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die bank 05 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT ARBEITSMARKT

MARKT ARBEITSMARKT BANKEN Zeit für einen Seitenwechsel Im deutschen Kreditgewerbe ist die Zahl der Beschäftigten binnen zehn Jahren um fast 95.000 auf zuletzt gut 586.000 Mitarbeiter gesunken. Ein Ende des Personalabbaus ist nicht in Sicht. Neue Perspektiven locken bei FinTechs, Wohnungsbaugesellschaften oder auch im öffentlichen Sektor. Vor allem bei den jungen Start-ups sind Expertise und Erfahrung älterer Banker gefragt. Umgekehrt wechseln immer häufiger IT-Experten zu Banken, um deren digitale Transformation voranzutreiben. Ihre Besprechungszimmer haben die Mitarbeiter von finiata nach angesagten Berliner Clubs benannt: Berghain, Kitkat, Watergate. Die Namen hat der neue CEO allerdings noch nie gehört. Und besuchen wird er die Clubs wohl auch künftig nicht. Zeit ist ein noch knapperes Gut, seitdem Jan Enno Einfeld nach fast elf Jahren die Quickborner Direktbank comdirect verließ, um beim Factoring-FinTech finiata ein neues Arbeitsleben zu beginnen. Die von Sebastian Diemer 2016 gegründete finiata GmbH finanziert Rechnungen für kleine Unternehmen oder Freelancer vor und suchte nach der Start-up-Phase einen neuen CEO. Mit aktuell 45 Mitarbeitern muss der gelernte Bankkaufmann jetzt skalieren, neue Produkte entwickeln und neue Märkte erschließen. „Genau diese Herausforderungen haben mich gereizt“, sagt Einfeld, der im September 2018 startete und sich gut gerüstet sieht. Neue Geschäftsmodelle habe er bereits bei der comdirect aufgebaut, die mit ihrer Start-up-Garage innovative Firmen fördert. Zudem entwickelte er den Robo-Advisor „Cominvest“ mit. Für Seitenwechsel und CEO-Posten nimmt der 41-Jährige auch in Kauf, jetzt häufiger bis kurz vor Mitternacht arbeiten zu müssen. „Im vorherigen Job kam das eher selten vor. Aber wenn die Ergebnisse stimmen, ist das ok“, sagt der Diplom-Kaufmann. Neustart Immer häufiger wagen gestandene Bankmanager den Sprung ins kalte Wasser. Seitdem die FinTech-Szene zeigt, dass ihre Geschäftsmodelle nicht nur innovativ sind, sondern auch im Markt bei Privat- und Firmenkunden gleichermaßen gut ankommen, locken die jungen Player vermehrt alte Hasen. Selbst prominente Bankmanager wie Dr. Andreas Dombret, bis 2018 im Vorstand der Deutschen Bundesbank, zieht es als Berater zu einem Finanz-Start-up. Ex-Deutschbanker Roland Folz übernahm den CEO-Posten bei der Berliner solarisBank, der ehemalige UBS-Banker Stefan Mühlemann gründete mit Loanboox sein eigenes FinTech, Elinvar-Gründer Chris Bartz kam von der Weberbank (siehe Fotoleiste). Damit der Neustart klappt, findet Magnus Graf Lambsdorff, sei eine Balance aus professioneller Erfahrung und unbedingter Neugier notwendig, um etwas tatsächlich Neues, aber Solides bauen zu können. Lambsdorff, einst erfolgreicher Headhunter bei Egon Zehnder, ist heute gleichfalls in der FinTech-Welt zuhause (siehe Interview). Für die Chance, mehr selbst entscheiden, Dinge ausprobieren und Innovationen schnell umsetzen zu können, nehmen die Banker in Kauf, dass Annehmlichkeiten wie großes Büro, Dienstwagen und Business-Class-Flüge wegfallen und am Ende des Monats oftmals auch weniger übrigbleibt. Wenngleich die Gehälter in der neuen Finanzwelt mittlerweile anziehen, sind sie im Schnitt nicht so hoch wie bei den etablierten Playern. Dafür lockt im Idealfall ein Geldsegen zu einem späteren Zeitpunkt. Denn, so Markus Gunter, CEO bei N26: Mit dem Wechsel zu einem FinTech verschiebe sich das Gehalt in die Zukunft – „in der Hoffnung, dass die Zukunft so großartig wie die Vision ist“. Trotz Absage der Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank dürften die FinTechs noch stärker in den Fokus Wechselwilliger rücken. 8 05 // 2019

MARKT Neue Stellen dank Brexit-Umsiedler Denn der Personalabbau, der schon lange vor den Fusionsgesprächen begonnen hatte und auch ohne Zusammenschluss fortgesetzt werden dürfte, wird die Lage in der Branche weiter verschärfen. Als gute Nachricht gilt, dass sich der Rückgang bei den privaten Banken jüngst abgeschwächt hat. Laut einer Studie von Barkow Consulting ist deren Zahl 2018 erstmals seit 2013 wieder gestiegen (plus 1,5 Prozent), weil sich als Folge des Brexits vermehrt ausländische Banken vor allem in Frankfurt niederlassen. Anfang des Jahres hatte BaFin-Präsident Felix Hufeld von mehr als 45 Finanzinstituten gesprochen, die ihre Präsenz in Deutschland erhöhen oder deutlich stärken wollen. Was dieser Zuzug für die Stellenbilanz unter dem Strich bringt, bleibt allerdings abzuwarten. Denn neben den Großen der Branche setzen auch die kleineren Institute energisch den Rotstift an. So kündigten die neuen Eigentümer der Hamburg Commercial Bank (früher HSH Nordbank) Ende März an, bis Ende 2022 die Zahl der Beschäftigten auf dann nur noch rund 955 fast halbieren zu wollen. Erste Ausläufer des Stimmungstiefs der Fach- und Führungskräfte von Deutscher Bank und Commerzbank bekommen die jungen Finanztechnologieschmieden zu spüren. Roland Folz von der solarisBank etwa registriert ein erhöhtes Interesse von Kandidaten mit Banking-Erfahrung in Bereichen wie Produkt- und Projektmanagement. „Viele Mitarbeiter aus der Bankbranche scheinen Interesse zu haben, zu FinTechs zu wechseln.“ Neben fachspezifischen Fähigkeiten seien gute Englisch-Kenntnisse eine unabdingbare Voraussetzung für jeden Mitarbeiter. Die 220 Kollegen kämen inzwischen aus mehr als 40 Nationen. „Gleichzeitig sind eine gewisse Offenheit und Flexibilität gegenüber Neuem wichtig, da wir die Zukunft der Finanzbranche nicht mit althergebrachten Lösungen gestalten können. Wer diese Neugierde, diesen Drive und einen Willen zur Kollaboration mitbringt, passt sehr gut in unser Team“, unterstreicht der CEO. Expertise und Erfahrung sind bei den Finanz-Start-ups allemal willkommen. Mit einem Durchschnittsalter von maximal Mitte 30 Jahren sind die Teams überwiegend jung aufgestellt. Für Folz ist es gerade deshalb wichtig, eine gute Mischung aus jüngeren und älteren Mitarbeitern zu haben. „Das spiegelt sich auch im erweiterten Führungskreis des Unternehmens wider, in dem wir Eigengewächse der solarisBank in verantwortungsvollen Führungsaufgaben mit erfahrenen, sehr seniorigen Vorständen ergänzen.“ Dieser Mix sei extrem wichtig, da nur eine Diversität der Erfahrungen und Sichtweisen den Erfolg eines Start-ups ermöglichen könne – vor allem wenn das Unter- nehmen schnell wachse und die organi- satorische Entwicklung dement- 05 // 2019 9

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