Aufrufe
vor 8 Monaten

die bank 04 // 2016

  • Text
  • Banken
  • Diebank
  • Blockchain
  • Institute
  • Positionen
  • Anforderungen
  • Banking
  • Buckets
  • Baseler
  • Insbesondere
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING Die

ó BANKING Die Rechtslage Was bilanztechnisch machbar und theoretisch denkbar ist, ist aber noch lange nicht rechtlich zulässig, zumindest wo nicht „Ein Land, eine Währung“ gilt, sondern internationale Verträge zum Zuge kommen. Im Fall des Euroraums müssten völkerrechtlich bindende, multilaterale Verträge zwischen den Mitgliedstaaten angepasst werden. So untersagt die sogenannte „No-Bail-Out-Klausel“ (Art. 125 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union – AEU-Vertrag) ausdrücklich, dass EU-Mitgliedstaaten nicht füreinander haften dürfen. Art. 123 AEU-V verbietet die „monetäre Staatsfinanzierung durch die EZB und nationale Zentralbanken“. Dies aber hätte eine permanente Monetisierung zur Konsequenz. Zusätzlich verankert Art. 130 AEU-V die Unabhängigkeit des Eurosystems, d. h. nicht nur für die EZB muss die Unabhängigkeit gewährleistet sein, sondern auch für die dem Euro-Währungsgebiet angehörenden nationalen Zentralbanken. Für eine Vertragsänderung wäre die Zustimmung aller Länder notwendig. Wie aber kann eine Zentralbank noch unabhängig sein, wenn die Fiskalpolitik die Geldpolitik dominiert, ja letztlich eine Fortsetzung mit anderen Mitteln ist? Anders sieht es in den USA und in Japan aus. Dort liegt die Oberhoheit für die Geldpolitik letztlich in Händen nur einer Regierung. Tatsächlich scheint Japan bereits die ersten Schritte in Richtung Monetisierung und Helikoptergeld zu gehen. Mittels ihrer QQE- Geldpolitik (Qualitative & Quantitative Easing) wird die laufende Finanzierung des öffentlichen Haushalts de facto schon vorgenommen, da die Zentralbank neu emittierte Staatsanleihen zu fast 100 Prozent aufkauft, während sie bereits japanische Staatsanleihen im Umfang von über 30 Prozent der Bruttostaatsverschuldung auf ihren Büchern hält. Ein Advocatus Diaboli der Geldpolitik mag sich fragen, was in den USA und der Eurozone zu erwarten ist. Fakt ist, dass die Federal Reserve ca. 15 Prozent der US-Bruttostaatsverschuldung auf ihrer Bilanz hält, auslaufende Staatsanleihen aber durch neue ersetzt und somit das Volumen unverändert hält. Das Eurosystem marschiert derweil auf 720 Mrd. € zu, die es an Staatsanleihen über die Mitgliedszentralbanken auf die Bücher genommen hat. Bis Ende 2016 sollten es 1,2 Bio. € sein – das entspricht dann etwa 12 Prozent der Bruttostaatsverschuldung des Euroraums ” 2. Schlussfolgerungen und Implikationen für Banken Die zitierten Verträge der Euro-Teilnehmerländer verhindern eine fiskalisch induzierte Geldpolitik, aber das Helikoptergeld als weitere Stufe der Geldpolitik kann zumindest im Kontext der G 3 nicht ausgeschlossen werden. Die Bedeutung dieses Risikoszenarios nicht zuletzt auch für die Steuerung von Banken und Sparkassen liegt auf der Hand. Die Geldpolitik wird der Fiskalpolitik untergeordnet und verliert de facto ihre Unabhängigkeit. Es käme zur „fiskalischen Dominanz“. Monetisierung senkt den Anreiz zu einer soliden Fiskalpolitik. Damit einhergehend wäre ein Vertrauensverlust in die Geldpolitik und damit letztlich in die Geldwertstabilität zu erwarten. Die expansive Geldpolitik lastet auf der Währung. Es stellt sich noch die Frage, zu welchen Auswirkungen es bei den Anleiherenditen kommt. Hier ist mit gegenläufigen Effekten zu rechnen. Als Folge der Abwertung wäre mit Kapitalabflüssen und einem Anstieg der Inflationserwartungen zu rechnen. Die Zinsstrukturkurve bliebe in jenen Regionen, in denen eine Monetisierung vorgenommen wird, aber fest im Griff der jeweiligen Zentralbank. Negativzinsen dürften sich verfestigen. Da bei einer Monetisierung zu erwarten wäre, dass sie über alle Laufzeiten kauft, müsste sie die Zinsstrukturkurve entgegen den Treibern Währung und Inflation im Griff behalten. Das unterschiedliche Bonitätsrisiko der Länder würde entfallen, da die Zentralbank mit ihren tiefen Taschen alles kauft. Im Vorfeld der Monetisierung sollten sich die Bonitätsprämien zwischen den Teilnehmerstaaten eines gemeinsamen Währungsraums angleichen, wobei die schlechten Bonitäten am meisten profitieren: Wenn die Erwartung einer gemeinsamen Schuldenreduktion per Federstrich begründet ist, dann gibt es keinen Grund, von schlechten Schuldnern eine höhere Bonitätsprämie bei den Anleihen zu fordern, denn sie werden ja auf dem gleichen Weg entlastet wie alle anderen Schuldner auch. Im Gegenteil: Je schlechter die Schuldenkriterien, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Entschuldung mittels der Druckerpresse, da der politische Druck auf die Geldpolitik steigt. Die Liquiditätsspritzen dürften sich über alle Märkte ergießen und auch in weiteren Regionen zu Renditerückgängen führen, da das Kapital Anlagemöglichkeiten sucht. Sobald ein Ende der Monetisierung absehbar ist, müssten die Inflationserwartungen mit den ausbleibenden Anleihekäufen für steigende Renditen sorgen, während gleichzeitig die Bonitätsprämien wieder eingepreist werden. Steigende Refinanzierungskosten bei gesunkener Glaubwürdigkeit der Staaten bzw. der Geldpolitik führen zu einem Teufelskreis, der die Monetisierung als Gegenmittel verlängert. Von der Liquidität sollten auch Unternehmensanleihen profitieren. Allerdings ist hier zu beachten, dass die gestiegenen Inflationserwartungen zum Tragen kommen sollten, zumal die Zentralbank, anders als bei den Staatsanleihen, hier nicht mit Käufen gegensteuert. Nicht unterschätzt werden sollte auch die Gefahr, dass es durch das dauerhaft billige Geld zu einer Vermögenspreisinflation kommt („Flucht in die Sachwerte“), da die Investoren die Risikoleiter hinauf getrieben werden. Sachwerte, wie Aktien, sollten zu den Gewinnern gehören, da diese die steigenden Inflationserwartungen am ehesten überwälzen können. ó Autor: Hans-Jörg Naumer ist Global Head of Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors. 32 diebank 04.2016

BANKING ó Chancen und Risiken der Geschäftsmodellanalyse EBA RISK DASHBOARD Die Analyse des Geschäftsmodells ist mit Inkrafttreten der SREP-Guidelines der EBA zum 1. Januar 2016 ein entscheidender Bestandteil des bankenaufsichtlichen Überprüfungsverfahrens geworden. Auch das aktuelle gesamtwirtschaftliche Umfeld fordert eine kritische Überprüfung der Geschäfts- und Risikostrategien. Der vorliegende Beitrag leistet Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die Prüfungshandlungen seitens EZB und nationaler Aufsicht: Er zeigt, wie die bankinternen Risikostrategie-, Planungs- und laufenden Risikomanagementprozesse enger mit der Festlegung der Geschäftsstrategie verwoben werden können. Darüber hinaus wird erklärt, wie die Auswertung ausgewählter Veröffentlichungen der Aufsichtsbehörden, beispielsweise das EBA Risk Dashboard, wertvolle Hinweise zu Schwachstellen im Geschäftsmodell geben kann. Patrik Buchmüller | Jan Lindenau | Nicole Kobek Keywords: SREP-Leitlinien, Geschäftsmodell, Strategie Die Leitlinien zum aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process / SREP-Guidelines) setzen neben der Bewertung der Governance, der Kontrollen sowie der Kapital- und Liquiditätsrisiken einen ihrer vier Prüfungsschwerpunkte auf die Analyse und Bewertung des Geschäftsmodells. Anhand der Analyse des Geschäftsmodells sollen die Aufsichtsbehörden beurteilen können, ob das Institut in den nächsten zwölf bzw. 36 Monaten einen angemessenen Ertrag erwirtschaftet und ob die strategische Ausrichtung zielführend ist. In diesem Rahmen erfolgen sowohl quantitative als auch qualitative Analysen, in denen z. B. wesentliche Abhängigkeiten der Institute sowie ihr Risikoappetit analysiert werden. ” 1 verdeutlicht die zentrale Rolle der Geschäftsmodellanalyse im SREP, die als Ausgangspunkt für die weiteren drei Prüfungsschwerpunkte dient. Möglichkeiten zum Benchmarking Um ein ganzheitliches Verständnis der Banken und jedes einzelnen Geschäftsmodells zu gewinnen, führt die Aufsicht umfangreiche Datenauswertungen durch (u. a. Peer-Group-Vergleiche sowie Analysen des Geschäftsumfelds und volkswirtschaftlicher Indikatoren). Peer-Group- Vergleiche können auch eine Stärken-/ Schwächen-Analyse auf Basis der institutsinternen Kennzahlen und der allgemeinen Marktanalyse ergänzen, indem mithilfe eines institutsübergreifenden Kennzahlenvergleichs Entwicklungschancen oder Schwachpunkte besser identifiziert werden. Das EBA Risk Dashboard bietet für Banken innerhalb der EU ein einfaches, grobes Benchmarking der Key Risk Indicators. Die Kennzahlen können ohne zusätzlichen Mehraufwand aus dem laufenden Meldewesen der Bank (z. B. aus FIN- REP oder COREP) entnommen werden. Analysen zur Finanzstabilität Ergänzend zu Peer-Group-Vergleichen sollten die Institute strukturiert die Publikationen der internationalen Aufsichtsgremien zu potenziellen Risiken für die Finanzsystemstabilität auswerten. So können die Analysen und Prognosen des IWF und der Weltbank sowie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich frühzeitig auf weltwirtschaftliche Ungleichgewichte und erhöhte Ausfallgefahren im internationalen Kreditgeschäft hinweisen. Im Euro-Raum und in Deutschland sind vor allem die Finanzstabilitätsberichte von EZB und Bundesbank wichtige Hinweisgeber zu den wesentlichen Risiken für die Banken und für potenzielle Schwerpunkte der laufenden Geschäftsmodellanalyse der Aufsicht. Makroprudenzielle Aufsicht Zur absoluten Pflichtlektüre für die Institute gehören auch die Veröffentlichungen des European Systemic Risk Board sowie des Ausschusses für Finanzstabilität in Deutschland. Diese Ausschüsse sind Kerninstitutionen der sogenannten makroprudenziellen Bankenaufsicht. Sie bereiten durch ihre Analysen die Entscheidungen über die Einführung von zusätzlichen Kapitalpuffern für makroökonomische Risiken bzw. Kapitalzuschläge für einzelne 04.2016 diebank 33

die bank

die bank 01 // 2019
die bank 02 // 2019
die bank 03 // 2019
die bank 04 // 2019
die bank 05 // 2019
KINOTE 01.2019
die bank 06 // 2019
die bank 01 // 2018
die bank 02 // 2018
die bank 03 // 2018
die bank 04 // 2018
die bank 05 // 2018
die bank 06 // 2018
die bank 07 // 2018
die bank 08 // 2018
die bank 09 // 2018
die bank 10 // 2018
die bank 01 // 2017
die bank 02 // 2017
die bank 03 // 2017
die Bank 04 // 2017
die bank 05 // 2017
die bank 06 // 2017
die bank 07 // 2017
die bank 08 // 2017
die Bank 09 // 2017
die bank 10 // 2017
die bank 01 // 2016
die bank 02 // 2016
die bank 03 // 2016
die bank 04 // 2016
die bank 05 // 2016
die bank 06 // 2016
die bank 07 // 2016
die bank 08 // 2016
die bank 09 // 2016
die bank 10 // 2016
die bank 11 // 2016
die bank 12 // 2016
die bank 01 // 2015
die bank 02 // 2015
die bank 03 // 2015
die bank 04 // 2015
die bank 05 // 2015
die bank 06 // 2015
die bank 07 // 2015
die bank 08 // 2015
die bank 09 // 2015
die bank 10 // 2015
die bank 11 // 2015
die bank 12 // 2015

© die bank 2014-2018