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die bank 04 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT GESCHÄFTSMODELLE: AAREAL BANK Der Spezialist für Betongold Die Aareal Bank AG bietet ihren Kunden Finanzierungen und Bankdienstleistungen sowie Software-Produkte und digitale Lösungen. Die Spezialbank finanziert Bürogebäude, Hotels oder Shoppingcenter ebenso wie Logistik- und Wohnimmobilien und ist auf drei Kontinenten vertreten. Zuletzt hatte der MDax-Konzern einige Wettbewerber zugekauft. Dank einer üppigen Kapitaldecke könnten weitere Übernahmen folgen. Gleichzeitig treibt das Institut die Digitalisierung der Geschäftsbereiche voran. Zur Begrüßung überreicht Hermann J. Merkens ein Marzipan-Marmeladen-Herz mit einem Willkommenskärtchen der Aareal Bank. Das kleine Geschenk hat der Vorstandsvorsitzende jüngst auch allen Mitarbeitern übergeben lassen. Nach aufwendiger Renovierung hatte der Immobilienfinanzierer im letzten November den Konferenzbereich seiner Hauptverwaltung am Standort Wiesbaden eingeweiht. Seitdem empfängt die Spezialbank ihre Kunden aus der Immobilien- und Energiewirtschaft mit einer gelungenen Mischung aus informeller Start-up-Atmosphäre und formellem Bankambiente. Eher traditionell das schicke Foyer mit edlen Sofas und Sesseln aus Leder in Beigeund Brauntönen, gruppiert um kleine Marmortische. In der ersten Etage hingegen laden eine Kaffeebar sowie Stehtische für Vierergruppen in einem großzügigen Open Space zum spontanen Austausch ein. Im Besprechungszimmer bringen bunte ergonomische Pendelhocker nicht nur Farbe in den Büroalltag, sondern sollen auch den Rücken schonen. Auf ihnen hat auch schon Merkens stundenlange Meetings verbracht und die neuen Sitzmöbel für gut befunden. Seit 2015 steht der 51-Jährige an der Spitze des börsennotierten Konzerns. An Herausforderungen hat es seitdem nicht gemangelt. Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase und der harte Wettbewerb setzen auch die Immobilienfinanzierer unter Druck. Da angesichts mangelnder Alternativen immer mehr Geld in Beton fließt, sind die Preise für Kredite erheblich unter Druck. Gleichzeitig steigt die Zahl der Anbieter. Denn neben klassischen Geldhäusern finanzieren inzwischen immer mehr Versicherungen, Versorgungskammern und auch Pensionskassen den Kauf von Bürohäusern, Shopping-Komplexen, Wohnhäusern und Hotels. Aufräumarbeiten bei den zugekauften Wettbewerbern Das Geldverdienen fällt deshalb schwerer. Im Jahr 2016 konnte Merkens noch ein Konzernbetriebsergebnis von 366 Mio. € ausweisen. Laut vorläufigen Zahlen (Stand Februar 2018) hat der Spezialist für strukturierte Immobilienfinanzierungen für das gesamte Jahr 2017 ein Konzernbetriebsergebnis von 328 Mio. € erreicht und begründet den Rückgang mit dem gesunkenen Zinsüberschuss, der aus dem „weiteren planmäßigen Abbau des Kreditportfolios“ bei den 2014 und 2015 zugekauften kleineren Wettbewerbern Corealcredit und Westimmo sowie Währungseffekten resultiere. Nach größeren Aufräumarbeiten in deren Portfolios hatte die Aareal Bank im Sommer 2017 bekanntgegeben, dass die Westimmo künftig unter dem Namen Westdeutsche Immobilien Servicing AG firmieren und kein eigenes Bankgeschäft mehr betreiben, sondern sich auf die Bearbeitung von Immobilienkrediten fokussieren werde. Das sinkende Konzernbetriebsergebnis hält Merkens jedoch nicht davon ab, nach weiteren Übernahmekandidaten Ausschau zu halten. Zumal sich etliche Wettbewerber aufgrund der verschärften Kapitalvorschriften unter Basel IV aus dem Markt für Gewerbeimmobilien-Finanzierung zurückziehen dürften. Die Aareal Bank sei hingegen weiterhin sehr solide kapitalisiert, unterstreicht der Chef. Die Kernkapitalquote (Tier 1) lag laut vorläufigem Ergebnis per 31. Dezember 2017 bei auch im internationalen Vergleich komfortablen 22,1 (2016: 19,9) Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET 1) würde nach Vollumsetzung von Basel III 13,4 Prozent betragen. Mit dem Programm „Aareal 2020“ neue Ertragspotenziale erschließen Im jährlichen Ranking der Top 100, das „die bank“ zuletzt im August 2017 veröffentlichte, spielen die Hessen vorne mit. Mit einer Bilanzsumme von 47,7 Mrd. € Euro (2015: 51,9 Mrd. €) und 2728 (2015: 2861) Mitarbeitern sowie 20 Geschäftsstellen verbesserten sie sich um einen Platz auf Rang 21. Zum Vergleich: Die gleichfalls börsennotierte Deutsche Pfandbriefbank (PBB), die aus den Resten der Hypo Real Estate entstand, konnte Position 19 halten, die Berlin Hyp, die den Sparkassenverbänden und Landesbanken gehört, liegt auf dem 35. Platz. Um sein Institut auch für die Zukunft abzusichern und neue Ertragspotenziale zu erschließen, hat Merkens Anfang 2016 das Programm „Aareal 2020“ gestartet. Mit digitalen Innovationen will er die beiden Geschäftssegmente Strukturierte Immobilienfinanzierungen und Consulting / Dienstleistungen – in dem auch die Tochter Aareon AG angesiedelt ist – weiterentwickeln. Zudem will das Institut das Geschäft auf neue Märkte und benachbarte Branchen ausweiten sowie die Syndizierungsaktivitäten ausbauen, um damit die Risiken zu streuen. Gleichzeitig sollen die internen Strukturen und Prozesse optimiert werden – womit auch ein Stellenabbau verbunden ist. Bis Ende 2019 sollen 86 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Insgesamt beschäftigt der 16 04 // 2018

MANAGEMENT Konzern fast 2800 Mitarbeiter (Stand 30. September 2017). Die Digitalisierung, das wird im Gespräch mit dem CEO schnell klar, steht auf seiner Agenda ganz oben. Die Aareal Bank setzt auf die Kooperation mit Start-ups, um die disruptiven Veränderungen in der Immobilienwirtschaft zu meistern. „Die Digitalisierung ermöglicht umfassendere und gleichzeitig flexiblere Kundenpflege- und Vertriebsmodelle sowie Produkte und Services, die die Geschäftsprozesse der Kunden optimieren und ihre Effizienz steigern“, ist der 51-Jährige überzeugt. Um neue Angebote zu entwickeln, kooperiert der MDax-Konzern nicht nur mit den sogenannten PropTechs und FinTechs, die Wiesba- 04 // 2018 17

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