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die bank 05 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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ó FINANZMARKT fi INTERVIEW Dirk Elberskirch (54) leitet die Börse Düsseldorf bereits seit 21 Jahren und wurde Ende 2014 für weitere fünf Jahre zum Geschäftsführer bestellt. Nach Abitur, einer Lehre zum Bankkaufmann bei der Deutsche Bank AG, Wehrdienst und einem Auslandsaufenthalt in New York studierte Elberskirch Betriebswirtschaftslehre in Heidelberg, Mainz und Köln. Er arbeitete vor seinem Engagement bei der Börse Düsseldorf von 1989 bis 1993 bei Mummert + Partner in der Unternehmensberatung, wo er sich insbesondere mit Strategie- und Organisationsfragen von Kreditinstituten und öffentlichen Verwaltungen beschäftigte. In seine Zeit als Börsenchef fielen nicht nur die Transformation des klassischen Parketthandels und die Computerisierung, sondern auch die Weiterentwicklung des Angebots speziell für private Investoren und der Aufbau neuer Marktsegmente und Handelsangebote. Er ist in Organen und Beiräten verschiedener Gesellschaften tätig. Elberskirch ist verheiratet und hat zwei Töchter.

FINANZMARKT ó Wir werden sehen, wer richtig liegt Interview mit Dirk Elberskirch, Vorsitzender des Vorstands der Börse Düsseldorf AG. diebank: Herr Elberskirch, Sie haben den Primärmarkt für Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen aufgehübscht. Reichte der alte Mittelstandsmarkt, der zuletzt einige Ausfälle hinnehmen musste, nicht mehr aus? Elberskirch: Die Probleme, die derartige Unternehmensanleihen haben, sind ja nicht neu. Schon vor mehr als zwei Jahren haben wir die ersten Ausfälle gesehen. Wenn wir als Börse die Qualität aber nicht über Einstiegshürden in Form von harten Qualitätskriterien darstellen können – was ja keiner Börse gelungen ist – und das Etikett „Mittelstand“ manchmal als falsch angesehen wird, müssen wir mit einer anderen Lösung antworten. Also haben wir uns auf unsere Funktion als Börse konzentriert: Wir sind die Plattform, auf der Emittenten und Investoren Rendite und Risiko tauschen. Genau das möchten wir künftig stärker in den Vordergrund stellen. Mit der Neuausrichtung haben wir mehr Transparenz geschaffen und unseren Beitrag zur Weiterentwicklung des Markts geleistet. Jetzt haben wir ein Segment, das sowohl den Interessen von Emittenten als auch von Investoren gerecht wird. diebank: Den Investoren in der Form, dass die Börse Düsseldorf jetzt verstärkt auf Risiken hinweist? Elberskirch: Diese Hinweise richten sich vor allem an erfahrene Privatanleger. Wichtig ist, dass der Privatanleger sich ein Bild von den Risiken der Unternehmensanleihen machen kann. Dazu verpflichten wir z. B. die Emittenten, die wichtigsten Kennzahlen nach DVFA-Bondkommunikation zu veröffentlichen. So kann sich der Privatanleger auf einen Blick einen Eindruck über den Zinsdeckungsgrad, die Verschuldungsstruktur oder die Eigenkapitalquote machen – über die Zeit dann auch mit den historischen Zeitreihen, sodass ein Bild über Veränderungen entstehen kann. Neben den Kennzahlen informieren die Emittenten auch über die Ausgestaltung der Anleihe, etwa ob es Sicherheiten gibt, Garantien oder Covenants. Die wichtigste Information über Risiken einer Anleihe zum Zeitpunkt der Emission stellt jedoch unsere neue Klassifizierung dar. diebank: Und wie sieht diese Klassifizierung aus? Elberskirch: Die alte, aber nach wie vor hochaktuelle Börsenweisheit „Je höher der Zins, desto höher das Risiko“ kann man noch deutlicher machen, indem man bei einer Anleihe den Abstand zum risikolosen Zins veranschaulicht. So haben wir Segmente gebildet, in denen Anleihen gemessen an ihrer Emissionsrendite im Verhältnis zum risikolosen Zins – Messgröße ist hier die Rendite drei- bis fünfjähriger Bundesanleihen – einsortiert werden. In Primärmarkt A werden die Anleihen gelistet, deren Emissionsrendite maximal zwei Prozent oberhalb des risikolosen Zinses beträgt, in Primärmarkt B zwei bis vier Prozent und in Primärmarkt C mehr als vier Prozent. Das ist ein neuer, innovativer Ansatz, der auf einen Blick eine hohe Transparenz offeriert. diebank: Aber der Zinssatz allein sagt doch noch nichts über das eigentliche Risiko einer Unternehmensanleihe aus. Elberskirch: Doch. Zum Emissionszeitpunkt ist der Zins der Marktpreis für das eingegangene Risiko. Die Höhe des Zinses ist ein Ergebnis der Gespräche und Verhandlungen mit professionellen Investoren vor der Emission. Diese Investoren können das Risiko einschätzen – ob das zwei oder eben eher sieben Prozent sein müssen. So kommt ein Marktpreis zustande. Der ist für uns das Kriterium, nach dem wir die Unternehmensanleihen in die neuen Subsegmente unseres Primärmarkts einsortieren. Veränderungen der Markteinschätzung während der Laufzeit kann man an der Sekundärmarkt-Rendite bzw. am Kurs sehen. Der Zins zum Emissionszeitraum schließt natürlich keine Fehlbewertung aus. Deswegen gibt es weitere Voraussetzungen, die wir als Börse an Emittenten richten. diebank: Und das wären? Elberskirch: In Düsseldorf gibt es beispielsweise keine reinen Privatplatzierungen. Wir verhindern dadurch, dass ein Emittent mit zugkräftigem Markennamen, aber schlechter wirtschaftlicher Lage mit einem nicht marktgerecht niedrigen Zins in einem unserer unteren Segmente Fuß fasst. Die institu- 5.2015 diebank 9

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