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die bank 05 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG REFORM DER

REGULIERUNG REFORM DER EUROPÄISCHEN AUFSICHTSBEHÖRDEN Zeitenwende oder alter Wein in neuen Schläuchen? Nachdem die EU-Kommission am 20. September 2017 einen Vorschlag zur Neuordnung der europäischen Aufsichtsbehörden vorgelegt hat, wird er nach einer technischen Überarbeitung das reguläre Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Die Optimisten betonen, dass die EU-Finanzmarktaufsicht nun besser für Globalisierung und Digitalisierung, gegen Geldwäsche und den Brexit gerüstet sein werde. Für die Pessimisten hingegen sind die Vorschläge alles andere als ein Meilenstein, das Finanzsystem werde damit nicht stabiler. Die internationale Finanzmarktkrise, die im Jahr 2008 in den USA ihren Anfang nahm, hat deutliche Spuren in der Welt hinterlassen. Banken- und Unternehmenspleiten sowie die exzessive Verschuldung vieler EU-Mitgliedstaaten waren nur einige Folgen davon. Im Jahr 2010 gab es infolgedessen Bestrebungen, ein neues europäisches System der Finanzaufsicht (European System of Financial Supervision, ESFS) zu schaffen. Am 1. Januar 2011 nahmen drei europäische Finanzaufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities, ESAs) ihre Arbeit auf, um das europäische Finanzsystem durch umfangreiche Kontroll- und Überwachungsbefugnisse stabiler, funktionsfähiger und effizienter zu machen. Zu diesem Zweck wurden die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) sowie die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet. Als makroprudenzielle Aufsicht wurde zudem der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) implementiert, der sich mit systemischen Risiken des Finanzsystems befasst. NPL und Sorgen vor neuer Krise Was vielversprechend begann, hat sich jedoch im Nachhinein als nicht sonderlich ef- fektiv erwiesen, denn die gegenwärtige Verfassung der Europäischen Union ist alles andere als stabil und gesund. Probleme, die sich ursprünglich schon vor langer Zeit von selber lösen sollten, sind immer noch vorhanden. Und einzelne, bisher vernachlässigbare Risiken, kumulieren derweil zu einem Pulverfass, sodass die Ängste vor einer neuen Finanzmarktkrise stetig wachsen. Eine wesentliche Gefahr für die Finanzmärkte stellen die Problemkredite dar. Banken haben immer noch viele dieser Non-Performing Loans (NPL) in ihren Büchern. Nach der Definition der EBA sind Kredite ausfallgefährdet, wenn die Kreditraten entweder mindestens 90 Tage überfällig sind oder es unwahrscheinlich ist, dass der Kreditnehmer seinen Ratenverpflichtungen vollständig nachkommen wird. Per 3. Quartal 2018 schleppten die Banken im Euro-Raum immer noch faule Kredite mit einem Volumen von insgesamt 714,3 Mrd. € mit sich herum. Allein in Italien belief sich der Bestand an Problemkrediten auf eine Summe von rund 153,4 Mrd. €. Und auch Frankreichs Banken saßen per September 2018 noch auf faulen Krediten in Höhe von 130,2 Mrd. €. Gegenüber dem Jahr 2017 ist der Bestand an notleidenden Krediten zwar insgesamt gesunken, allerdings schreitet die Risikoreduzierung bzw. der Abbau notleidender Kredite viel zu langsam voran. Darauf deutet die sogenannte Non-Performing-Loan-Ratio hin, die das Verhältnis des Betrags notleidender Kredite im Kreditportfolio einer Bank zum Gesamtbetrag der ausstehenden Kredite der Bank misst. Zwar ist der Anteil der faulen Kredite in der Europäischen Union von 6,5 Prozent Ende 2014 auf 3,4 Prozent per September 2018 gefallen, allerdings weist Griechenland trotz strenger Kapitalauflagen immer noch eine NPL-Ratio von 43,4 Prozent auf, gefolgt von Portugal mit 12 Prozent und Italien mit 9,4 Prozent. In Deutschland lag der Anteil fauler Kredite bei 1,6 Prozent. Damit wird deutlich, dass die Bestände an faulen Krediten sehr ungleichmäßig über die EU-Länder verteilt und vor allem die südlichen Staaten besonders stark betroffen sind. Die Gefahr, dass Banken in diesen Ländern unter dieser Last zusammenbrechen und am Ende andere EU-Mitgliedstaaten und Volkswirtschaften mit in den Abgrund reißen, ist damit alles andere als gebannt. ÿ 1 Anhaltende Ertragsprobleme der Banken Auch die anhaltende Niedrigzinsphase macht dem Finanzsystem und seinen Akteuren schwer zu schaffen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Institute mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0 Prozent. Zu- 42 05 // 2019

REGULIERUNG dem erhebt die EZB seit diesem Zeitpunkt Strafzinsen von 0,4 Prozent auf die Einlagen der Geschäftsbanken. Eine Abkehr von der ultraexpansiven Geldpolitik ist angesichts aufkeimender Konjunktursorgen in weite Ferne gerückt. Damit werden europäische Banken mit überwiegend zinsabhängigem Geschäftsmodell weiterhin mit akuten Ertragsproblemen zu kämpfen haben. Möglichkeiten, um den schrumpfenden Margen entgegenwirken zu können, fehlen weitgehend. Ebenso die Mittel, um zur Bewältigung des digitalen Wandels Investitionen in die meist veraltete IT pumpen zu können. Das Firmenkundengeschäft galt bisher als einer der wichtigsten Ertragstreiber der Geldhäuser. Dieses droht in Zukunft wegzubrechen, wie eine aktuelle Bain-Studie zeigt. Die Experten erwarten, dass das Corporate-Banking-Geschäft bis 2020 lediglich um 1,1 Prozent pro Jahr auf 28,1 Mrd. € zulegen wird. Für das Kreditgeschäft als „Brot-und-Butter- Geschäft“ erwarten die Experten nur 1 Prozent Wachstum pro Jahr. Folglich werden den Prognosen zufolge auch die Gewinne im Corporate Banking nur im Schneckentempo steigen. Hier sind drei Szenarien denkbar: Z Best Case: Im Fall anhaltender positiver makroökonomischer Rahmenbedingungen und der Umsetzung von Gegenmaßnahmen erwartet Bain ein Wachstum von 8,9 Mrd. € auf etwa 10,9 Mrd. €. 05 // 2019 43

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