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die bank 03 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE erbach

BERUF & KARRIERE erbach von der HypoVereinsbank. Für Martin Fischedick von der Commerzbank steht fest: „Unser Angebot, bis zu einem Drittel der Jahresarbeitszeit im Homeoffice verbringen zu können, muss am Ende der Pandemie neu gedacht werden.“ Klar sei aber auch, dass ein ausschließliches Arbeiten von zu Hause nicht vorstellbar sei. „Es geht schließlich auch um ein Miteinander und um Vertrauen. Die Unternehmenskultur erlebt man weniger am heimischen Küchentisch“, betont Fischedick. Martin Wehrle, Leiter Personal und Kommunikation bei M.M.Warburg & Co., ergänzt: „Studien wie die Untersuchung „Home Office 2020“ des Arbeitgeberverbands der Banken zeigen, dass Menschen am zufriedensten und leistungsfähigsten sind, wenn sie ein bis zwei Tage die Woche im Homeoffice arbeiten können – und den Rest der Woche im Büro. Das trifft auch auf unsere Mitarbeiter zu.“ Der direkte Austausch mit einem Gesprächspartner und das Agieren in Gruppen seien durch nichts zu ersetzen. „Nach der Pandemie werden wir ein hybrides Arbeitsmodell mit dem Büro im Mittelpunkt beibehalten. So können wir ohne Probleme den Präferenzen unserer Mitarbeiter gerecht werden“, so Wehrle. 70 03 // 2021

BERUF & KARRIERE Ähnlich sieht es die Deutsche Bank. „Wir stellen uns auf ein hybrides Modell ein, bei dem die Mitarbeiter flexibel zwischen Arbeit von zu Hause aus und im Büro entscheiden können – natürlich abhängig davon, ob das mit der jeweiligen Aufgabe vereinbar ist“, sagt Mediensprecherin Christine Peters. Wie genau dieses Modell aussehe, werde man gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern entwickeln. „Denn es geht hier um weit mehr als nur darum, Bürofläche abzumieten.“ Aus Umfragen mit den Mitarbeitenden wisse die Bank, dass sich diese für die Zukunft mehr Flexibilität wünschten. „So können sich 80 Prozent unserer Belegschaft vorstellen, in Zukunft mindestens einen bis mehrere Tage regelmäßig von zu Hause zu arbeiten.“ Die Richtung ist klar. Laut einer Umfrage der Europäischen Bankenaufsicht gingen rund 80 Prozent der befragten Banken davon aus, dass auch langfristig die verbesserten Bedingungen für das Homeoffice erhalten bleiben würden. Dagegen ist aus Sicht des AGV Banken – gerade angesichts der jüngsten Erkenntnisse – keine Notwendigkeit für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice erkennbar, wie er derzeit diskutiert wird. „Flexibilität ist keine Einbahnstraße: Nicht jeder Wunsch nach Arbeit von zu Hause entspricht den betrieblichen Bedarfen, umgekehrt sind nicht alle Beschäftigten zur Arbeit im Homeoffice bereit und nicht alle Tätigkeiten dafür geeignet.“ Gefragt seien stattdessen passgenaue betriebliche oder individuelle Lösungen. Büros nicht mehr für jeden? Auf dem Prüfstand stehen derweil auch die Büroflächen. Kommen weniger Mitarbeiter ins Office, braucht man weniger Platz. Das drückt die Kosten für Mieten, Strom, Wasser. Schon heute bieten viele Banken ihren Mitarbeitern nicht mehr den Luxus eines festen Arbeitsplatzes. Bei der Commerzbank und der HypoVereinsbank etwa suchen sich die Mitarbeiter auf fest zugewiesenen Etagen einen freien Platz. Am Abend müssen sie die Tische räumen und ihre persönlichen Dinge in Schränken deponieren. „Ob wir tatsächlich künftig weniger Fläche benötigen, wird die Zeit zeigen“, sagt Aksu von der Santander Consumer Bank, die in ihrer modernen Hauptverwaltung in Mönchengladbach schon länger neue Formen des Arbeitens mit Open Space, Ruhe-Ecken, großen Besprechungszimmern und Einzelräumen erprobt. Einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge wollen allerdings nur 6,4 Prozent der deutschen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten ihre Büroflächen verkleinern. Knapp 17 Prozent wollen Gruppenbüros auflösen oder mehr Platz für Kommunikation und Austausch schaffen. Bis für die Mitarbeiter eine neue Ära mit einer hybrideren Arbeitswelt beginnt, können sie noch ein wenig experimentieren. Während die einen bei ihren Videocalls Einblicke ins Private gewähren, setzen die anderen lieber auf ausgefallene Hintergründe: mit Bildern von Star Wars, Skylines oder einem imposanten Chefbüro. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. 03 // 2021 71

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