Aufrufe
vor 8 Monaten

die bank 03 // 2021

  • Text
  • Digitalisierung
  • Kundengelder
  • Markt
  • Digitalen
  • Mitarbeiter
  • Bitcoin
  • Digitale
  • Anforderungen
  • Unternehmen
  • Banken
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 | Globale

MARKT 1 | Globale Investmentbanken: Einnahmevergleich 2010 - 2020 Zahlen vertikal links: Angaben in Mrd. US-$ 140 120 100 80 60 40 20 0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Quelle: Refinitiv, Global Investmentbanking Review Full Year 2020. 3,7 Mrd. US-$) und die Deutsche Bank (+7 Prozent auf 2,5 Mrd. US-$) die Plätze sechs bis acht. Der Marktanteil der fünf führenden Banken belief sich im Gesamtjahr 2020 auf 30 Prozent, was einem Anstieg um 2,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. ÿ 2 FICC-Geschäft dürfte im Jahr 2021 sinken Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen, die der Haupttreiber des gesamten Ertragswachstums bei den größten Investmentbanken der Welt waren, haben bereits begonnen, sich in Abweichung von den Rekordwachstumsniveaus des ersten Halbjahrs 2020 zu normalisieren. Alle 13 von S&P Global Market Intelligence erfassten Banken verzeichneten bereits im dritten Quartal zweistellige Rückgänge bei den FICC-Erträgen gegenüber dem zweiten Quartal, wobei zehn Banken Rückgänge von mehr als 30 Prozent verbuchten. Dabei verzeichnete die Goldman Sachs Group Inc. mit fast 41 Prozent den größten Rückgang gegenüber dem Vorquartal. Dieser Rückgang hat sich auch auf die Gesamterträge vieler Banken im dritten Quartal ausgewirkt. Allerdings scheint sich mit Blick auf die bislang veröffentlichten Ergebnisse zum vierten Quartal 2020 noch kein klarer Trend abzuzeichnen. So konnte JP Morgan Chase die Erlöse sowohl im Bereich Fixed Income als auch im Aktiengeschäft im Jahresvergleich um 15 Prozent bzw. 32 Prozent steigern. Auch die Citigroup steigerte die Erträge im Q4 in den Bereichen Fixed Income um 7 Prozent und Equity Markets sogar um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Festzuhalten ist, dass vor allem die US- Großbanken von ihrem starken Standbein im Investmentbanking-Segment und vom Handel mit festverzinslichen Papieren profitieren. Nach dem schwächeren dritten Quartal dürften die Erträge der Investmentbanken dank der günstigen Marktbedingungen im Abschlussquartal durchweg steigen. Bei der Bank of America wuchsen die Handelserträge um 7 Prozent auf 3 Mrd. US-$ hingegen etwas geringer. M&A-Aktivitäten im Jahr 2020 rückläufig Obwohl im profitablen M&A-Geschäft die Transaktionsvolumina 2020 aufgrund der Covid-19-bedingten Unsicherheiten leicht zurückgegangen sind, scheinen die Einnahmen aus dem klassischen Investmentbanking zum Jahresende wieder anzusteigen. Darauf deuten auch die Zahlen der Banken zum vierten Quartal hin. Während die nach der Marktkapitalisierung und Bilanzsumme größte Bank der USA, JP Morgan, die Einnahmen im Q4 2020 um 37 Prozent auf rund 2,5 Mrd. US-$ im Vergleich zum Vorjahr steigerte, sanken die Erträge der Citigroup aus dem Beratungsgeschäft um 38 Prozent auf 232 Mio. US-$. Dass das Volumen mit 3,6 Bio. US-$ nur um 5 Prozent unter dem des Vorjahrs lag, rührt daher, dass viele Unternehmen darauf drängten, neues Eigen- und Fremdkapital aufzunehmen, sagt Cornelia Andersson, Head of M&A and Capital Raising bei Refinitiv. Daher habe es eine Rekordzahl von Transaktionen gegeben. Als Banken und Unternehmen begannen, sich auf die neue Normalität einzustellen, kehrte der Fokus auf M&A-Aktivitäten zurück, betont Andersson. Insgesamt hat der Ausbruch der Pandemie die Stimmung bei M&A-Deals spürbar belastet. Eine Analyse der Zusammensetzung der Transaktionsgrößen zeigt, dass der Gesamtwert der Transaktionen über alle Deal- Größen hinweg im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 gesunken ist. Allerdings hätte die verstärkte Transaktionsaktivität und das hohe Transaktionsvolumen in der zweiten Jahreshälfte dazu beigetragen, die Lücke zu einem großen Teil zu schließen, sodass der Gesamtwert der Transaktionen im Jahr 2020 fast auf dem gleichen Niveau verharrte wie 2019, heißt es bei Refinitv. Nordamerika weiterhin dominant – Asien holt auf Einhergehend mit den leicht rückläufigen Aktivitäten ist auch der regionale Anteil Nord- 10 03 // 2021

MARKT 2 | Rangliste der Investmentbanken 2020 Bank Rang 2020 Rang 2019 IB-Einnahmen 2020, Mio. US-$ Veränderung Vorjahr Marktanteil 2020 JP Morgan 1 1 9185,1 24 % 7,2 % Goldman Sachs 2 2 8307,3 36 % 6,5 % Bofa Sec 3 3 7316,0 26 % 5,7 % Morgen Stanley 4 4 7031,0 31 % 5,5 % Citi 5 5 5873,8 27 % 4,6 % Credit Suisse 6 7 4386,0 33 % 3,4 % Barclays 7 6 3725,8 12 % 2,9 % Deutsche Bank 8 8 2531,5 7 % 2,0 % Wells Fargo 9 9 2263,6 2 % 1,8 % BNP Paribas 10 13 2146,6 18 % 1,7 % Quelle: Refinitiv. amerikas gemessen am gesamten M&A-Volumen von 49 Prozent im Jahr 2019 auf 44 Prozent im Jahr 2020 gesunken. Gleichwohl konnte Nordamerika seine Dominanz in der globalen M&A-Landschaft beibehalten. Allerdings verzeichnete die APAC-Region (Asien, Australien und Ozeanien) ein deutliches Wachstum und konnte ihren Anteil von 16 Prozent im Jahr 2019 auf 23 Prozent steigern. Parallel dazu ist es auch Europa gelungen, seinen Anteil am Transaktionsmarkt von 26 Prozent in 2019 auf 28 Prozent im vorigen Jahr zu erhöhen. In Europa sank die Zahl der M&A-Deals um 11,9 Prozent – und zwar von 10.436 Deals im Jahr 2019 auf 9.194 im letzten Jahr, was auf die Unsicherheiten rund um den Brexit und die volatilen Marktbedingungen aufgrund der Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist. Trotz des rückläufigen Volumens konnte sich der Wert der Deals von den Tiefständen Mitte des vergangenen Jahrs erholen und im Jahresvergleich ein leichtes Wachstum von 3 Prozent auf 813 Mrd. US-$ bei den angekündigten Transaktionen verzeichnen. In den letzten fünf Jahren schwankte das Transaktionsvolumen in Europa zwischen 690 Mio. und 970 Mio. US-$. Goldman Sachs: Top M&A-Berater im Jahr 2020 Laut dem Daten- und Analyseunternehmen GlobalData war Goldman Sachs im vergangenen Jahr mit 338 Deals im Wert von 816,6 Mrd. US-$ der führende Finanzberater für Fusionen und Übernahmen – das gilt sowohl für den Deal-Wert als auch für das Volumen. Das diversifizierte und globale Geschäft von Goldman Sachs habe dazu beigetragen, dass die Firma die Rangliste anführt, sagt Aurojyoti Bose, Lead Analyst bei GlobalData. Insgesamt habe Goldman Sachs Unternehmen bei 16 Megadeals im Wert von mehr als oder gleich 10 Mrd. US-$ beraten. Zudem sei das Unternehmen der einzige Berater gewesen, dem es gelang, die 800-Mrd.-US-$-Marke zu überschreiten, während der Deal-Wert für mehrere der Top-20-Berater im Jahr 2020 die 200-Mrd.-US-$-Marke nicht überschritt. Den zweiten Platz belegte Morgan Stanley mit 261 Deals im Wert von 797,4 Mrd. US-$, gefolgt von JP Morgan mit 261 Deals im Wert von 627,6 Mrd. US-$ und der Bank of America mit 205 Deals im Wert von 515 Mrd. US-$. ÿ 3 Sowohl die Investmentbanker als auch viele Consultants sind für dieses Jahr optimistisch und erwarten eine deutliche Erholung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen werde mit einer Fusionswelle gerechnet, die sich aus dem verstärkten Trend hin zu schlanken Konzernstrukturen speist. Zum anderen hätten viele Private-Equity-Fonds extrem viel Geld eingesammelt, das jetzt eingesetzt werden müsse. Allein die US-Beteiligungsfonds verfügten derzeit über 447 Mrd. US-$ für Zukäufe, in Europa werde das Dry Powder auf 192 Mrd. US-$ beziffert. Letztlich dürften die Corona-Schäden auch zu Sanierungsdeals und Notverkäufen führen. Dabei könnten Geschäftsmodelle, die besonders stark unter der Pandemie leiden, ins Visier der Finanzinvestoren rücken – darunter Airlines wie die Deutsche Lufthansa. Im laufenden Jahr dürfte der Fokus weiterhin auf den Kapitalmärkten liegen, da Unternehmen Mittel benötigen, um ihre Bilanzen zu stärken. Mega-Deals, d. h. Deals mit einem Volumen von mehr als 5 Mrd. US-$, werden weiterhin ein globales Thema sein, da große Unternehmen auf der Suche nach strategischen Akquisitionen sind, um ihr Wachstum voranzutreiben, heißt es bei Refinitiv. 03 // 2021 11

die bank

© die bank 2014-2020