Aufrufe
vor 11 Monaten

die bank 06 // 2016

  • Text
  • Banken
  • Unternehmen
  • Diebank
  • Digitalisierung
  • Mitarbeiter
  • Institute
  • Digitale
  • Anforderungen
  • Deutschen
  • Prozesse
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT bei einem

ó FINANZMARKT bei einem Aktien-ETF, um eine ausreichende Handelbarkeit für Anleger auch bei unterschiedlich hoher Liquidität zu gewährleisten. Der Vergleich mit einem Aktien-ETF verdeutlicht den Unterschied: Von jedem Unternehmen existiert in der Regel nur eine Aktie. Die Fondsgesellschaft könnte nun bei großen Indizes wie dem MSCI World entscheiden, in einem Aktien-ETF aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Vereinfachung nicht alle Aktien zu kaufen. Dabei spricht man von einem Sampling, mit dem aber dennoch die Indexrendite so genau wie möglich erreicht werden soll. Bei einem Renten-Index spielen jedoch noch weit mehr Faktoren eine Rolle. Bond-ETF umfassen in der Regel um ein Vielfaches mehr Titel als Aktien- Pendants. Von einem einzelnen Unternehmen sind teilweise 20 und mehr Anleihen am Markt. Da große Bond-ETF teils mehr als 10.000 Anleihen umfassen, ist es sogar zwingend notwendig, sich auf eine Auswahl zu beschränken. Diese Auswahl muss aber eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen, um die zugrunde liegende Benchmark abzubilden. Das Portfoliomanagement muss sehr genau entscheiden, wie die Anleihe-Auswahl für das Sampling aussehen soll. Denn die Kombination dieser Anleihen muss eine besonders gute Liquidität bieten und gleichzeitig bei Betrachtung der Restlaufzeiten, der Bonität der Emittenten, beim Renditeaufschlag, bei Aufteilung nach Sektoren, Ländern und Währungen dem Gesamtindex so nahe wie möglich kommen. Ein typisches Beispiel aus der Praxis sieht so aus: Der Markt für US-Unternehmensanleihen umfasst mehr als 5.000 Anleihen. Ein praktikabler Marktindex könnte rund 1.500 der liquidesten Corporate Bonds enthalten. Ein ETF mit den weitgehend identischen Kennziffern wie diese Liquid Benchmark würde sogar mit rund 200 Anleihen auskommen. Das zeigt bereits deutlich, weshalb die Handelbarkeit von Anleihe-ETF nicht unbedingt unter der angesprochenen, teilweise eingeschränkten Marktliquidität bei fl Renten-ETF können gerade in speziellen Segmenten wie Unternehmensanleihen einen liquiden Zugang bieten. einzelnen Anleihen leiden muss, und dabei aber der abgebildete Index immer noch repräsentativ für das jeweilige Marktsegment ist. Sekundärmarkt für Renten-ETF Doch nicht nur die Auswahl eines liquiden Marktindex und die Abbildung des Index durch eine Auswahl der passenden Anleihen führen dazu, dass Investoren in der Regel liquide Anlageprodukte im ETF-Bereich zur Verfügung stehen. Ein weiterer Aspekt liegt in der Handelsorganisation von Bond-ETF. Diese ändern nicht die Liquidität des zugrunde liegenden Markts, aber sie bieten zusätzliche Liquiditätsressourcen. Grundsätzlich ist ein ETF nur so liquide wie die Anleihen des Markts, der abgebildet wird. Dies würde aber voraussetzen, dass nur ein Primärmarkt existiert und dabei sämtliche Anleihen gehandelt werden, sobald der ETF gehandelt wird. Jedoch wird wie beschrieben bei Ausgabe oder Rückkauf eines ETF-Anteils nur ein Teil des Anleihekorbs geordert, aus dem der Index zusammengesetzt wird. Dazu werden in der Regel die liquidesten Anleihen eines Markts ausgewählt. Die fehlende Liquidität beispielsweise in einem Teil des Markts für Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen muss also nicht die Ausgabe und Rücknahme von entsprechenden ETF-Anteilen im Primärmarkt behindern. Doch es gibt noch einen wichtigen weiteren Aspekt: Ein ETF bündelt hunderte Anleihen in einem Produkt, das zu einem Preis gehandelt wird. Damit wird ein zusätzlicher Sekundärmarkt für Anleiheinvestments geschaffen. Auf dem Sekundärmarkt für ETF-Anteile können auf diese Weise Käufer und Verkäufer im Anleihemarkt zusammentreffen. Nachfrage und Angebot für Anleiheinvestments können ausgeglichen werden, ohne dass die Marktteilnehmer auf einen Zugang zum zugrunde liegenden Anleihemarkt angewiesen sind. Das trifft insbesondere bei großen Anleihe- ETF zu, für die ein liquider Sekundärmarkt vorhanden ist. Dies führt dazu, dass ein ETF im Vergleich zu Direktanlagen zusätzliche Liquidität in die betreffenden Anleihen aufweisen kann. Renten-ETF nur Bruchteil des Anleihemarkts Zurück zur Ausgangsfrage, ob börsennotierte Indexfonds gerade in Märkten mit geringerer Liquidität angesichts ihres starken Volumenwachstums möglicherweise risikoreich sein könnten. Es ist festzuhalten, dass der derzeitige Anteil der Renten-ETF mit 1,2 Prozent nur einen Bruchteil am gesamten weltweiten Anleihemarkt, der 149 Bio. US-$ groß ist, darstellen. Auch Branchenexperten wie Morningstar weisen darauf hin, dass derzeit die Zahlen insbesondere bei Unternehmens- und Hochzinsanleihen gegen ein systemisches Risiko von ETF sprechen. Genau das benötigen Marktteilnehmer – insbesondere dann, wenn Kapitalmärkte in Stresssituationen geraten. Dass die Schaffung von Liquiditätsressourcen durch ETF keine graue Theorie ist, konnte sich am 11. Dezember 2015 verfolgen lassen, als es zu massiven Marktverwerfungen bei Hochzins-Anleihen in den USA kam. Vergleicht man den Umsatz sowohl am Primär- als auch 20 diebank 06.2016

FINANZMARKT ó am Sekundärmarkt der zwei größten Hochzins-ETF, zeigt sich, dass der Handelsumsatz der ETF im Sekundärmarkt (also an der Börse) bei 5,5 Mrd. US-$ lag. Im Gegenzug waren die Rücknahmen von ETF-Anteilen im Primärmarkt nur 0,56 Mrd. US-$ hoch. Das heißt, dass die Marktteilnehmer sich in dieser Stressphase entschieden haben, zu 90 Prozent die Börsenliquidität zu nutzen und ihre ETF dort zu handeln anstatt die Anleihen physisch vom ETF-Anbieter zu erhalten. Anders formuliert: Das Gros der Marktteilnehmer sucht in angespannten Kapitalmarktsituationen nach liquiden Lösungen und findet sie unter anderem in börsennotierten Indexfonds. Aufgrund dieser zusätzlichen Liquiditätsquelle können ETF zu einem Teil der Lösung für liquide Anleihemärkte werden. Fazit Der Anleihemarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Auf der einen Seite hat die Zahl der ausgegebenen Unternehmensanleihen sehr stark zugenommen. Gleichzeitig hat das Handelsvolumen stark abgenommen, da sich unter anderem Banken wegen gestiegener Eigenkapitalanforderungen aus dem Anleihehandel stark zurückgezogen haben. In dieser Situation haben sich Renten- ETF als Alternative etabliert. Sie können gerade in speziellen Segmenten wie Unternehmensanleihen einen liquiden Zugang bieten, da sie sich zum einen auf eine Auswahl der liquidesten Anleihen eines Markts konzentrieren. Zum anderen bieten sie über den Sekundärmarkt aus ETF-Anteilen eine zusätzliche Liquiditätsressource. Dieser positive Effekt konnte in Stressphasen bereits beobachtet werden. ó Autor: Simon Klein, Head of Passive Investments EMEA & Asia bei der Deutschen Asset Management. 1 Passive Insights Deutsche AM; Catalysts Mirages Liquidity, March 2015. 2 Passive Insights Deutsche AM; Catalysts Mirages Liquidity, March 2015. 3 Deutsche Bank Markets Research ETF Market 2015 Review & 2016 Outlook. 4 https://etf.deutscheam.com/DEU/DEU/showpage. aspx?pageID=860 (siehe: Portfolio Management). 5 z. B. beim Barclays Global Aggregate Bond Index https://etf.deutscheam.com/DEU/DEU/ETF/ LU0942970103/DBX0NV/BARCLAYS-GLOBAL-AGGRE- GATE-BOND-UCITS-ETF. 6 https://etf.deutscheam.com/DEU/DEU/showpage. aspx?pageID=860 Hier: Handel und Liquidität. 7 http://www.morningstar.de/de/news/147116/etfs-syste mische-risiken-sehen-(noch)-anders-aus.aspx. 8 Quelle: Bloomberg LLP, Deutsche Bank AG, Daten von 17.12.2013 bis 17.12.2015. Das Abo für Risiko-Experten Print und online RISIKO MANAGER ist die führende deutsche Fachzeitschrift für Risikomanagement. Im Abo enthalten sind alle Printversionen sowie ein Premium-Login auf der Website. Die Printversion ab 2016 umfasst 10 Hefte pro Jahr. Der geschlossene Content-Bereich enthält sämtliche Ausgaben der Zeitschrift seit Heft 1 (2006) im digitalen Volltext. › › Sichern Sie sich ein Jahr lang die Fachzeitschrift RISIKO MANAGER für 411,95 €. * Jetzt bestellen unter: www.bank-verlag-shop.de * inkl. Versand und MwSt. 06.2016 diebank 21

die bank

die bank 01 // 2019
die bank 02 // 2019
die bank 03 // 2019
die bank 04 // 2019
die bank 05 // 2019
KINOTE 01.2019
die bank 06 // 2019
diebank 07 // 2019
diebank 08 // 2019
die bank 01 // 2018
die bank 02 // 2018
die bank 03 // 2018
die bank 04 // 2018
die bank 05 // 2018
die bank 06 // 2018
die bank 07 // 2018
die bank 08 // 2018
die bank 09 // 2018
die bank 10 // 2018
die bank 01 // 2017
die bank 02 // 2017
die bank 03 // 2017
die Bank 04 // 2017
die bank 05 // 2017
die bank 06 // 2017
die bank 07 // 2017
die bank 08 // 2017
die Bank 09 // 2017
die bank 10 // 2017
die bank 01 // 2016
die bank 02 // 2016
die bank 03 // 2016
die bank 04 // 2016
die bank 05 // 2016
die bank 06 // 2016
die bank 07 // 2016
die bank 08 // 2016
die bank 09 // 2016
die bank 10 // 2016
die bank 11 // 2016
die bank 12 // 2016
die bank 01 // 2015
die bank 02 // 2015
die bank 03 // 2015
die bank 04 // 2015
die bank 05 // 2015
die bank 06 // 2015
die bank 07 // 2015
die bank 08 // 2015
die bank 09 // 2015
die bank 10 // 2015
die bank 11 // 2015
die bank 12 // 2015

© die bank 2014-2018