem Komplettangebot am Markt. Deutsche Banken setzen sogar stärker als ihre globalen Wettbewerber auf die Kooperation mit FinTechs (56 zu 36 Prozent). Etliche Geschäftsmodelle von FinTechs basieren darauf, die technische Banken-Infrastruktur zu nutzen, eine kostenintensive Plattform, die höchsten Sicherheitsanforderungen genügt. Banken ermöglichen somit oft erst bestimmte Start-up-Geschäftsmodelle – die also mit einem Ticket fahren, das sie nicht bezahlt haben. Andererseits leisten FinTechs, die mit eigenen Produkten und Dienstleistungen in den Wettbewerb zu tradierten Anbietern und Geschäftsmodellen treten, wichtige Impulse für die Entwicklung der Branche. Weil Banken jedoch per se strenger reguliert werden als andere Marktteilnehmer, fordern die privaten Banken, dass gleiches Geschäft den gleichen Regeln unterliegen müsse. FÜR DEN ABBAU VON BÜROKRATIE Europa zieht die Zügel an ó Die EU-Kommission will mit der neuen Agenda für bessere Rechtsetzung gewährleisten, dass nur noch solche Vorschriften beschlossen werden, die praxistauglich sind und diejenigen, die sie befolgen, nicht überlasten. Dazu werden künftig schon während ihrer Entstehung die Folgen neuer Gesetze durch einen unabhängigen Ausschuss für Regulierungskontrolle sowie eine inter-institutionelle Vereinbarung mit Parlament und Rat kontrolliert. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) begrüßt diese Idee, um die bürokratische Belastung für die Zukunft einzudämmen, vermisst allerdings einen Ansatz zum Abbau von bereits bestehenden bürokratischen Belastungen. Aus Sicht der DK ist vor allem das Ziel der EU-Kommission, den Mitgliedstaaten eine Kennzeichnungspflicht für die Fälle vorzuschreiben, in denen nationale Gesetzgeber auf europäische Regelungen weitere Vorschriften „aufsatteln (sog. Gold Plating), sehr zu begrüßen. Eine einheitliche Kennzeichnung würde deutlich machen, welche Mitgliedstaaten europäische Vorgaben dazu nutzen, weitere bürokratische Hürden aufzubauen. Die Vereinbarung hilft aus Sicht der DK vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland, die unter den Lasten der überbordenden Bankenregulierung ganz besonders zu leiden haben. SCHUL|BANKER-WETTBEWERB 2015 „Turbo-Bank“ flitzte allen davon ó Sie konnten am besten kalkulieren, ihr Budget einschätzen, Kredite vergeben, Zinsen festlegen. Die Schüler des Heisenberg-Gymnasiums aus Hamburg hatten mit ihrer „Turbo-Bank“ die Nase ganz vorn und sind Sieger von SCHUL|BANKER 2015, dem Planspiel des Bankenverbands. Platz 2 erkämpfte das Gymnasium Andreanum aus Hildesheim, dritter Sieger wurde das Team des Gymnasiums Julianum aus Helmstedt. Die Siegerteams freuten sich über Geldpreise in Höhe von 4.000, 3.000 und 2.000 €. Das spannende Finale zwischen den 19 besten virtuellen Banken wurde live in Potsdam ausgetragen, die Preisverleihung fand anschließend in Berlin statt. Dabei gratulierte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, den Finalisten. Sie alle hätten während der Wettbewerbsmonate großartiges Engagement, Begeisterung, Siegeswillen und Unternehmergeist gezeigt. Gleichzeitig konnten die Schüler lernen, wie eine Bank funktioniert. SCHUL|BANKER habe zum Ziel, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen Schule und Wirtschaft zu schlagen, so Kemmer. 22 diebank 7.2015

MARKENKONTAKTPUNKTE Nur bekannt sein reicht nicht ó Wie nutzen Banken ihre Marke zur Differenzierung, wo und wie werden sie von den Kunden wahrgenommen? Diese Fragen standen im Zentrum einer Studie über Markenkontaktpunkte, in der die zehn größten Finanzdienstleister in Deutschland untersucht wurden. Die Formel „Neuer Claim, neue Werbekampagne = mehr Kunden“ funktioniere nicht mehr, erläutert Christoph Hack von der Managementberatung BrandTrust. Gerade einmal 17 Prozent der Befragten nannten Werbung als Entscheidungsgrund für eine Bank. Die massive Imagekampagne der Commerzbank beispielsweise wurde von 21 Prozent der Befragten realisiert, aber in Sachen Attraktivität erhielt die Bank den zweitschlechtesten Wert dieser Studie. Nur zwei Prozent nannten Werbung als Stimulation für erneute Nutzung eines Finanzdienstleisters. Die Webseite einer Bank nimmt immerhin ein Drittel der Befragten wahr, Kundenmagazine hingegen sind mit vier Prozent Nennung quasi bedeutungslos für die Markenwahrnehmung. Bekanntheit alleine reicht nicht als Messlatte für die Markenperformance, zeigt auch das Beispiel der Deutschen Bank. Sie verfüge zwar über die zweihöchste Bekanntheit, landete aber durch geringe Attraktivität zusammen mit Postbank und Commerzbank im „Out Brand“-Sektor der Umfrage. Darunter, als „No Brand“ mit den niedrigsten Bekanntheits- und Attraktivitätswerten lag nur noch die HypoVereinsbank. BIG-DATA-MANAGEMENT Chancen für die Banken ó Welche Möglichkeiten bietet die Analyse großer, komplexer Datenbestände für Banken? Die Methoden des Big-Data-Managements können bei der Bewältigung der regulatorischen Anforderungen eine wichtige Rolle spielen. Die Fidor Bank zeigte im Rahmen einer Veranstaltung in Frankfurt, wie Big Data bei der Risikobeurteilung von Krediten Mehrwerte generieren kann. Dabei ließ sich die Kreditausfallrate durch die Berücksichtigung interner Informationen auf 0,4 Prozent reduzieren. Kreditnehmer, die innerhalb der bankeigenen Community ein hohes Maß an Engagement und Kompetenz – gemessen durch das sog. „Community Karma“ – zeigen, erhalten einen geringeren Risikoaufschlag. Muster auf Basis der entsprechenden Massendaten finden im internen Scoring Berücksichtigung. Die Zuspielung externer Daten dagegen habe keine höhere Trennschärfe gezeigt. Ähnliche Ergebnisse sind auch von Kreditech, einem Technologie-Anbieter für Consumer Finance, bekannt, der eine eigene Big-Data-Kreditscore-Technologie entwickelt hat, die als Grundlage des Kreditvergabeprozesses dient. Das System versorgt den firmeneigenen, selbstlernenden Scoring- Algorithmus mit Big Data aus 20.000 Datenpunkten, insbesondere aus den sozialen Netzwerken. Dadurch sollen Kunden in Märkten gewonnen werden, die – wie in vielen Schwellenländern – lediglich über eingeschränkten Zugang zu einer Bank verfügen. BANKENSTUDIE PROGNOSTIZIERT ERTRAGSRÜCKGANG BIS ZU 25 PROZENT IN FÜNF JAHREN Großbanken: zu wenig Gewinn, zu viele Filialen ó Die Erträge der deutschen Banken im Privatkundengeschäft könnten in den nächsten fünf Jahren um bis zu 25 Prozent sinken. Eine Analyse deutscher Großbanken von der Boston Consulting Group (BCG) kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Banken in Summe knapp zehn Mrd. € zu wenig Gewinn erzielt haben, um tatsächlich wertschaffend zu sein. Die bisherigen Geschäftsmodelle etablierter Banken tragen nicht mehr, und es dürfe kein „Weiter so“ für deutsche Banken mehr geben, lautet das Fazit der Berater. Sie sehen die wesentlichen Ursachen für diese Entwicklung im anhaltend niedrigen Zinsniveau, in neuen, innovativen Marktteilnehmern sowie in regulatorischen Vorgaben, die Einschnitte in die Gebührenstrukturen der Banken bedeuten. Gleichzeitig bleiben die Banken durch inflationsbedingte Kosten unter Druck und sehen sich gezwungen, mehr in die Digitalisierung zu investieren. Weil sie in den vergangenen Jahren viel Geld durch Kostensenkungsprogramme gespart haben, konnten viele Banken den inflationsbedingten und regulatorischen Kostenanstieg bisher nahezu ausgleichen. Streben die Banken allerdings dauerhaft ein strukturell niedrigeres Kostenniveau an, dann kommen sie an einer tiefgreifenden Transformation nicht vorbei, so BCG. Neben der Automatisierung von Prozessen werde die Digitalisierung von Beratungsleistungen massiv an Bedeutung gewinnen. Das veränderte Kundenverhalten könnte in den kommenden Jahren jede zweite Filiale überflüssig machen, schätzen die Berater. In Sachen Produkte können sich Banken heute nur noch über den Preis oder innovative Serviceleistungen abgrenzen. Mithilfe der Digitalisierung könne man gleichzeitig den Kundennutzen und die Effizienz steigern. Dazu sollten die etablierten Banken ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle fundamental ändern. Zudem sähen sich die Banken weiterhin mit einer wachsenden Anzahl regulatorischer Auflagen und Prüfungen konfrontiert. Verstöße hätten harte Sanktionen zur Folge. Mit diesen Risiken sollten die Banken proaktiv umgehen, die Schaffung der ‚gläsernen Bank‘ bewusst vorantreiben und die zunehmende Transparenz als strategische Chance begreifen, heißt es in der Studie. Aber diese Veränderungen brauchten Zeit. Banken, die sich nicht rechtzeitig auf die neuen Anforderungen einstellen, würden zunehmend Marktanteile verlieren und an Profitabilität einbüßen, warnen die Studienautoren. 7.2015 diebank 23

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