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die bank 05 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

KONJUNKTURENTWICKLUNG

KONJUNKTURENTWICKLUNG Stimmungstief überwunden ó Trotz des schwierigen globalen Umfelds bleibt der Euroraum auf Wachstumskurs. Die günstigen Rahmenbedingungen werden 2016 voraussichtlich sogar für eine leichte Beschleunigung der Wachstumsdynamik im Euroraum sorgen. Die Konjunktur wird an Schwung, Breite und Stabilität gewinnen. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindize (PMI) für den Industrie- und Dienstleistungsbereich legte im März um 0,7 Punkte auf 53,7 Punkte zu. Dieser Frühjahrsaufschwung wurde nicht von Deutschland, sondern von Frankreich und den anderen von der Umfrage erfassten Ländern getragen. Zentrale Impulsgeber – insbesondere für den privaten Verbrauch – sind dabei der niedrige Ölpreis, der weiterhin relativ schwache Euro, die sehr lockere EZB- Geldpolitik und die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt. Auch die Ergebnisse des ifo-Tests von März belegen eine deutliche Aufhellung der Wirtschaftsstimmung. Demnach ist die Lagebeurteilung im zweiten Monat in Folge angestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2015. Nach einem guten Jahresauftakt wird die deutsche Wirtschaft aller Voraussicht nach 2016 um 2,2 Prozent wachsen. Das Wirtschaftswachstum in Frankreich liegt für das Gesamtjahr 2016 voraussichtlich bei 1,5 Prozent. Getragen wurde die Verbesserung zum Vormonat (49,3 Punkte) von der positiven Entwicklung des PMI im Dienstleistungssektor. UNTERNEHMENSWACHSTUM Eine Frage der Resilienz ó Nur 29 Prozent der CEOs weltweit vertrauen darauf, dass ihre Unternehmen über voll integrierte Resilienzpraktiken verfügen. Und nur weniger als die Hälfte der Führungskräfte glaubt an eine Implementierung innerhalb der nächsten drei Jahre. So die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bsi Group. Damit wird ein Mangel in der Fähigkeit des langfristigen Unternehmenswachstums dargelegt. Gleichzeitig sind jedoch 88 Prozent der CEOs der Ansicht, dass Resilienz für ihre Unternehmen oberste Priorität hat und für langfristiges Wachstum unerlässlich ist. Die Widerstandsfähigkeit der Firmen wird nicht nur durch ein Manko an Fertigkeiten und Kenntnissen behindert, sondern auch durch unzureichende Führungsverantwortung und kurzfristige Finanzentscheidungen. In der weltweiten Betrachtung ergibt sich ein differenziertes Bild: Nur ein Fünftel der europäischen Unternehmen konnten bereits resiliente Prozesse erfolgreich integrieren. In Nordamerika sind es 37 Prozent, in Asien-Pazifik 34 Prozent der Firmen. Dabei werden kleinere Unternehmen durch Nicht-Wissen behindert, wohingegen größere Organisationen finanzielle Aspekte als Hindernis angeben. Allgemein wird Resilienz von CEOs als Vermeider von Betriebsausfällen bis hin zum strategischen Weichensteller verstanden. Dabei betrachten 61 Prozent der befragten Unternehmen Widerstandsfähigkeit als eindeutigen Wettbewerbsvorteil. SORGE UM GEMEINSAME EINLAGENSICHERUNG UNBEGRÜNDET? SPARER VERTRAUEN WEITERHIN Aufwand für Flüchtlingskonten steigt rapide ó Neben dem immensen Druck durch immer weiter steigende regulatorische Anforderungen bleibt die Diskussion über eine europaweit einheitliche Einlagensicherung eins der beherrschenden Themen für die deutschen Sparkassen. „Große Vorbehalte“ gegen die geplante europäische Gesamthaftung äußerte erwartungsgemäß auch Alexander Wüerst, Vorstandschef der Kreissparkasse Köln, bei einem Gespräch in der Domstadt. Wenn 28 Länder gemeinsam haften sollen, sei es nur schwer nachvollziehbar, dass sieben Länder die allfälligen Regelungen für die Bankeneinheit noch nicht einmal ansatzweise umgesetzt hätten. Das setze falsche Steuerungsanreize für die betroffenen Länder, darunter Griechenland und Italien, und könne dazu führen, dass die „Anstrengungsbereitschaft“ bei den Verantwortlichen womöglich vermindert ausfallen könnte, so Wüerst. Mit der europäischen Einlagensicherung sollen die Gelder der Sparer europaweit auf einheitlichem Niveau garantiert werden. Bislang gibt es dazu unter den EU-Staaten noch keine Einigkeit. Die Einlagensicherungsrichtlinie von 2014 hat zwar zu einer weitreichenden Harmonisierung der nationalen Systeme geführt, ist aber von vielen Mitgliedstaaten noch nicht umgesetzt worden. Für Sparkas- sen sollen nach einem Vorschlag von EU-Kommissar Jonathan Hill dabei ohnehin schon eigene Regeln gelten: Sie müssten demnach aufgrund ihres als risikoarm geltenden Geschäftsmodells weniger als Banken in den europaweiten Notfall-Topf für Opfer von Pleitebanken einzahlen. Trotzdem sprach DSGV-Präsident Georg Fahrenschon unlängst noch von einem „Angriff auf den Sparerschutz in Deutschland“ und warnte vor Vetrauensverlusten. Die Kölner Kreissparkasse, drittgrößte ihrer Art in Deutschland, hat damit bislang nicht zu kämpfen, im Gegenteil: Die Kunden erhöhten ihre Einlagen im letzten Jahr sprunghaft um 587 Mio. auf 17,8 Mrd. € und sorgten damit für den höchsten Anstieg seit fünf Jahren. „Das Jahr 2015 war deutlich besser als erwartet“, freute sich Wüerst über einen Gewinn vor Steuern von rund 112 Mio. €. Einen enormen Anstieg verzeichnete die Sparkasse bei Flüchtlingskonten: Nach 3.400 Kontoeröffnungen im gesamten Jahr 2015 wurden allein im Januar und Februar 2016 bereits 2.100 Konten für Flüchtlinge neu angelegt, und die Kölner rechnen mit einem weiteren erheblichen Zuwachs. Bislang sei das aber unproblematisch und passe noch in den normalen Arbeitsablauf, sagte der Vorstandschef. 28 diebank 05.2016

Betriebswirtschaft Kompakt VARIABLE VERGÜTUNG Langfristige Entwicklung im Fokus ó Hohe Transparenz in der Vorstandsvergütung und eine moderate Entwicklung der Zahlungen werden den deutschen Unternehmen in der aktuellen hkp-Analyse der Vorstandsvergütungen im DAX bescheinigt. Demnach blieben die Bezüge 2015 weitgehend konstant. Die durchschnittliche Gesamtvergütung eines DAX-CEO lag im letzen Jahr bei rund 5,86 Mio. €. Managing Partner Michael H. Kramarsch bilanzierte ein differenziertes Vergütungsjahr: Nach dem Rekordjahr 2014 sanken die Gewinne der Unternehmen im Schnitt und damit die Vergütung. Das Verhältnis von Erfolg und Vergütung sei aber stimmig. „Rekordverluste bei der Deutschen Bank führen richtigerweise zu einem Totalausfall der variablen Vergütung. Parallel sehen wir Rekordgewinne wie bei Daimler mit entsprechenden Rekordvergütungen.“ Die Spanne zwischen der höchsten (Daimler AG) und geringsten Wert (Commerzbank AG) Gesamtvergütung eines DAX-Vorstandsvorsitzenden beträgt das rund 13-Fache. Regine Siepmann untersuchte die strukturelle Entwicklung bei den variablen Vergütungen und stellte fest, dass die jährlichen Boni seit 2006 deutlich auf dem Rückmarsch sind und zunehmend durch langfristige Vergütungselemente abgelöst werden. Die Vorstände achteten deshalb vermehrt auf die langfristige Entwicklung ihrer Unternehmen und nicht nur auf das Jahresergebnis, was auch wissenschaftliche Studien belegten, so die Vergütungsexpertin. ABGEDREHTE IDEE Luxusuhren vorfinanzieren ó Wer für die Welt von Grandes Complications und Tourbillons schwärmt, weiß: Luxusuhren, die mit filigranster Technik zu begeistern wissen, kosten oft mehr als das eigene Jahresgehalt. Doch kein Problem ohne Lösung: Ein Berliner FinTech- Start-up bietet nun eine Vorfinanzierung für E-Commerce- Plattformen im Luxusuhrensegment. Auch für kostspielige Zeitmesser werde der Online-Handel zum wichtigsten Absatzkanal, und neben Neuware finden immer häufiger gebrauchte Uhren ihren Weg auf den elektronischen Marktplatz. Valendo, mithilfe von Company Builder FinLeap gegründet, will diesen Markt nun weiter wachsen lassen und kooperiert dazu mit der Uhren-Verkaufsplattform Chronext. Interessierte Verkäufer hochwertiger Uhren erhalten von Valendo bis zum halben Marktwert ihrer Uhr als Vorschuss. Im elektronischen Handel sollen so schneller größere Kundengruppen angesprochen werden und neue Absatzpotenziale entstehen – damit der Chronometer von Glashütte Original oder die Audemars Piguet Royal Oak schon bald an einem anderen Handgelenk bewundernde oder neidische Blicke auf sich ziehen kann. M&A-STUDIE Verkäufer weiterhin im Vorteil ó Verkäufer sind bei M&A-Transaktionen europaweit im Vorteil. Wer ein Unternehmen veräußern will, kann seine Position deutlich besser durchsetzen, lautet das Fazit der CMS European M&A-Study. So gelang es den Verkäufern 2015 häufiger, niedrigere Haftungshöchstgrenzen und kürzere Garantiefristen neben anderen vorteilhaften Risikoverteilungsregelungen in Verträgen einfließen zu lassen. Der Anteil Europas am globalen M&A-Markt sei trotz vieler Unsicherheiten in 2015 mit 25 Prozent konstant geblieben, sagt Stefan Brunnschweiler von CMS Corporate/M&A. Nach Transaktionswerten gilt das vergangene Jahr für den M&A-Markt in Europa als Rekordjahr. Der Anteil von Transaktionen etwa, bei denen Locked-Box-Klauseln zur Anwendung kamen, ist von durchschnittlich 41 Prozent in den fünf Vorjahren auf 56 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Auch lassen sich weiterhin regionale Unterschiede in Unternehmenskaufverträgen feststellen. In Frankreich findet man die niedrigsten Haftungshöchstgrenzen, im Vereinigten Königreich dagegen sind höhere Schwellenwerte für Garantieverletzungen am beliebtesten. Die Transaktionen in deutschsprachigen Ländern bewegen sich, was die meisten Aspekte der Risikoverteilung anbelangt, im Mittelfeld. 05.2016 diebank 29

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