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die bank 06 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING

ó BANKING die Bank im ersten Quartal innerhalb der US-Peer Group die höchsten Erträge im Investment Banking ” 2. Goldman Sachs verdiente von Januar bis März 2,8 Mrd. US-$ und damit rund 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit knapp 7,4 Mrd. US-$ generiete die Investmentbank nach JP Morgan die höchsten Erträge im Kapitalmarktgeschäft. Goldman Sachs erzielte in allen Segmenten zum Teil beträchtliche Ertragssteigerungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei der Citigroup erhöhten sich die Investmentbanking-Erträge im Vergleich zum ersten Quartal 2014 um 14 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. US-$. Eine deutliche Erholung war auch im Geschäft mit Anleihen, Devisen und Zinsprodukten (FICC) zu beobachten. Während JP Morgan und Goldman Sachs die Einnahmen im FICC-Segment um 20 Prozent bzw. 10 Prozent steigern konnten, berichteten Citigroup (-11 Prozent) und Bank of America Merrrill Lynch (-7 Prozent) rückläufige Ergebnisse. Wenngleich die Erholung der Handelserträge nicht für die kommenden Quartale fortgeschrieben werden kann, sollten zumindest jene Banken zur den Profiteuren im FICC-Segment gehören, denen die besten Wetten im Zins- und Devisengeschäft gelingen. Auch bei Morgan Stanley erhöhten sich die Einnahmen im gesamten Investment Banking sowie Sales & Trading um knapp ein Fünftel über dem Vorjahreswert auf 5,3 Mrd. US-$. Neben den soliden Umsätzen im Aktien- und Emissionsgeschäft sind die Umsätze bei Fusionen und Übernahmen (M&A) in den USA und Europa wieder auf dem Niveau vor der Finanzkrise. Falls die US-Notenbank Fed im Jahresverlauf 2015 die Zinszügel anziehen sollte, dürfte auch der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren wieder belebt werden. Da die US-amerikanischen Banken nach Ausbruch der Finanzkrise sehr viel schneller rekapitalisiert und umstrukturiert wurden, ist deren Profitabilität weitaus höher als bei den europäischen Wettbewerbern. Daraus folgend sind die Eigenkapitalrenditen (RoE) der europäischen Banken auf einem anhaltend schwachen Niveau und mit jenen vor der Finanzkrise nicht vergleichbar. Wenngleich sich die Renditelücke im laufenden Jahr einengen sollte, ist anzunehmen, dass die durchschnittlichen Eigenkapitalrenditen der europäischen Großbanken weiterhin unter jenen der USamerikanischen Wettbewerber liegen werden. Diese dürften 2014 einen durchschnittlichen RoE von rund zehn Prozent 1 Globale Marktanteile im Investment Banking erzielt haben, wobei in dieser Analyse die Kennziffern der zehn größten US-Institute einflossen. Damit liegt sie noch im Rahmen typischer Eigenkapitalkosten, obschon der Trend zum gemeinsamen Reporting von Corporate- und Investment- Banking-Aktivitäten die sinkende Profitabilität bei reinen Kapitalmarktaktivitäten möglicherweise verschleiert. Europäische Großbanken erzielten im vergangenen Jahr im Schnitt einen RoE von 6,5 Prozent 3 , Rang Bank Marktanteil (in Prozent) Einnahmen (US-$) 1 JP Morgan 6,93 6.401,75 2 Bank of America Merrill Lynch 6,16 5.687,84 3 Goldman Sachs 6,01 5.551,30 4 Morgan Stanley 5,75 5.312,88 5 Citigroup 4,87 4.498,85 6 Deutsche Bank 4,60 4.252,42 7 Credit Suisse 4,07 3.763,81 8 Barclays 4,01 3.706,99 9 Wells Fargo 2,55 2.359,06 10 UBS 2,40 2.221,11 Quelle: ThomsonReuters. 2 Investmentbanking-Erträge der größten US-Institute [Mio. in US-$] 4. Q. 2013 1. Q. 2014 2. Q. 2014 3. Q. 2014 4. Q. 2014 1. Q. 2015 J.P. Morgan 5.743 6.499 6.420 6.285 6.091 7.435 Goldman Sachs 5.119 6.210 5.630 4.900 5.338 7.364 BoA ML 4.787 5.723 5.072 4.688 4.810 5.387 Citigroup 4.005 5.785 4.993 4.992 4.044 6.003 Morgan Stanley 3559 4.495 4.232 4.121 3.430 5.373 USA gesamt 23.213 28.712 26.347 24.986 12.284 - Quelle: Credit Suisse, eigene Recherchen; Ertragszusammensetzung: Sales & Trading Debt & Equity Rev, IB-Rev, M&A. 3 EU-Banken: Investment-Banking-Erträge [US-$] 4. Q. 2013 1. Q. 2014 2. Q. 2014 3. Q. 2014 4. Q. 2014e Barclays 1.717 2.002 2.064 1.530 1.666 Deutsche Bank 2.318 3.814 3.392 2.953 2.616 HSBC 2.267 3.222 2.698 2.862 1.257 UBS 1.815 2.076 2.152 1.821 1.849 RBS 737 1.016 765 631 538 Credit Suisse 2.781 3.563 3.380 3.419 2.748 Europa Gesamt 11.635 15.693 14.451 13.216 10.674 Quelle: Credit Suisse, HSBC, eigene Recherchen. 30 diebank 6.2015

BANKING ó wobei die Kennzahlen der EU-Großbanken mit überdurchschnittlichem Kapitalmarktgeschäft wegen der Kosten für Rechtstreitigkeiten deutlich unterhalb von fünf Prozent gelegen haben. Darüber hinaus kann die gestiegene Profitabilität der US-Großbanken auch mit der vorteilhaften Positionierung auf dem nordamerikanischen und asiatischen Kapitalmarkt und der besseren konjunkturellen Lage gedeutet werden. Trotz des guten Ertragsverlaufs bewegte sich die Eigenkapitalrendite der US-Großbanken im ersten Quartal 2015 in einer Spanne zwischen 11 und 14 Prozent – und damit noch weit entfernt vom Niveau vor der Finanzkrise. In Anbetracht der gestiegenen regulatorischen Kosten und Kapitalanforderungen dürften Renditen oberhalb von 15 Prozent nachhaltig nur schwerlich zu erreichen sein. Insgesamt dürfte die gewachsene Regulierung die Erträge der Investmentbanken mit 39 Mrd. US-$ belastet haben 4 . Umgekehrt hat eine Vertiefung der Finanzmärkte in den Schwellenländern für Zusatzerträge von 24 Mrd. US-$ gesorgt. Bei den europäischen dürfte somit der Ausleseprozess im Investment Banking weiter voranschreiten. So haben sich Banken wie die UBS, die in bestimmten Segmenten über keine auskömmlichen Marktanteile verfügen, aus Bereichen wie dem Fixed Income weitgehend zurückgezogen. Im Jahr 2014 erzielte die UBS in diesem Segment Erträge von 1,4 Mrd. CHF. 5 Da die Schweizer Großbank aber in anderen Sektoren des Investment Bankings gut aufgestellt ist, etwa im Aktienhandel sowie im M&A-Segment, ist es dem Management gelungen, die Erträge auf einem Niveau von 1,8 bis 1,9 Mrd. CHF zu stabilisieren. Deutlich höhere Erträge im Kapitalmarktgeschäft erzielen indes die Credit Suisse und die Deutsche Bank – dank der höheren Marktanteile in weiten Teilen des Anleihegeschäfts. Die Deutsche Bank und Credit Suisse generierten im Bereich FICC im abgelaufenen Jahr Erträge von 6,8 Mrd. € bzw. 4,9 Mrd. CHF 5 . Im Vergleich dazu kamen JP Morgan und Citigroup auf 13,8 bzw. 11,8 Mrd. US-$. Die Diskrepanz zwischen den EU- und US-Großbanken zeigt sich auch im Aktienhandel. Während JP Morgan und Goldman Sachs 9,2 bzw. 6,7 Mrd. US-$ erzielten, konnte die Credit Suisse sich mit 4,6 Mrd. CHF immerhin nahe der US-Peers positionieren. Dass die Einnahmen der US-Banken deutlich über den EU-Wettbewerbern liegen, rührt auch daher, dass die Fees in den USA im zurückliegenden Jahr doppelt so hoch waren wie in Europa. Insgesamt stiegen die Einnahmen im globalen Investment Banking (inkl. M&A, Debt & Equity Capital Markets, Emissionen) im Jahr 2014 weltweit um sieben Prozent auf 90,1 Mrd. US-$ 1 – und erreichten damit fast das Rekordniveau des Jahres 2007 mit 104,2 Mrd. US-$. Das im Vergleich zum Vorjahr prozentual stärkste Wachstum wurde in Asien mit 18 Prozent und Europa mit 15 Prozent erzielt. 1 Auch in Europa zieht das Investment Banking an Nach einem zweistelligen Wachstum im letzten Jahr scheint sich die Belebung im europäischen Investment Banking auch im laufenden Jahr fortzusetzen ” 3. Im Aktien- Emissionsgeschäft wurde mit 20,5 Mrd. US-$ das höchste Volumen seit fast 15 Jahren erreicht. Gleichwohl sank trotz der gestiegenen Emissionserlöse die Anzahl der IPOs im Vergleich zum Vorjahr auf 55, nach 64 im Vorjahreszeitraum. Westeuropäische IPOs steuerten fast die Hälfte zum weltweiten Emissionsgeschäft bei und konnten damit seit 2001 erstmals mehr Volumina auf sich vereinigen als der amerikanische Markt. Weltweit ist das Emissionsvolumen um 31 Prozent auf 43,8 Mrd. US-$ gesunken. Auch im Segment Equity Capital Markets zogen die Aktivitäten um 17 Prozent auf 273,7 Mrd. $ (YTD) an. Das war der stärkste Anstieg in diesem Zeitraum seit 1980. Mit 6,8 Prozent und 5,8 Prozent konnten JP Morgan und die Bank of America die größten Marktanteile bei IPOs verbuchen. Deutlich angezogen hat auch das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen – und zwar um 32 Prozent auf 297,4 Mrd. US-$ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 1 Angesichts des gegenwärtigen Trends zu Entflechtungen, Restrukturierungen und De-Investitionen dürfte sich das globale M&A-Geschäft auch in den kommenden Jahren als verlässlicher Ertragsbringer erweisen. Im Gegensatz dazu gilt das Equity-Capital-Markets-Geschäft leicht antizyklisch zu Debt Capital Markets. Von den handelsorientierten Geschäften dürfte das mit Währungen und Zinsen von einer steigenden Volatilität profitieren. Ausblick und Herausforderungen von Investmentbanken Das regulatorische Umfeld dürfte für die global agierenden Investmentbanken weiterhin herausfordernd sein. Da das Thema Rechtsstreitigkeiten allmählich aus dem Blickfeld des öffentlichen Interesses verschwinden sollte, dürfte der Fokus wieder verstärkt in Richtung Kapitalanforderungen gerichtet werden. Denn komplexe und systemrelevante Banken werden sich auf zusätzliche Kapitalpuffer einstellen müssen. Da insbesondere viele europäische G-SIFis noch beträchtliche TLAC-Lücken und niedrige Leverage Ratios (im Vergleich zu den US-Peers) aufweisen, dürfte die Debatte nach der Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle von Investmentbanken neue Nahrung erhalten. Hinzu kommt, dass im Rentenhandel neue Marktstrukturen nur langsam implementiert werden, wodurch viel Kapital gebunden wird. Um die Eigenkapitalrenditen wieder auf Vorkrisenniveau zu bringen, müssen Investmentbanken ferner ihre Kosten senken bzw. diese strategisch an das Kapitalumfeld anpassen. ó 1 Thomson Reuters: Global Investment Banking Review, Q1 2015 und Q4 2014. 2 Boston Consulting Group (BCG): The Quest for Revenue Growth: Global Capital Markets 2014. 3 zeb: Global Banking Sector in Q4 2014 despite Russian banking crisis. 4 Deutsche Bank: Investment Banking Outlook 2024. 5 SNL: I-banks look forward to a better 2015. 6.2015 diebank 31

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