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die bank 06 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BETRIEBSWIRTSCHAFT

ó BETRIEBSWIRTSCHAFT rechnen zu können, ist es erforderlich, Daten des Geschäftsabschlusses nachzuhalten und zu archivieren. Dies wiederum bedeutet, dass z. B. für die Erstanwendung ein 12-Monats-Expected-Loss basierend auf den historischen Daten ermittelt werden muss. Zusätzlich benötigen die neuen Expected-Loss-Modelle neue Attribute und Merkmale, die von den Systemen generiert werden müssen. Herausforderung dabei ist, dass bestehende Quellsysteme oftmals nur mit sehr großem Aufwand erweitert werden können bzw. die Einführung neuer Systeme sehr kostenintensiv ist. In der Praxis zeigt sich, dass oftmals aufwendige 1 Vorgehen zur Klassizierung von finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 9 2 Geschäftsmodell „Halten“? Geschäftsmodell „Halten & Verkaufen“? Liegen ausschließlich Zins- und Tilgungsströme vor (CCC-Kriterium erfüllt)? Wurde die Fair-Value-Option angewendet? Amortized Cost Fremdkapitalinstrumente FVOCI (mit Recycling) Übersicht zum neuen Impairment-Modell Kreditqualität Risikovorsorge Zinserträge Derivate FVP & L Drei-Stufen-Modell für Wertminderungsbilanzierung Stufe 1 geringes Ausfallrisiko 12-Monats-Expected- Credit-Losses Bruttobuchwert (Gross-Carrying Amount) Wesentlicher Anstieg des Kreditrisikos Datenabstimmungen noch immer manuell vorgenommen werden, um die erforderliche Qualität und somit Aussagekraft der Modelle sicherzustellen. Stufe 2 hohes Ausfallrisiko Lifetime-Expected- Credit-Loss Bruttobuchwert (Gross-Carrying Amount) Eigenkapitalinstrumente Handelsabsicht? Anwendung des FVOCI-Wahlrechts? FVOCI (ohne Recycling) Stufe 3 Auswahl von Kreditgeschäften Lifetime-Expected- Credit-Loss Nettobuchwert (fortgeführte Anschaffungskosten nach Risikovorsorge) Objektive Hinweise auf Wertminderung Interne und Externe Berichterstattung Die Offenlegungsanforderungen nach IFRS 9 für das interne und externe Reporting sind vielfältig. Um die Anforderungen zu erfüllen und die benötigten Informationen für das Reporting zur Verfügung zu stellen, müssen die bestehenden Systeme, Prozesse und Schnittstellen angepasst werden. Nicht verfügbare Daten-Effekte aufgrund von Parameteränderungen, Restrukturierungen, signifikanten Vertragsanpassungen oder Wanderungen zwischen Impairment-Stufen müssen neu erhoben werden. In Hinblick auf das externe Reporting ist es dabei besonders wichtig zu klären, welche Informationen in der Finanzberichterstattung zwingend erforderlich oder ob alle notwendigen Daten verfügbar sind. Das interne Reporting hingegen steht vor der Herausforderung zu klären, welche Informationen vom Top-Management für seine Entscheidungsfindung benötigt werden und ob das interne Reporting nach ggf. erfolgter Überarbeitung der Geschäftsmodelle noch im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens ist. Transformationsansatz Banken und Finanzinstitute sollten zunächst mögliche Implikationen der IFRS 9-Einführung mit Vor- und Nachteilen sowie Risiken analysieren und bewerten, bevor mit der fachlichen und technischen Implementierung begonnen werden kann. Dabei stellt ein vierstufiger Phasenansatz zur Sicherstellung der Compliance und Generierung von Wertsteigerungen eine sinnvolle Vorgehensweise dar, der zudem Ressourcen und Mittel schont. ó Phase 1: Scan. Zielsetzung ist, ein klares Verständnis über die vorhandenen Strukturen zu erhalten. Dabei steht die Erhebung der IST-Situation von Geschäftsmodell, Organisation, Prozessen und Datenarchitektur im Vordergrund. Bereits in dieser Phase sollte die Erarbeitung eines Architecture Blueprints erfolgen, um die architektonischen Rahmenbedingungen festzulegen und Guiding Principles aufzustellen. ó Phase 2: Fokus. Die Phase dient der Erstellung des IFRS 9-Zielbilds für Risiko- und Finanzfunktionen im Unternehmen. Zusätzlich wird die 46 diebank 06.2016

BETRIEBSWIRTSCHAFT ó Transformationsstrategie verabschiedet und mit der Detaillierung der fachlichen Anforderungen u. a. für die Expected-Loss-Modelle, Buchungslogiken, Architekturkomponenten, Prozesse, Organisation und Definition der Datenanforderungen begonnen. ó Phase 3: Act. Basierend auf der Teststrategie und den Anforderungen aus den Fachkonzepten wird die Implementierung gestartet. Schwerpunkt der Phase ist die Einbindung der Fachabteilungen, um die Prozesse während der Umsetzung vorzubereiten. Vordergründig erfolgt die Implementierung des Zielbilds, bestehend aus Architekturkomponenten und Applikationen. ó Phase 4: Reporting. Um einen reibungslosen Go-Live zu gewährleisten, werden in der letzten Phase Optimierungsansätze erarbeitet, d. h. es werden etwaige Methodenanpassungen vorgenommen oder Auswertungen durchgeführt, um mögliche Abweichungen beim Go-Live zu eruieren und zu beheben. Darüber hinaus werden ggf. erforderliche Anpassungen an den Organisationsund Governance- Funktionen vorgenommen ” 3. Wesentliche Erfolgsfaktoren Im Rahmen des Phasenmodells müssen eine Vielzahl komplexer Fragestellungen beantwortet und ein ganzheitlicher Vorgehensansatz sichergestellt werden. Nachfolgend werden die wichtigsten Erfolgsfaktoren identifiziert. Für das jeweilige Institut muss eine effiziente Systemarchitektur für die IFRS 9-Lösung definiert werden, welche sich bestmöglich der bestehenden Infrastruktur anpasst. Bei der Auswahl von Systemen und Software sind wichtige Entscheidungen hinsichtlich Kompatibilität, Anpassungsmöglichkeiten und lokaler bzw. zentrale Implementierung zu treffen. Frühzeitige Einbindung der Lokationen Bei globalen Instituten oder Unternehmen ist es essenziell, die Lokationen frühzeitig einzubinden, um die landespezifischen Anforderungen zu identifizieren und in die Lösungsfindung mit einzubeziehen. Dies gilt vor allem, wenn eine zentrale Lösung für IFRS 9 angedacht ist. Um der dadurch entstehenden Komplexität Rechnung zu tragen, muss genügend Zeit für die Abstimmung mit den Lokationen in der Design- und Implementierungsphase (Fokus und Act) eingeplant werden. Adequates Datamanagement, Data Governance und Data Quality Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist der Aufbau eines geeigneten Datenmanagements mit einheitlicher Funktionssprache, Datenqualität und Datengovernance. Hier empfiehlt es sich, einen Quality Gate Keeper zu installieren, der ausschließlich die Erfüllung der Datenstandards und Datenqualität sicherstellt. Dieser Gate Keeper sollte zudem die einheitliche Behandlung unterschiedlicher Datenstandards gewährleisten und darauf achten, dass Validierungen von Daten entlang des gesamten Prozesses technisch unterstützt werden. Dadurch wird die Aussagekraft der Daten verbessert und aufwendige manuelle Abstimmungen obsolet. Zusätzlich sinkt die Fehleranfälligkeit. Transformationsmanager In großen Unternehmen empfiehlt sich die Etablierung von sogenannten „Transformationsmanagern“, die das Bindeglied zwischen Projekt und Fachbereich darstellen. Diese Rolle übernehmen üblicherweise Vertreter aus den Fachbereichen, die in ihrer Funktion an regelmäßigen Gesprächsrunden teilnehmen, den Informationsfluss in beide Richtungen aufrechterhalten, Anforderungen an das Projekt übermitteln und die spätere Umsetzung in der Linie sicherstellen. Eine frühzeitige und fortlaufende Einbindung des Wirtschaftsprüfers sollte angestrebt werden, um mögliche Konse- Fachtagung Die Reform der Investmentbesteuerung Was kommt auf die Banken zu? Die Referenten Herr RA Joachim Dahm (Bundesverband deutscher Banken e. V.), Frau Anne-Kathrin Watzlaw (Commerzbank AG), Herr Stephan Dankert (Bankhaus Lampe KG) und Herr Johannes Lofing (WM Datenservice) geben einen praxisorientierten Überblick über die zu erwartende Investmentsteuerreform und ihre Auswirkungen auf die Abwicklung der Kapitalertragsbesteuerung und -abführung. 2. Juni 2016 in Köln Jetzt anmelden events@ bank-verlag.de Information und Anmeldung: Stefan Lödorf | 0221/5490-133 events@bank-verlag.de www.compliancefachtagung.de 06.2016 diebank 47 Bank-Verlag GmbH Wendelinstraße 1 | 50933 Köln

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