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die bank 04 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE von

ó BERUF & KARRIERE von habe sie vor allem in der frühen Phase ihrer Karriere immens profitiert. Vernetzung unter weiblichen Führungskräften Dass sich der weibliche Teil der Kreditwirtschaft viel effizienter vernetzen muss, haben die Bankerinnen mittlerweile erkannt. Mit den „Fondsfrauen“ und dem „Vorstandsnetzwerk“ vom Frauen Finanz Forum gingen 2014 gleich zwei Bündnisse an den Start, die den fachlichen Austausch auf ihre Agenda setzen und sich deshalb auch nicht anderen Branchen öffnen. Sie habe die Erfahrung gemacht, sagt Fondsfrauen-Gründerin Anne Connelly, dass breit aufgestellte Netzwerke wenig wirkungsvoll seien, „da die Anwesenden oftmals wenig gemein haben, außer dass sie Frauen sind“. Eine Ansicht, die Katrin Rohmann teilt. „Neben dem fachlichen Austausch wollen wir die Vernetzung unter weiblichen Führungskräften fördern und nach außen zeigen, dass es in der Finanzwelt viele qualifizierte Kandidatinnen bereits gibt“, sagt die Partnerin beim Wirtschaftsprüfer Deloitte, die mit Adelheid Sailer-Schuster, Präsidentin a.D. der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern und Schleswig-Holstein, das Vorstandsnetzwerk initiiert hat. Zur Gründungsveranstaltung kam auch Ulrike Badura, die schon seit 15 Jahren im Vorstand der Dortmunder Bank für Kirche und Diakonie sitzt und sich dort anfangs manchmal „wie eine Kröte“ fühlte, weil sie als Uni-Absolventin ohne klassische Bankausbildung so gar nicht in das Profil passte. Als Assistentin der Geschäftsführung war sie 1984 gestartet und erinnert sich noch gut, als ihr während einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt wurde, dass sie künftig nicht mehr dabei sein solle, da sie die Männer zu sehr ablenke. Für Badura steht heute fest: „Nur Männer in einem Führungskräftekreis zu haben, ist genauso risikoreich und unerträglich wie reine Frauengruppen.“ Was gemischte Teams bringen, erfährt die 60-Jährige täglich in einem Vorstand, der mit einer Frauenquote von 50 Prozent glänzt. „Gemischte Teams inspirieren sich gegenseitig und disziplinieren sich auch. Oft müssen Chancen und Risiken gut abgewogen werden – und da hilft es, wenn Menschen mit verschiedenen Mentalitäten und Emotionen dabei sind.“ Wie Sonja Kardorfs Aufstieg später einmal das Frauenbild ihrer Kinder prägen wird, kann sie bei ihren beiden Töchtern (11 und 2) mitverfolgen. Die erfahren schon heute, dass steile Karrieren auch viele Ortswechsel mit sich bringen. Für die Ältere steht nach Düsseldorf, New York, Düsseldorf und jetzt Berlin bereits der dritte Umzug an. Ohne starken familiären Rückhalt hätte sie das niemals geschafft, räumt Kardorf ein. Zuhause zieht ihr Mann, ein Physiotherapeut, die Fäden. „Wäre ich mit einem Banker verheiratet, hätte ich vielleicht keine Kinder.“ ó Wer sich zuletzt bewegt hat Aufgestiegen: Nadine Faruque Seit seinem Amtsantritt in 2012 hatte Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, bereits mehrfach beteuert: „Bis zu meinem Ruhestand werden wir eine Frau im Vorstand oder Group Executive Committee der Deutschen Bank sehen.“ Nach der Französin Sylvie Matherat rückte mit der Schweizerin Nadine Faruque binnen weniger Wochen bereits die zweite Frau in das zweithöchste Führungsgremium des Branchenprimus. Sie wird oberste Beauftragte für gute Unternehmensführung. Als Global Head of Compliance trägt sie in dem mit nunmehr 21 Mitgliedern besetzten Gremium (darunter die sieben Vorstände der Deutschen Bank) nicht nur viel Verantwortung, sondern wird auch angesichts stetig steigender Compliance-Anforderungen gut zu tun haben. Mit Matherat teilt sich Faruque das Aufgabengebiet, beide berichten an Stephan Leithner, der im Vorstand für Recht und Personal zuständig ist. Erfahrung für ihre neue Position hat die Rechtswissenschaftlerin seit 2008 bei der italienischen UniCredit gesammelt, wo sie ähnliche Aufgaben wahrgenommen hatte. Zuvor hatte die heute 53-Jährige zehn Jahre lang in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Rechtsabteilung beim Finanzdienstleister Merrill Lynch in London gearbeitet. Sie ist als Anwältin in der Schweiz und in den USA zugelassen. Faruque wuchs in Asien und Europa auf. Kommunikationsprobleme dürfte die neue Deutsch-Bankerin nicht haben: Sie spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und sogar die pakistanische Nationalsprache Urdu. Umgestiegen: Claudia Buch Mit der Position als einzige Frau in von Männern besetzten Gremien kennt sich Claudia Buch aus. Im Mai 2014 löste die 49-jährige Diplom- Volkswirtin Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger bei der Deutschen Bundesbank ab. Wie bei ihrer vorherigen 68 diebank 4.2015

BERUF & KARRIERE ó Position als Wirtschaftsweise bleibt es auch bei einem Bundesbank-Shooting beim Gruppenbild mit Dame. Im Sachverständigenrat war die Wissenschaftlerin 2012 Beatrice Weder di Mauro gefolgt, die zur Schweizer Großbank UBS wechselte. Bei der Bundesbank verantwortet Buch die Bereiche Finanzstabilität, Statistik und Revision. Einer ihrer Förderer war der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber. Buch wäre „eine absolute Bereicherung“, hieß es aus Notenbankkreisen. Glatt verlief der Umstieg aus der Wissenschaft an die Bundesbankspitze trotzdem nicht. Das Vorschlagsrecht für den Vizeposten hat die Bundesregierung. Und die SPD drängte auf eine Beförderung von Bundesbankvorstand Joachim Nagel. Vorbehalte gegen Buch gab es, weil die Professorin vor einem gesetzlichen Mindestlohn gewarnt hatte. Letztlich setzte sich die Westfälin aber durch, wobei sie vor allem mit ihrem exzellenten wissenschaftlichen Ruf punktete. Ihre Karriere startete sie beim Institut für Weltwirtschaft, wo sie sich mit Finanzmarktfragen beschäftigte, lehrte an den Unis in Tübingen und Magdeburg, leitete das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle und war acht Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums, den sie als erste Frau leitete. (Lesen Sie dazu auch Seite 76 ff.) Ausgestiegen: Manuela Better „Neue Besen kehren gut, alte Besen wissen, wo der Dreck liegt.“ Mit diesem Satz präsentierte Aufsichtsratschef Bernd Thiemann im März 2010 Manuela Better als neue Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE) und damit als Nachfolgerin des damals völlig überraschend zurückgetretenen Axel Wieandt. Das klang nicht eben charmant. Manuela Better hat es trotzdem nicht übel genommen. Sie wusste, dass es nicht negativ gemeint war. Ihre Berufung markierte eine Zäsur. Die bis dahin in der Öffentlichkeit kaum bekannte Münchnerin rückte als erste Frau an die Spitze einer deutschen Großbank. Voller Elan machte sich die damals 49-Jährige an die Herkulesaufgabe. Der Immobilienfinanzierer war im Zuge der Finanzkrise fast zusammengebrochen, mit 100 Mrd. € Garantien vorübergehend gestützt worden, seitdem im Staatsbesitz und stand massiv im Fokus der Öffentlichkeit. Vier Jahre lang versuchte die Bankkauffrau das marode Institut zu sanieren. So überraschend wie sie an die Spitze berufen worden war, so unerwartet kündigte sie im Juni 2014 ihren Rücktritt an. Mit dem Bund hatte sich die HRE-Chefin in der Frage überworfen, ob der ebenfalls zur HRE gehörende Staatsfinanzierer Depfa verkauft oder abgewickelt werden solle. Better hatte eindringlich für einen Verkauf geworben, die Bundesregierung entschied sich letztlich aber dafür, die Depfa über die nächsten Jahrzehnte in der „Bad Bank“ der HRE auslaufen zu lassen. Im Sommer 2015 wird Better Risikovorstand bei der DekaBank. (Siehe auch Seite 78.) Abgestiegen: Edeltraud Leibrock Das Projekt hatte es in sich. Edeltraud Leibrock sollte die veraltete IT der Staatsbank KfW modernisieren. Für vier Großprojekte hatte das Frankfurter Institut 400 Mio. € eingeplant. Ursprünglich. Doch die Kosten explodierten. Als sich diese um knapp ein Fünftel erhöht hatten, zog die Förderbank die Reißleine. Deren Vorstandsmitglied Leibrock entzog sie die Verantwortung für das Mammutprojekt. Leibrock erklärte daraufhin, dass sie die KfW nach Ablauf ihres Vertrags am 30. September 2015 verlassen werde, da sie ihren beruflichen Schwerpunkt weiterhin auf Technologie und Innovation setzen wolle. Bis dahin bleibt sie für den Bereich Organisation zuständig. IT-Fragen verantwortet seitdem Risiko- und Finanzvorstand Bernd Loewen, IT-Großprojekte kontrolliert Vorstandschef Ulrich Schröder. Die heute 50-Jährige war im Oktober 2011 als Vorstand zur KfW gekommen und zunächst die einzige Frau in dem Gremium. Anfangs hatte bei der promovierten Naturwissenschaftlerin nichts auf eine Bankkarriere hingedeutet. Nach Doppel-Diplom in Biologie und Physik sowie Promotion arbeitete Leibrock knapp vier Jahre in der Umweltforschung sowie als Gastwissenschaftlerin in Boulder, USA, bevor sie bei der Boston Consulting Group knapp zehn Jahre als Beraterin für den Bereich Banking unterwegs war und erstmals mit der Finanzwelt in Berührung kam. Vor ihrem Wechsel zur KfW hatte Edeltraud Leibrock drei Jahre lang als Chief Information Officer bei der BayernLB die IT verantwortet. 4.2015 diebank 69

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