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die bank 03 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

GRÜNE NEUE WELT? Zum

GRÜNE NEUE WELT? Zum Umgang mit Klimarisiken in Banken und Bankenaufsicht „Unternehmen, die sich nicht anpassen, werden ohne Frage bankrottgehen – einschließlich der Unternehmen im Finanzsystem,“ so beschrieb der ehemalige Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, die Herausforderung durch den Klimawandel für die Real- und die Finanzwirtschaft. Finanzmarktakteure, vor allem Risikomanager sind alarmiert. Doch mit den herkömmlichen Methoden sind klimabezogene Risiken kaum fassbar. Wie können sie dennoch in das Risikomanagement der Banken integriert werden? Dieser Beitrag kann darauf keine abschließende Antwort geben, sondern nur den Stand der Diskussion wiedergeben und erste Lösungsansätze skizzieren. Die Diskussion um Sustainable Finance gewinnt an Breite und Tiefe – und die Politik reagiert: Bereits Anfang 2018 hat die damalige EU-Kommission ihren Aktionsplan für einen nachhaltigen Finanzsektor vorgelegt. Die neue Kommission will in Sachen Tempo und Ambition im Rahmen ihres „Green Deals“ noch einmal nachlegen. In Deutschland hat die Bundesregierung 2019 einen Beirat eingerichtet, der eine Strategie entwickeln soll, um Deutschland als führenden Sustainable- Finance-Standort zu etablieren. Um all das geht es hier aber nicht. Denn jenseits ethischer Grundsätze für das Investieren und die Mobilisierung von Kapital für den Umstieg auf eine CO2-freie Wirtschaft bildet die Behandlung von den sogenannten „Environmental, Social and Governance“-Risiken ein völlig eigenständiges Thema. Gesellschafts- und umweltpolitische Überzeugungen spielen hier keine Rolle. Denn es geht um das tägliche Geschäft des Risikomanagements. Die Aufmerksamkeit gilt dabei dem nüchternen Umgang mit zwei neuartigen Risiken, den physischen Risiken infolge des Temperaturanstiegs einerseits und den Transitionsrisiken aus dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft andererseits. Das Tückische dabei ist: Eines der beiden Risiken wird auf jeden Fall schlagend werden, entweder das Klima- oder das Übergangsrisiko. Es gibt kein Entrinnen. Höchste Zeit also, die Sache anzugehen. Klimabezogene Risiken: Wo stehen wir? Während Versicherer, insbesondere Rückversicherer, zu den ersten gehören, die von klimabezogenen Risiken betroffen sind und sich schon seit Langem mit den Gefahren des Klimawandels beschäftigen, haben Regulatoren und Aufseher die Fragestellung erst unlängst aufgegriffen. Vorreiter war dabei das von der Bundesbank im Jahr 2017 mitgegründete „Network for Greening the Financial System (NGFS)“, ein weltweites Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden. Gegenwärtig arbeitet das NGFS unter anderem an Handbüchern zum Umgang mit Klimarisiken, zu Szenarioanalysen und zu Analysemethoden. Bankenaufsicht und Geldpolitik in Europa haben ebenfalls reagiert: So sind in der EZB verschiedene Arbeiten aufgesetzt worden, nicht nur aus der Aufsichts- und Finanzstabilitätsperspektive, sondern auch im Hinblick auf Klimarisiken in der Bilanz des Eurosystems. 8 03 // 2020

In einem Merkblatt formuliert die BaFin Ende Dezember 2019 rechtlich unverbindliche Erwartungen, wie die beaufsichtigten Unternehmen mit Nachhaltigkeitsrisiken umgehen sollten. Die Aspekte reichen von der Risikostrategie über die Unternehmensführung und Geschäftsorganisation bis hin zu Fragen des Risikomanagements. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) arbeitet parallel an einer Antwort auf die Frage, wie Klimarisiken in der europäischen Bankenregulierung berücksichtigt werden sollten. Auch der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat das Thema inzwischen aufgegriffen und eine High- Level-Taskforce dazu gegründet, in der auch wir als deutsche Aufsicht mitwirken. Nachdem die Bundesbank „Green Finance“ schon 2018 in den Mittelpunkt ihres jährlichen Symposiums „Bankenaufsicht im Dialog“ gestellt hat, beschäftigt sich intern nun eine fachbereichsübergreifende Gruppe mit Fragen rund um Sustainable Finance. Bei aller Aufmerksamkeit beobachten wir aber auch, dass in der Breite der Bankenlandschaft das Thema Klimarisikomanagement noch wenig bis gar nicht angekommen zu sein scheint. Im Rahmen des Stresstests für kleine und mittelgroße Institute, den BaFin und Bundesbank regelmäßig gemeinsam durchführen, gaben Mitte 2019 zwei Drittel der befragten Banken an, sich bislang im Risikomanagement noch gar nicht mit Klimarisiken befasst zu haben. 03 // 2020 9

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