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die bank 04 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE ARNO

ó BERUF & KARRIERE ARNO WALTER Der Vielseitige fi AT THE TOP Arno Walter ist ein neugieriger Mann. Interessiert ihn ein Thema, dann will er es so gut wie möglich ergründen und für sich erschließen. Diese Wissensbegierde hat den Vorstandsvorsitzenden der Comdirect Bank beruflich weit nach oben gebracht. In den USA küren sie alljährlich nicht nur den „Banker of the Year”, sondern auch den „Digital Banker of the Year”. Mit dieser Spezialisierung zeigen sie in Übersee die zunehmende Bedeutung der digitalisierten Finanzwelt auf. Hierzulande wäre Arno Walter ohne Zweifel ein Kandidat für den „Digital German Banker of the Year“. Bevor Arno Walter im März 2015 zu Comdirect kam, war er 13 Jahre lang bei der Commerzbank beschäftigt. Hier war er unter anderem als Leiter des Bereichs Arno Walter war 13 Jahre lang für die Commerzbank tätig, unter anderem als Leiter des Bereichs Produktmanagement sowie im Mittelstandsgeschäft. Später übernahm er in der Osteuropa-Holding der Commerzbank die Rolle des COO. Auch bei der Deutschen Börse hinterließ Walter seine Spuren und trieb ein Projekt voran, das den Handel von standardisierten Finanzprodukten auf Rohstoffe und Dienstleistungen zum Ziel hatte. Seit 2015 ist er Vorstandschef der Comdirect. Produktmanagement und im Mittelstandsgeschäft tätig. Später übernahm er im Osteuropa-Geschäft der Commerzbank die Rolle des COO, was zahlreiche Reisen nach Tschechien, Ungarn, Polen und Russland mit sich brachte. Besonders bewegt verlief für Walter die Zeit im Jahr 2008 im Zug der Übernahme der Dresdner Bank, bei zwei derart großen Instituten eine enorme Herausforderung. Als der damals 40-Jährige gefragt wurde, ob er sich die organisatorische Bewältigung der Integration zutraue, sagte Walter sofort zu. „Einfache Aufgaben waren halt noch nie mein Ziel.“ Und so verantwortete er nicht nur die Organisation der Übernahme, sondern in der Folge auch die organisatorische Umsetzung der anstehenden Markenmigration. Ein Andenken an diese turbulente Zeit leuchtet noch heute in seinem Büro bei Comdirect, deren an der Börse gehandelte Aktien sich zu rund 81 Prozent im Besitz der Commerzbank befinden: sein Vorname in großen gelben Lettern. „Sämtliche Buchstaben meines Vornamens kommen im Namen meines ehemaligen Arbeitgebers vor“, sagt Walter. Als er innerhalb der Commerzbank den Bereich wechselte, bastelten die Kollegen daraus kurzerhand das passende Abschiedsgeschenk. „Dieser Schriftzug ist für mich auch eine schöne Erinnerung daran, dass man gemeinsam mit einem starken, motivierten Team selbst große Herausforderungen meistern kann“, sagt der überzeugte und überzeugende Teamplayer Walter. Neben organisatorischen Fragestellungen haben Börsen- und Handelsthemen seinen Weg begleitet. Walter, der sich noch an jene Zeit erinnert, in der Korrekturbänder bei traditionellen Schreibmaschinen als Fortschritt angesehen wurden, haben es vor allem die Herausforderungen der Einbindung moderner Technologien angetan. Bei der Dresdner Bank hat er in seinem Verantwortungsbereich bereits 1996 die Nutzung von Handys forciert. Bei der Bewältigung der Herausforderungen durch die Digitalisierung hilft ihm, dass er auf Anraten seiner Eltern das Zehnfinger-Schreibsystem erlernt hat. „Ich bin sehr früh mit Computern und deren zunehmender Bedeutung in Berührung gekommen“, beschreibt er heute seinen Weg. Die Fingerfertigkeit beim maschinellen Schreiben erweist sich auch unter zeitlichen Aspekten als Vorteil. „Ich bearbeite täglich etliche 80 diebank 04.2016

BERUF & KARRIERE ó Mails und sonstige Nachrichten auf dem Computer und dem Tablet. Da hilft es, wenn man möglichst schnell und fehlerfrei schreiben kann“, sagt Walter. Im Jahr 2015 wechselte er auf den Posten des Vorstandschefs bei Comdirect. Die Frage, warum die Direktbank als Hauptsitz Quickborn in der Nähe von Hamburg und nicht direkt ein Finanzzentrum gewählt hat, beantwortet Walter rasch und ohne Umschweife: Man genieße zum einen die Nähe zur Metropole Hamburg und verbuche gleichzeitig die Vorteile geringerer Mietkosten. Hier am Rande der Großstadt finden die Comdirect-Akteure ganz offensichtlich auch die Ruhe zu innovativem Denken. „Wir waren bei unserer Gründung 1994 gewissermaßen das erste FinTech, bevor es diese Bezeichnung überhaupt gab. Dieses Selbstverständnis gilt bis heute“, sagt Walter. Damit verbunden sei auch der Anspruch, kreativer und flexibler zu sein als andere Institute. So arbeiten die Beschäftigen bei Comdirect nach agilen Methoden. Das Feedback der Kunden werde darüber hinaus frühzeitig in die Produktentwicklung eingebunden. „Wir müssen neue Entwicklungen frühzeitig erkennen und bei Bedarf umsetzen. Dazu gehört es auch, Dinge auszuprobieren. Nur so können wir herausfinden, ob sie die Bedürfnisse unserer Kunden tatsächlich befriedigen“, sagt Walter. Er gibt seinen Mitarbeitern den dafür notwendigen Freiraum: „Nicht jeder neue Trend ist auch eine echte Innovation. Und nicht jede Innovation muss gleich zum großen Durchbruch führen.“ Der Musikliebhaber, den man sowohl in den Frankfurter Museen als auch bei den Bayreuther Wagner-Festspielen antreffen Arno Walter privat Gibt es spezielle Ereignisse oder bestimmte Menschen, die Ihren Lebensweg in besonderer Weise geprägt haben? Ja, meine Eltern. Sie sind vor vielen Jahren aus der damaligen DDR nach Westdeutschland gekommen und gaben meinen beiden Brüdern und mir eins mit auf den Weg: „Zwei Dinge kann euch niemand nehmen: Bildung und Werte.“ Diese Devise prägt mein gesamtes Leben und ich gebe dies auch an meine Kinder weiter. Sagen Sie uns etwas über Ihre Hobbys? Ich bin sowohl privat wie auch beruflich vielseitig interessiert. Ich reise gerne und versuche, mir andere Kulturen und Denkweisen zu erschließen. Mein Interesse gilt aber insbesondere dem Sport und der Kultur. Welche Sportart interessiert Sie besonders? Ich bin generell sehr sportbegeistert und habe aktiv zahlreiche Disziplinen ausprobiert. Neben dem Fußball gilt mein Interesse sowohl aktiv als auch passiv dem Tennis und dem Golfsport. Ein Freund hat mich vor einigen Jahren zum Karate gebracht, einer Sportart, die mir sehr viel gegeben und mich geprägt hat. Zum Beispiel, was Disziplin und Durchsetzungsvermögen angeht. Was fasziniert Sie am Sport? Sport verbindet Menschen über Hierarchien und Kulturen hinweg und fördert die Integration. Diese Erkenntnis hilft auch im privaten und beruflichen Alltag. Sport fördert das Selbstbewusstsein, die Disziplin und die Würde sowie nicht zuletzt auch Anerkennung und die Achtung – also den Respekt – vor dem Gegner. Und was viele unterschätzen: Sport fördert auch die Demut des Menschen und hilft dabei, Grenzen zu überwinden. Wie ist das zu verstehen? Als Jugendlicher war ich in der Leichtathletik eher ein „Kurzstreckler“. Mit 30 Jahren habe ich dann Gefallen daran gefunden, den sogenannten inneren Schweinehund zu überwinden und bin längere Distanzen gelaufen. Am Ende habe ich die Halbmarathon- Strecke bewältigt. Und das in einer für einen Amateur gar nicht so schlechten Zeit von knapp unter zwei Stunden. Ich habe mit dem Sport also meine eigenen Grenzen überwunden. Sind Sie Anhänger eines bestimmten Sportclubs? Ich bin in Frankfurt am Main aufgewachsen, habe lange Zeit meines Lebens dort verbracht. Dementsprechend bin ich seit mehr als 40 Jahren Fan von Eintracht Frankfurt. Ich bin bei der Eintracht – dem Fußballclub im „Herzen von Europa“ – seit langem Vereinsmitglied. Diese Fußballbegeisterung gebe ich auch an meine Kinder weiter. Das gelbe Abschiedsgeschenk. 04.2016 diebank 81

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