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die bank 04 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

NEUE REGELN BEI ZINS UND

NEUE REGELN BEI ZINS UND KREDIT Mehr Verbraucherschutz ó Banken müssen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden künftig strenger prüfen. Wer sein Konto dauerhaft oder erheblich überzieht, muss ein Angebot zur Beratung erhalten. Der Bundesrat hat hierzu ein entsprechendes Gesetz gebilligt. Ein Darlehen wird demnach künftig erst gewährt, nachdem das Kreditinstitut sorgfältig geprüft hat, ob ein Antragsteller zahlungsfähig ist. Dies liegt aber ohnehin im Interesse der Banken und Verbraucher, sonst drohen Pfändung und Zwangsvollstreckung. Bei Immobilienkrediten muss die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Kunden besonders eingehend geprüft werden. Mit dem Beschluss werden die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie sowie Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Bei Immobiliendarlehen gilt zudem ein weitgehendes Verbot sogenannter Kopplungsgeschäfte, bei denen es das Darlehen nur im Paket mit anderen Finanzprodukten wie Sparkonten oder Versicherungen gibt. Ausgenommen davon sind im Verbraucherinteresse liegende Produkte wie Bausparverträge oder Riester-Sparverträge. Um ein „ewiges Widerrufsrecht“ auszuschließen, erlischt es künftig spätestens nach einem Jahr und 14 Tagen. Für Altverträge endet das Widerrufsrecht spätestens drei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes zum 21. März 2016. Die Widerrufsbelehrung war in diesen Fällen häufig wegen eines Formfehlers und nicht wegen falschen Inhalts fehlerhaft. RISIKO-FÜHRERSCHEIN FÜR ZERTIFIKATE Regulierung mischt Karten neu ó Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) verlangt künftig im Rahmen der PRIIPs-Regulierung von allen Finanzproduktanbietern den Ausweis eines Gesamtrisikoindikators (Summary Risk Indicator, SRI). Dieser soll alle Risikoinformationen eines Finanzprodukts für Privatanleger verdichten − eingeordnet in sieben Risikoklassen. Das FinTech-Unternehmen SmartTrade hat über 40.000 DAX-Zertifikate nach den Vorgaben der ESMA bewertet. 80 Prozent der derzeit am Markt verfügbaren Produkte entfielen auf die drei höchsten Risikoklassen. Fast jedes zwölfte DAX-Zertifikat war der niedrigsten Klasse zuzuordnen. Es gilt, je riskanter ein Produkt desto geringer ist die Anzahl der Anleger, für die dieses geeignet ist und desto höher ist der Beratungsaufwand. Für die Ermittlung des SRIs gelten laut ESMA klare Vorgaben. Sie basieren für Zertifikate neben dem Bonitätsrisiko des Emittenten auf einem speziellen Value-at-Risk-Ansatz zur Ermittlung des Marktrisikos. In einer Simulation werden mehr als 10.000 mögliche Rendite-Szenarien abgebildet. Aus deren Verteilung lässt sich der Value-at-Risk ermitteln. Er stellt das Rendite-Szenario dar, das in nur 2,5 Prozent der Simulationen unterschritten wird. Ab Ende März wird die ESMA die finalen Berechnungs-Standards festlegen und veröffentlichen. FONDSVOLUMEN ERREICHT NEUEN HÖCHSTSTAND Absolute Return in Deutschland ó Die jüngste Entwicklung an den Kapitalmärkten erwies sich nicht nur für traditionelle Anlagestrategien als Herausforderung, sondern auch für Absolute-Return-Fonds. Lag die durchschnittliche Wertentwicklung 2014 noch bei annähernd 6 Prozent, so schlossen die Fonds 2015 im Schnitt mit einer Performance von 3 Prozent ab. Damit erreichten sie zwar nicht die Renditen der Aktienmärkte, konnten aber die Anleihenmärkte deutlich outperformen. Gleichzeitig stieg das in Absolute-Return-Strategien verwaltete Volumen mit 25 Prozent rasant im Vorjahresvergleich und erreicht mittlerweile ein Volumen von 191,3 Mrd. €. Dies ergab eine aktuelle Studie der Asset-Management- Gesellschaft Lupus Alpha. Vor allem Hedgefonds-ähnliche Strategien waren dabei die wesentlichen Wachstumstreiber. Die relativ stärksten Zuwächse entfielen auf Long/Short Equity, marktneutrale Aktienstrategien sowie Multi-Strategie-Ansätze. Gleichzeitig wuchs die Anzahl der in Deutschland verfügbaren Fonds um 43, auch hier kamen insbesondere Hedgefonds-ähnliche Strategien neu hinzu. Diese Strategien wurden in der Vergangenheit vor allem von institutionellen Anlegern allokiert. Aktuell stellen institutionelle Anleger etwa ein Drittel des Volumens im Absolute-Return-Segment. „Das anhaltende Niedrigzins- umfeld zwingt institutionelle Anleger dazu, verstärkt in liquide alternative Strategien zu investieren“, erläutert Ralf Lochmüller von Lupus Alpha. „Dabei werden zunehmend traditionelle Anlagen durch Absolute-Return-Strategien substituiert.“ Fondsvolumen in Mrd. € 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 56,3 18,0 38,3 81,9 86,8 25,9 28,2 56,0 58,6 103,9 35,1 68,8 125,4 34,1 Absolute Return Alternative Total Quelle: Lipper Thomson Reuters. 153,1 54,4 91,3 98,7 191,3 76,0 115,3 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 6 diebank 04.2016

Finanzmarkt Trends GUTACHTEN BESTÄTIGT DK Leverage Ratio setzt Fehlanreize ó Die Leverage Ratio kann nicht für mehr Finanzstabilität sorgen, vielmehr setze eine derartige Verschuldungsgrenze gefährliche Fehlanreize. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Gutachten von Thomas Hartmann-Wendels, das die Deutschen Kreditwirtschaft (DK) bei dem Kölner Uni-Professor in Auftrag gegeben hatte. „Eine Leverage Ratio verhindert weder übermäßige Verschuldung, noch Risikounterzeichnung, noch, dass risikobasierte Normen prozyklisch wirken“, betont die DK. Das Gutachten widerspricht damit den Aufsichtsbehörden, die immer wieder die Vorgabe einer Verschuldungsquote fordern. Die Einführung dieser starren Kennziffer als bankaufsichtliche Mindestanforderung würde im Ergebnis dazu führen, dass das Kreditangebot bei risikoarmen Produkten – wie zum Beispiel der Wohnungsbaufinanzierung, des Fördergeschäfts oder der Kommunal- und Staatsfinanzierung – reduziert werde, warnt die Deutsche Kreditwirtschaft. Außerdem sei mit höheren Kreditkosten aufgrund gestiegener Kapitalkosten bei den Instituten zu rechnen. Um diesen Gefahren zu begegnen, spricht sich das Gutachten dafür aus, die geplante Mindestvorgabe einer Leverage Ratio von drei Prozent zumindest nicht noch weiter zu erhöhen. Besser wäre es demnach sogar, die Kennziffer ohne Mindestquote als reine Beobachtungskennziffer der Bankenaufsicht (als sogenanntes Säule II-Instrument) zu etablieren. DELISTING IKB verschwindet vom Kurszettel ó Die IKB Deutsche Industriebank AG will die Börsennotierung der eigenen Aktien beenden. Der Vorstand hat das Delisting beschlossen, um Verwaltungskosten zu sparen und die Komplexität zu reduzieren. Aufgrund des geringen Streubesitzes von 8,5 Prozent hatte es in den vergangenen Jahren nur noch einen sehr geringen Handel mit der IKB-Aktie gegeben. 91,5 Prozent der Aktien hält der Mehrheitsaktionär Lone Star. Nach dem Antrag können Investoren die Bankaktien noch für sechs Monate an der Börse kaufen und verkaufen. Ein Abfindungsangebot an die anderen Aktionäre muss die Bank nicht unterbreiten, da sie an den Börsen in Düsseldorf und Frankfurt nur noch im weitgehend ungeregelten Freiverkehr notiert ist. Die Düsseldorfer Mittelstandsbank war eine der ersten, die in der weltweiten Finanzkrise ins Straucheln geraten war. Die Bank hatte sich mit US-Hypotheken verspekuliert und musste 2007 mit Milliardensummen vom Staat und der Bankenbranche gerettet werden. Der Verkauf an den US-Finanzinvestor Lone Star erfolgte 2008. Mehrere Anläufe, die IKB zu verkaufen, wurden erfolglos abgebrochen. AKTIEN STEIGEN EHER UNTER DEMOKRATEN Der Präsident und die Börsen ó Der amerikanische Wahlkampf ist bereits in vollem Gange, dreht sich aber momentan noch um die Kür der Kandidaten der beiden großen Parteien. Häufig herrscht ja die Vorstellung, dass republikanische Präsidenten aufgrund ihrer eher wirtschaftsliberalen Haltung für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit auch für steigende Aktienkurse sorgen. Analysiert man aber die Kursentwicklungen des S&P 500 von 1928 bis heute, zeigt sich, dass sich die Aktienkurse unter demokratischen Präsidenten besser entwickelt haben. Die Fondsgesellschaft Fidelity fand heraus, dass vier Amtsperioden eines republikanischen Präsidenten, aber nur eine eines Demokraten mit Kursverlusten endeten. Allein seit Ende des Zweiten Weltkriegs liegen die Kurssteigerungen in Regierungsjahren von Demokraten bei 11,4 Prozent, bei republikanischen US-Präsidenten dagegen nur bei 4,8 Prozent. Trotzdem rät Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld, Anleger sollten sich von politischen Wahlen in ihrer Investmententscheidung nicht beeinflussen lassen und ihre Anlagestrategie konsequent weiter verfolgen. Ein enger Zusammenhang zwischen dem politischen Lager des Präsidenten und der Börsenentwicklung besteht zumindest auf mittel- und langfristige Perspektive aus seiner Sicht nicht. 04.2016 diebank 7

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