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die bank 04 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó IT & KOMMUNIKATION

ó IT & KOMMUNIKATION Online und Mobile Banking aus Kundensicht MOBILE PAYMENT Für immer mehr Dienstleistungen und Gegenstände gibt es inzwischen Apps. Aus dem Online-Trend wurde seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 schnell ein Mobile-Trend. Ist diese Entwicklung auch beim Online Banking abzusehen? Eine neue Studie gibt hierauf Antworten. Torsten Melles Keywords: Bezahlverfahren, Zahlungsverkehr, Zahlungsmittel Vor einigen Jahren sah es noch so aus, als habe die Nutzung von Online Banking in Deutschland eine Sättigungsgrenze erreicht. So lag der diesbezügliche Anteil zwischen 2006 und 2010 stets nahe der 35-Prozent-Marke. Doch dann kletterte der Anteil bis 2013 auf 45 Prozent – und erlebt nun einen erneuten Wachstumsschub: Wie eine aktuelle Erhebung der GfK Nürnberg im Auftrag des Bankenverbands zeigt, erledigen inzwischen 34 Millionen Menschen ihre Bankgeschäfte zumindest teilweise online. Sicherheitsbedenken als Hemmschwelle, auf Online Banking umzusteigen, haben im Laufe der vergangenen Jahre erkennbar an Bedeutung verloren. Hielten 2010 lediglich 35 Prozent der Deutschen Online Banking für „sicher“ oder „sehr sicher“, meint das heute immerhin die Hälfte der Befragten. Um die Akzeptanz von Online und Mobile-Banking zu ermitteln, hat Nordlight Research im September 2014 insgesamt 1.057 private Bankkunden online befragt. Alle Befragten waren volljährig, verfügten über ein Girokonto und hatten Zugang zu einem Internetanschluss. Somit hat jeder Teilnehmer die Voraussetzungen zum Online Banking. Tatsächlich nutzt eine große Mehrheit (87 Prozent) den Laptop oder den PC, um Geld zu überweisen. 24 Prozent gehen dazu auch mal an einen Automaten und 17 Prozent an den Schalter in der Bank. Jeweils sechs Prozent nutzen Mobile Banking oder eine spezielle Software mit einem Verschlüsselungsverfahren (z. B. HBCI). Besonders beliebt sind diese beiden Varianten in der Zielgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Erwartungsgemäß gehen die über 60-Jährigen etwas mehr an den Bankschalter und weniger an den PC, aber die Abstände zu den Jüngeren werden geringer: Immerhin noch 77 Prozent der Älteren machen Online Banking. Hohe Akzeptanz der TAN-Verfahren Angesichts der hohen Online-Nutzung für Überweisungen überrascht es nicht, dass 95 Prozent der Befragten mindestens ein TAN-Verfahren kennen. iTAN mit der gedruckten Liste von Transaktionsnummern (TAN) ist dabei das bekannteste Verfahren zur Verschlüsselung bei Online-Überweisungen, gefolgt von mTAN/smsTAN und dem TAN-Generator ” 1. Hauptsächlich kommt aber das mTAN/ smsTAN-Verfahren zum Einsatz (39 Prozent) bei dem die TAN-Nummer per SMS an das Handy gesendet wird. Besonders die Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen schätzt die Einfachheit der Anwendung als besonderen Vorteil ein. Mit zunehmendem Alter nimmt die Nutzung dieses Verfahrens aber ab. TAN-Generatoren mit Nummernfeld werden von 31 Prozent verwendet, vorwiegend von Sparkassenkunden, die dieses Verfahren als besonders sicher beurteilen. iTAN hingegen wird – oft mangels Alternativen – von 28 Prozent am häufigsten eingesetzt. Wenig bekannt und ganz selten primär genutzt (jeweils ein Prozent) sind das photoTAN-Verfahren und BestSign, bei dem ein spezieller USB- Stick die Transaktionsnummer ersetzt. Unter den jeweiligen Kennern der einzelnen Verfahren wird die Verschlüsselung über mTAN/smsTAN als besonders einfach wahrgenommen. Auf die Frage „Und wie gut lassen sich mit den Ihnen bekannten Verfahren Überweisungen vornehmen?“ antworten 31 Prozent beim mTAN/smsTAN-Verfahren mit ausgezeichnet, gefolgt von iTAN mit 27 Prozent, auf dem dritten Platz liegt BestSign (20 Prozent). photoTAN (19 Prozent) sowie der TAN-Generator (17 Prozent) bilden die Schlusslichter. Der etwas umständlich anmutende Bedienungsvorgang des TAN-Generators, bei dem erst eine Bankkarte in den Generator gesteckt werden muss, dann eine Eingabe erfolgt und oft auch noch ein Bildschirmabgleich gemacht werden soll, schlägt sich hier in den Befragungsergebnissen nieder. In punkto Sicherheit liegen aber Best- Sign und der TAN-Generator fast gleichauf auf den Plätzen eins und zwei. Die zwei mobilen Varianten photoTAN und mTAN bilden das Mittelfeld, das iTAN- Verfahren wird als am wenigsten sicher eingestuft. Überraschend an diesem Ergebnis ist, dass das objektiv betrachtet 60 diebank 4.2015

IT & KOMMUNIKATION ó hohe Sicherheitsniveau des photoTAN- Verfahrens nicht erkannt wird. Auffallend ist auch, dass viele Verbraucher ihrem derzeit persönlich genutzten Verfahren subjektiv eine größere Sicherheit zuschreiben als Verfahren, die nachweislich geringere Sicherheitslücken aufweisen. Zusammenfassend erhalten vor allem die mTAN/smsTAN, BestSign und der TAN-Generator überwiegend positive Bewertungen. Banking-Apps skeptisch bewertet Wie wichtig die wahrgenommene Sicherheit beim elektronischen Banking ist, zeigt ein Blick auf die Akzeptanz von Banking Apps, die es ermöglichen, Bankgeschäfte direkt über das Smartphone oder das Tablet abzuwickeln. Die Nichtnutzer geben zu 51 Prozent Sicherheitsbedenken als Grund ihrer Ablehnung an. Die überwiegende Mehrheit Nutzer ist aber sehr zufrieden. Befragt man alle Besitzer von Smartphones nach den wichtigsten Zusatzfunktionen von Banking Apps, liegen die Geldautomaten- oder Filialsuche, die automatische Kategorisierung der Einnahmen und Ausgaben sowie die Kontostandsprognose auf den vorderen Plätzen. Die Geldautomaten- und Filialsuche sind besonders attraktiv für Kunden, deren Bank nicht über das dichteste Netz verfügt. Die Kontostandsprognose spricht besonders Frauen und Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 2.500 € pro Monat an. Vergleichsweise unbedeutend sind derzeit Depotfunktionen und eine Synchronisation mit iCloud. Wallet Apps sind wenig bekannt Noch seltener als Banking Apps werden Wallet Apps genutzt. Nur zwei Prozent der Befragten wickeln über solche Apps bargeldlose Bezahlvorgänge ab, und 54 Prozent haben noch nie davon gehört. Die Bekanntheit von Wallet Apps sinkt mit zunehmendem Alter, die Affinität zu ihnen steigt aber kaum bei den Jüngeren. Erklärt man den Begriff und fragt nach 1 Bekanntheitsgrad von TAN-Verfahren Welche der folgenden Verfahren kennen Sie zumindest dem Namen nach? (n=1057) iTan-Verfahren 1 mTAN/mobileTAN/ smsTAN 2 TAN-Generator mit Nummernfeld 3 photoTAN 4 BestSign 5 kein TAN-Verfahren bekannt 6 % 5 % 10 % einer Beurteilung, lehnen Jung und Alt das Konzept überwiegend ab. Dies setzt sich in einer weiteren offenen Frage nach den Nutzungsmöglichkeiten von bargeldlosem Bezahlen mit Wallet Apps fort. Fast ein Drittel antwortet mit „zu keinem Zweck/nirgends“ und lehnt damit die Apps kategorisch ab. Dabei wird das bargeldlose Bezahlen noch mit Abstand als wichtigste Funktion der App angesehen. Erweiterte Funktionen, wie beispielsweise das mögliche Mitführen digitaler Ausweisdokumente oder die Nutzung einer elektronischen Schlüsselfunktion für Auto oder Wohnung, finden deutlich weniger Zuspruch. Wahrscheinlich ist die Ablehnung von Wallet Apps wieder von Sicherheitsbedenken getrieben, zumindest gibt es bei den bevorzugten Abrechnungsarten ein klares Voting für Prepaid (42 Prozent), bei dem nur das vorher aufgeladene Guthaben genutzt werden kann. Direkte Zugriffe auf das Konto des Befragten, wie bei Giropay oder über die Kreditkarte, werden nur von 33 oder 22 Prozent als Abrechnungsart bevorzugt. 57 % 55 % 64 % 1 TAN-Nummer wird aus einer gedruckten Liste abgelesen. 2 TAN-Nummer wird per SMS auf das Handy gesendet. 3 Extra-Gerät, in das die Bankkarte gesteckt wird. Der Chip auf der Bankkarte generiert eine TAN, die auf dem Display erscheint. 4 Beim Online Banking wird ein Bild angezeigt. Mit einem Lesegerät oder mit dem Smartphone wird das Bild fotografiert/ausgelesen und eine TAN angezeigt. 5 Statt Transaktionsnummer dient ein spezieller USB-Stick als Sicherheitsschlüssel. Fazit Wer heutzutage Geld überweisen will, tut dies am ehesten per PC oder Laptop, und beim Online Banking sind die verschiedenen TAN-Verfahren bekannte und akzeptierte Helfer. Dabei wird das mTAN/sms- TAN-Verfahren vor allem wegen der leichten Bedienbarkeit geschätzt. BestSign und der TAN-Generator hingegen werden wegen Sicherheitsaspekten positiv beurteilt. Die gute Beurteilung des mTAN-Verfahren zeigt, dass das Handy durchaus in den Online-Banking-Prozess eingebunden wird, es bleibt aber fraglich, ob das Smartphone den PC ersetzen kann. Die derzeit niedrige Nutzungsrate von Mobile Banking und die hohen Sicherheitsbedenken sprechen dagegen. Selbst wenn es in absehbarer Zeit gelingen sollte, für mobile Bezahlsysteme Standards zu etablieren und mehr Einsatzmöglichkeiten im Handel und im Dienstleistungssektor zu schaffen, werden Sicherheitsbedenken wahrscheinlich auch den Markt der Wallet Apps nur sehr langsam wachsen lassen. Selbst die jüngsten Befragten beurteilen die Wallet Apps überwiegend negativ. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich der Siegeszug von „mobile“ in absehbarer Zeit hierzulande nicht komplett auf den Bankensektor überträgt. ó Autor: Dr. Torsten Melles ist Geschäftsführer der Nordlight Research GmbH, Hilden. 4.2015 diebank 61

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