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die bank 04 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING

ó BANKING Helikoptergeld: Was wäre wenn ...? GELDPOLITIK Die US-Zentralbank Federal Reserve hat zwar den ersten zaghaften Schritt in Richtung Leitzinsanhebung getan, die Geldpolitik bleibt aber dennoch weltweit expansiv. Nachdem nun auch die Bank of Japan einen negativen Einlagesatz eingeführt hat und damit in die Fußstapfen der Euro- und der schweizerischen Zentralbank tritt, scheinen Negativzinsen ebenso wie negative Anleiherenditen in den Industriestaaten zum „Normalfall“ zu werden. Die finanzielle Repression, ein Phänomen, bei dem die Anleiheinvestoren helfen, die Staatsschulden abzutragen, hat damit eine neue Stufe erreicht. Möglicherweise ist diese aber nicht die Letzte. Hans-Jörg Naumer Keywords: Zentralbanken, Staatsanleihen, Finanzielle Repression Immer stärker drängt die Diskussion um die „Monetisierung der Staatsschulden“ in die Öffentlichkeit: Weniger akademisch ausgedrückt, geht es dabei um das Drucken von Geld durch die Zentralbanken mit dem direkten Ziel der Finanzierung öffentlicher Haushalte. Das aber wäre für die Finanzinstitute von größter Bewandtnis. Anfang 2016 zeigt sich die globale geldpolitische Lage als unverändert expansiv, darüber sollte auch der im Dezember 2015 eingesteuerte Zinsschritt der US-Fed nicht hinwegtäuschen. Zwar hat diese die Leitzinsen erstmalig seit 2008 um 25 Basispunkte angehoben und hatte bereits im Herbst 2014 ihre quantitative Lockerung (Quantitative Easing – QE) beendet, aber von einer Normalisierung der Geldpolitik ist sie noch weit entfernt. Gemessen an der „Taylor Rule“, müsste ihr aktueller Leitzins über 2 Prozent liegen, um dann bis 2017 auf 4 Prozent angehoben zu werden. Davon ist die Fed weit entfernt. Das Aufkaufprogramm wird zwar nicht fortgesetzt, aber die Bilanzausweitung wird auch nicht rückabgewickelt. Im Gegenteil – auslaufende Staatsanleihen werden durch neue Käufe ersetzt. Von QE 1, zu QE 2, zu QE 3, … Gleichzeitig geht die Bank of Japan (BoJ) unbeirrt weiter. Sie hat zwischenzeitlich nicht nur einen negativen Einlagesatz eingeführt, sondern weitet ihre Bilanz Monat für Monat um 80 Bio. Yen aus. Aktuell entspricht ihre Bilanz ca. 70 Prozent des japanischen Bruttoinlandsprodukts. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat derweil Ende 2015 ihr QE-Programm über 2016 hinaus verlängert hat und ihr Präsident Mario Draghi die Bereitschaft signalisiert, aus diesem de facto „QE 2“ möglicherweise ein „QE 3“ werden zu lassen. Entsprechend sieht die Renditelandschaft aus. Weite Teile der Zinsstrukturkurven der Länder des Euroraums und einiger benachbarter Länder weisen negative Nominalrenditen aus. Im Fall der Schweiz gilt das bis einschließlich Anleihen mit 15 Jahren Laufzeit. Weltweit notieren Staatsanleihen im Umfang von 6 Bio. US-$ mit negativen Zinsen ” 1. … zum Helikoptergeld? Die Frage ist: Wie soll es ab da weiter gehen – vor allem, wenn die expansive Geldpolitik nicht hält, was sie verspricht? Nach offizieller Leseart will die EZB ein Abrutschen in die Deflation vermeiden und die Inflation in Richtung ihres Zielwerts bringen, was einer jährlichen Preissteigerungsrate von 2 Prozent entspricht. Vor dem Hintergrund begrenzter fiskalischer Spielräume ist die Debatte zu verstehen, die immer mehr in den Vordergrund drängt: Es geht um die Monetisierung der Staatsschuld, d. h. der Finanzierung bestehender Staatsschulden wie laufender Defizite durch die Geldpolitik. Hauptverfechter dieser Denkrichtung ist vermutlich Adair Turner. Aber auch Willem Buiter geht in diese Richtung. Der Internationale Währungsfonds räumte diesem Thema auf seiner „16th Jacques Polak Annual Research Conference“ vom November 2015 breiten Raum ein, wobei die Befürworter das Bild bestimmten. Die Anhänger dieser Radikalen Form der Geldpolitik treten dafür ein, dass die Zentralbanken unter dem Primat der Fiskalpolitik vom „Lender“ auch zum „Spender of last resort“ werden: ó „Lender of last resort“ (Geldgeber der letzten Instanz) zu sein, gehört zu den konstitutiven Aufgaben einer Zentralbank. Im Kontext der Staatsfinanzierung bekäme dieser Be- 28 diebank 04.2016

BANKING ó fi GENERISCHE STAATSANLEIHENRENDITEN, IN PROZENT ” 1 Nicht-EWU Länder 3M 1J 2J 3J 4J 5J 6J 7J 8J 9J 10J 15J 20J 30J Deutschland -0,51 -0,51 -0,53 -0,48 -0,42 -0,32 -0,28 -0,18 -0,07 0,08 0,20 0,40 0,65 0,90 Frankreich -0,38 -0,41 -0,41 -0,34 -0,27 -0,16 -0,06 0,07 0,18 0,38 0,56 1,10 1,24 1,55 Niederlande -0,42 -0,48 -0,45 -0,38 -0,31 -0,20 -0,08 0,06 0,17 0,34 0,00 1,05 Belgien -0,41 -0,43 -0,42 -0,36 -0,31 -0,22 -0,10 0,04 0,34 0,53 0,68 1,13 1,23 1,54 Österreich -0,41 -0,46 -0,42 -0,32 -0,26 -0,14 0,04 0,17 0,34 0,51 0,64 1,31 Finnland -0,47 -0,48 -0,41 -0,34 -0,20 -0,15 0,02 0,13 0,28 0,50 0,98 1,15 Schweiz -0,85 -0,99 -0,97 -0,87 -0,79 -0,67 -0,60 -0,48 -0,38 -0,31 -0,05 0,09 0,25 Schweden -0,52 -0,50 -0,60 -0,42 -0,12 0,14 0,51 Dänemark 0,58 -0,49 -0,26 0,00 0,31 0,54 1,03 Großbritannien 0,51 0,38 0,35 0,43 0,52 0,75 0,85 1,03 1,18 1,40 1,81 2,06 2,30 USA 0,29 0,51 0,73 0,90 1,22 1,50 1,74 2,59 Japan -0,12 -0,33 -0,20 -0,20 -0,19 -0,16 -0,16 -0,14 -0,11 -0,05 0,01 0,30 0,72 1,02 Wertentwicklungen der Vergangenheit erlauben keine Prognose für die Zukunft. Quellen: Bloomberg, AllianzGI Global Capital Markets & Thematic Research. Stand: 19. Februar 2016. 04.2016 diebank 29

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