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die bank 03 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG ERNSTZUNEHMENDES ASSET DIE BITCOIN- PREISRALLYE Der Kryptomarkt boomt wie nie zuvor, der Bitcoin kletterte auf ein neues Allzeithoch. Welche Währungen werden die nächsten sein, die dies schaffen? Und wie wird es weitergehen mit Bitcoin, Litecoin, Dogecoin & Co.? Ist es bereits zu spät, oder ist nun genau der richtige Zeitpunkt, um zu investieren? Unser Autor bewertet, was sich seit dem letzten Bullrun von 2017 verändert hat und welche Auswirkungen sich daraus für die nahe Zukunft ergeben. 58 03 // 2021

DIGITALISIERUNG Um zu erahnen, in welche Richtung es beim Bitcoin preislich geht, müssen wir wissen, wer bis dato investiert ist und wie sie sich das Investorenumfeld seit 2017 verändert hat. Doch nicht nur das ist wichtig, sondern auch, wie sich das wirtschaftliche Umfeld verändert hat und in welche Richtung es sich noch entwickeln wird. Zum ersten Punkt: Es dürfte diesmal tatsächlich so sein, dass erstmals institutionelle Investoren einen Anteil an der aktuellen Entwicklung von Bitcoin haben. Dies ist in der noch jungen Geschichte der Kryptowährungen bislang beispiellos. Es war zu beobachten, dass renommierte Universitätsfonds, Pensionsinstitutionen und sogar gewichtige Investment Trusts mit ihren Kundengeldern in den Markt eingestiegen sind. Das sogenannte Big Money zeigte damit erstmals Interesse an diesem noch jungen Markt. Die Gründe hierfür sind natürlich mannigfacher Natur: Erstens steigt die Akzeptanz aufseiten der Privatinvestoren, und auf der anderen Seite sorgen staatliche Regulierungen dafür, dass Vertrauen in dieses neue Asset hergestellt wird. Immer breitere Akzeptanz von Bitcoin Würde es aufseiten der Investoren keine breitere Akzeptanz hinsichtlich des Kryptomarkts geben, dann würden sich institutionelle Anleger auch nicht auf dieses Spielfeld wagen. Zumindest Bitcoin hat es in den letzten Jahren geschafft, das eigene Image gehörig aufzupolieren. Immer mehr gelangte die größte Kryptowährung in den Fokus der breiten Anlegermasse. Gleichzeitig tat sich auch viel auf der Anwenderseite. Bitcoin ist mittlerweile tatsächlich eine Währung, ein Asset, mit dem man etwas „anfangen“ kann. Die Verlautbarung von Pay- Pal, Bitcoin als Zahlungsmöglichkeit zu implementieren, schürte die Hoffnung der Anleger auf eine noch rosigere Zukunft. Tatsächlich hat sich seit 2017, als der Bitcoin erstmals die Marke von 20.000 US-$ durchbrach, im Umfeld irrsinnig viel getan. Es ist daher wirklich wenig überraschend, dass er diese Höchstmarke sogar noch einmal verdoppeln konnte. Makroökonomische Trends Positiv für die Preisentwicklung von Bitcoin – so widersprüchlich sich das vielleicht auch anhört – ist die derzeit herrschende globale Rezession. Alle Zentralbanken auf der Welt handeln nach dem gleichen Muster und versuchen, die wirtschaftlichen Probleme mit noch mehr gedrucktem Geld zu lösen. Große Teile dieses Geldes wandern jedoch nicht in die Realwirtschaft, sondern in verschiedene Assetklassen, die hohe Renditen versprechen. Aktienkurse, Immobilien- und Edelmetallpreise sind ebenfalls stark angestiegen seit März 2020. Experten sprechen von einer „Asset-Price-Inflation“. Nun geht es natürlich darum, dass die Investoren diejenigen Assets vorziehen, die großes Potenzial haben, ihren Wert zu behalten und dennoch flexibel zu sein. Bitcoin ist ein solches Asset, das hohe Renditen mit hoher Volatilität und hoher Flexibilität bereitstellt. Gleichzeitig gibt es wenig sichere Alternativen zu den Aktien- und Kryptowährungsmärkten, da das Niedrigzinsumfeld dafür sorgt, dass das Kapital spekulativer angelegt werden will. Parallelen zu 2017 Nun haben viele Privatanleger Sorge, dass der jüngste Preisanstieg auch in solch einem Desaster endet wie 2017, als der Bitcoin-Kurs von 20.000 auf knapp 3.000 US-$ abrutschte. In einem Punkt können wir uns sehr sicher sein: Die Volatilität in diesem Markt wird, im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen, hoch bleiben. Und tatsächlich beobachten wir vom historischen Höchststand des Preises einen circa 25-prozentigen Einbruch. Aber ist das wirklich der Beginn eines Einbruchs oder eine Konsolidierung auf hohem Niveau? Niemand kann in die Zukunft sehen. Allerdings gibt es, wie bereits beschrieben, eine Menge an Hinweisen, die den Schluss nahelegen, dass dieses Kursfeuerwerk nicht nur ein Werk von kurzfristig orientierten Spekulanten ist, sondern eine Folge der zunehmenden Akzeptanz von Bitcoin auf den freien Märkten. Diesbezüglich sind wir wesentlich weiter als noch im Jahr 2017. Die wirtschaftliche Gesamtlage und die Geldpolitik der Zentralbanken sorgen ebenfalls dafür, dass frisches Kapital den Weg in den Kryptomarkt findet. 03 // 2021 59

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