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die bank 05 // 2016

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

Banking News

Banking News FINANZDIENSTLEISTER Rekordinvestitionen in FinTechs ó Die weltweiten Investitionen in Start-up-Unternehmen des Fin- Tech-Sektors sind im Jahr 2015 mit 19,1 Mrd. US-$ auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Der Löwenanteil stammt dabei von Venture-Capital-Firmen – 13,8 Mrd. US-$. Im Vergleich zu 2014 stellt dies eine enorme Steigerung dar. Denn seinerzeit betrugen die VC- Investitionen nur 6,7 Mrd. US-$ und machten somit 55 Prozent aller weltweiten FinTech-Investments aus. Dies ergab eine aktuelle KPMG-Studie. Investoren seien willig, hier viel Geld in die Hand zu nehmen, so Sven Korschinowski, Partner bei KPMG. Vor allem bei Start-ups, die sich mit Lösungen im Bereich Blockchain-Technologien und Bitcoin beschäftigen, stieg das Investitionsvolumen 2015 stark an. Hier flossen insgesamt 474,4 Mio. US-$ Venture Capital und damit 59 Prozent mehr als im Jahr 2014. Allerdings gibt es regionale Unterschiede im Investitionsverhalten. Der Markt in Nordamerika etwa war 2015 durch einige Mega-Deals gekennzeichnet, sodass hier ein Gesamtvolumen von 7,6 Mrd. US-$ erreicht wurde. Europa erzielte dagegen 1,5 Mrd. US-$. Dabei nahm die Zahl der Deals um 30 Prozent zu. Spitzenreiter ist Asien. Hier explodierte das Investoreninteresse an FinTechs förmlich: Insgesamt wurden bei 130 Deals 4,5 Mrd. US-$ eingesammelt. Dabei floss mehr als die Hälfte der Summe nach China. MARKTSCHWANKUNGEN Bessere Konditionen ó Anlageberater und Vermögensverwalter können aufgrund der derzeitigen Marktschwankungen Kundengelder zu deutlich verbesserten Konditionen anlegen. Vor allem eingesetzte Zertifikate bieten attraktivere Chance-Risiko-Profile. Das Ertragspotenzial der real gekauften Produkte stieg im Februar auf neun Prozent, im Januar lag die Rendite risikogepufferter Investments bei maximal 6,8 Prozent. Auch die Absicherung der Kunden verzeichnet ein neues Rekordhoch. Der durchschnittliche Risikopuffer steigt auf 18,2 Prozent (+ 2,3 Prozent). Einen deutlichen Nachfrageanstieg lässt sich bei klassischen Bonuszertifikaten mit voller Partizipationsmöglichkeit beobachten. Der Anteil der Papiere am vermittelten Volumen steigt von drei auf mehr als elf Prozent. Damit nutzen Investmentprofis gezielt einen Teil der neuinvestierten Kundengelder, um risikooptimiert an einer möglichen Kurserholung zu partizipieren. Bei Discountzertifikaten werden die aktuell verbesserten Konditionen gleichermaßen auf höhere Sicherheitspuffer und Renditechancen verteilt. Einer Veränderung hinsichtlich der Risikoerwartung der Anlageexperten ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Der Dericon Risikoindex notiert trotz der turbulenten Marktphase unverändert 2,2 Punkte. KONSUMKREDIT-INDEX Private Kreditnachfrage steigt ó Kredite für privaten Konsum werden 2016 steigen. Dies prognostiziert der aktuelle Konsumkredit-Index des Bankenfachverbands. Mit 129 Punkten zeigt der Index das stärkste Wachstum seit seiner Einführung vor fünf Jahren. „Die Konsumstimmung ist nach wie vor gut, und viele Verbraucher nutzen die günstigen Zinsen für Finanzierungen“, betont Peter Wacket, Geschäftsführer des Verbands. Je nach Konsumgut sind allerdings unterschiedliche Tendenzen zu erwarten. So sollen etwa Finanzierungen von Gebrauchtwagen deutlich zulegen. Bereits 2015 wuchsen bundesweit die Besitzumschreibungen von Pkw stärker als die Neuzulassungen. Der Autokauf ist der wichtigste Grund für eine private Kreditaufnahme, denn jede zweite Finanzierung dient der Anschaffung eines Pkw. Die höchsten Zuwächse prognostiziert der Index hingegen bei Krediten rund ums eigene Heim - beispielsweise für Renovierungen und Umzüge. Kredite fürs Zuhause gewinnen immer mehr an Bedeutung. Erwartet wird, dass sich Verbraucher 2016 verstärkt Möbel und Küchen per Finanzierung anschaffen werden. 18 diebank 05.2016

REGULIERUNG Wettbewerbsfaktor für Banken ó Je schneller Banken Regulierungsvorschriften umsetzen, desto größere Wettbewerbsvorteile sichern sie sich. Dies zeigt der aktuelle Risk-Report der Boston Consulting Group (BCG). Regulatorische Änderung sei keine Welle, sondern ein ansteigender Meeresspiegel, betont Senior Partner Gerold Grasshoff. Doch in der Vergangenheit taten sich die Banken schwer mit der Einhaltung der Regulierungsvorschriften. Zwischen 2009 und 2015 fielen Strafzahlungen in Höhe von mehr als 275 Mrd. US-$ an. 50 Prozent der in 2015 aus Europa gezahlten Zahlungen und Rechtskosten gingen allein an US- Regulierer. Die hohen Kosten der neuen Regulierungen belasten die Banken. Diese sind als Teil des operativen Aufwands zu betrachten. Dabei leiden europäische Banken nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise. Gemessen an der Gesamtsumme der Aktiva von 25 Basispunkten, weisen sie eine negative Wertschöpfung auf. Dagegen haben sich die nordamerikanischen Banken bereits weitestgehend erholt. „Gründe dafür sind die anhaltend hohe Risikovorsorge und Eigenkapitalkosten sowie eine teilweise unklare regulatorische Situation hierzulande“, erläutert Grasshoff. BCG sieht drei Bereiche, in denen Veränderungen durch Regulierung stattfinden müssen: den Bereich finanzieller Stabilität, einer umsichtigen Geschäftsführung und eines geordneten Abwicklungsmechanismus. SCHLECHTE LAGE DRÜCKT DIE LOHNFINDUNG AGV Banken: Verdi fordert zu viel ó Als nicht nachvollziehbar haben die Banken-Arbeitgeber die Verdi- Forderung nach einem Gehaltsanstieg von 4,9 Prozent zurückgewiesen. Der Anpassungs- und Kostendruck im Kreditgewerbe sei als Folge eines grundlegenden Wandels so hoch wie lange nicht und der Verteilungsspielraum für die Branche deshalb sehr eng, sagte Heinz Laber. Der Vorsitzende des AGV Banken ist Verhandlungsführer der Arbeitgeber für die Anfang Mai anstehende Tarifrunde. Alle relevanten Wirtschaftsindikatoren fielen schlechter aus als in der zurückliegenden Tarifrunde, das müsse sich im Ergebnis der Verhandlungen niederschlagen. Die Gewerkschaft übersehe offenbar, dass die Banken durch Niedrigzinsen, steigende Ausgaben für Regulierung, veränderte Kundenbindung und hohe Investitionen im Zuge der Digitalisierung enorm belastet sind, so Laber. Die aktuelle Tarifbewegung in Deutschland könne kein realistischer Maßstab für das Bankgewerbe sein. Die Arbeitgeber betonen, das Niedrigzinsumfeld belaste die Banken gleich doppelt: auf der Ertragsseite durch erodierende Zinsmargen und auf der Kostenseite durch deutlich höhere Rückstellungen für die betriebliche Altersvorsorge. Die Bankenregulierung schmälere das Ertragspotenzial weiterhin durch die hohen Eigenkapitalanforderungen, und auch die zunehmende Digitalisierung fordere enorme Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Institute zu erhalten. STEYLER ETHIK BANK MACHT ERNST MIT IHREM ANSPRUCH AN DIE NACHHALTIGKEIT Unethisch? Dann bekommt der Vorstand einen Brief ó Mit ihrem Engagement für faire, nachhaltige und ökologisch vertretbare Investments nimmt es die Steyler Ethik Bank sehr genau und greift rigoros durch, wenn sich herausstellt, dass ein in ihren Fonds gelistetes Unternehmen nicht ganz so einwandfrei arbeitet. Die Bank der Missionare aus St. Augustin unterhält einen Ethik-Anlagerat, der seine Informationen nicht nur aus den offiziellen Verlautbarungen von Ratingagenturen, aus Unternehmensberichten etc. bezieht, sondern auch auf seine Missionare vor Ort hört. Das bekam z. B. das Bergbau-Unternehmen Anglo American zu spüren, das sich auf dem Papier als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit bezeichnet. Von Schwestern und Missionaren in Brasilien erfuhr die Steyler Bank jedoch von sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen und übler Umweltverschmutzung – die Aktien von Anglo American flogen hochkant aus dem Fun-Fonds („Fair und nachhaltig“). Auch der Volkswagen-Konzern hat es sich mit seinen Lügen im Abgas-Skandal mit der Missionarsbank verscherzt. Nach dem Bekanntwerden der Mauscheleien entfernte die Bank nicht nur umgehend alle Titel der Niedersachsen aus dem Fonds, Ethik-Referentin Jutta Hinrichs sucht in solchen Fällen den persönlichen Kontakt und schrieb dem Kon- zernvorstand, dass der Bank ein solches Verhalten nicht gleichgültig sei und sie künftig neue ethische Standards von VW erwarte. „Wir wollen missionarisch auf den Finanzmarkt einwirken, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben“, so Hinrichs bei einem Gespräch in Bonn. Nachhaltige Investments erleben einen Boom, eine Suchmaschine zeigt über 300 solcher Fonds in Deutschland. Nur wenige erfüllen so viele Ausschlusskriterien wie die Fonds der Steyler, bei denen vor allem Themen wie Atomenergie, Rüstung, Gentechnik, Embryonenforschung oder Kohleverstromung als tabu gelten. Die professionelle Beratung ihrer Kunden verknüpfe die Bank eng mit dem Thema Nächstenliebe, erläuterte Geschäftsführer Norbert Wolf. Die Kunden können deshalb nicht nur spenden, sondern auch ihre Zinsen mit Bedürftigen in aller Welt teilen. Auf diese Weise kamen – zusammen mit Bankgewinnen und Stiftungserträgen – im letzten Jahr 2,25 Mio. € an Hilfsgeldern für die Arbeit der Missionare zusammen. Damit wird u. a. ein Sozialzentrum in Ecuador unterstützt, ein Frauenprojekt in Äthiopien und ein Krankenhaus in Tansania. Die 58 Mitarbeiter der Bank verwalten ein Kundenvermögen in Höhe von 450 Mio. €. 05.2016 diebank 19

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