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die bank 03 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT EINSATZ VON

MANAGEMENT EINSATZ VON FREMDKAPITAL Nachhaltigkeit bei der Kreditfinanzierung von Start-ups Nachhaltigkeit ist längst eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Kaum ein etabliertes Unternehmen kann es sich leisten, nicht die entsprechenden Schlagworte zu bedienen. Aber spielt Nachhaltigkeit auch bei der Kreditfinanzierung von Start-ups eine Rolle? Unser Blick zeigt: Längst nicht so ganzheitlich und konsequent, wie es sinnvoll wäre. Unternehmen und Banken lassen Chancen liegen. Ein beliebtes Totschlagargument gegen Nachhaltigkeit lautet, dass es nicht mehr als ein hohles Schlagwort sei, denn „alles sei heute nachhaltig“. Dabei ist für den Großteil der sogenannten beseelten Schöpfung mittlerweile auch klar, was dem Tierreich instinktiv immer bewusst war: Wer seine Ressourcen über das notwendige Maß hinaus verbraucht und seinen Lebensraum zerstört, wird sterben. Damit ist Nachhaltigkeit – zugegeben ein strapazierter Begriff – längst eine zentrale Anforderung an die gesamte Gesellschaft. Was genau der Ausdruck meint, ist ebenfalls seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten durchaus klar beschrieben. Die Anforderungen an Unternehmen sind inzwischen durch eine breite Fachcommunity meist unter dem Akronym CSR (engl. für Corporate Social Responsibility, deutsch „gesellschaftliche Unternehmensverantwortung“) gut definiert und mit Leitlinien wie der ISO 26000 auch mit breitem Konsens definiert worden. Daher ist Handeln angesagt. Viele Firmen, zumal in der deutschen Wirtschaft, haben das erkannt. Trendsetter und Innovator sind in diesem Bereich, wie so oft, Start-ups. Sie engagieren sich für die Kreislaufwirtschaft, wie beispielsweise der niederländische Smartphone-Produzent Fairphone, oder für Recycling, wie das Leipziger Unternehmen binee. Faire Arbeits- und Produktionsbedingungen hat sich das Kölner Modelabel Armed Angels auf die Fahne geschrieben, neue soziale Arbeitsmodelle sind Leitthema des IT-Wiederverwerter AfB Social & Green IT aus Düren. Fortschritt für die Gesellschaft erzielen Das sogenannte Social Entrepreneurship, also soziales Unternehmertum, für dessen Motive auch die vorgenannten Unternehmen stehen, ist dabei keineswegs neu. Vor allem im Rahmen der Bio-Bewegung, mit ihren Wurzeln im grün-alternativen Milieu, ist „eingebaute“ Nachhaltigkeit seit Jahrzehnten erprobt und erfolgreich. Nun erobern diese Gedanken unter dem Begriff Social Entrepreneurship jedoch immer mehr den Mainstream. Das Ziel besteht darin, durch ein Angebot geeigneter Produkte und Dienstleistungen gesellschaftliche Probleme zu lösen und infolgedessen einen Fortschritt für die Gesellschaft zu erzielen. Für diese Unternehmen spiegelt sich der Erfolg nicht allein im Gewinn wider, sondern auch in dem der Gesellschaft gestifteten Nutzen. Dass diese Art von Unternehmertum zunehmend auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt, zeigt sich etwa durch Förderprogramme wie das Bon Venture. Dabei handelt es sich um einen sozialen Risikokapitalfonds, der gezielt Projekte des Social Entrepreneurship fördert. Auch Frühphasen-Investoren wie der Bonner Hightech-Gründerfonds setzen einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit – und auch Hochschulen tragen vermehrt zur Förderung des sozialen Unternehmertums bei. So gründeten zum Beispiel Münchener Hochschulen die Social Entrepreneurship Akademie. Nicht nur bei reinen Social-Start-ups, sondern auch bei konventionellen Gründungen, ist Nachhaltigkeit zunehmend als Kernwert verankert. 22 03 // 2019

MANAGEMENT Doch wie sieht es bei den Banken aus, die Unternehmen bei Gründungen begleiten? Das von der Deutschen Handelsbank in Auftrag gegebene Whitepaper „Nachhaltigkeit & Start-ups“ der Macromdia Hochschule hat den Einfluss von Nachhaltigkeit auf die Startup-Finanzierung näher beleuchtet und stellt dabei auch die Frage, ob Banken hier positiv zum gesellschaftlichen Wandel beitragen. In den begleitenden qualitativen und quantitativen Erhebungen wurden u. a. Interviews und inhaltsanalytische Ansätze genutzt, die zwar nicht als repräsentativ gelten können, die aber sehr wohl ein aufschlussreiches Schlaglicht auf den Status quo werfen. Eigen- und Fremdkapitalgeber spielen vor dem Hintergrund der enormen Wachstumsbestrebungen von Gründern eine bedeutende Rolle. Im Zuge des sich immer breiter auffächernden Branchenspektrums sollte ermittelt werden, inwieweit diese Rolle auch mit höherer Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit verbunden ist und inwieweit die Kapitalgeber dieser gewachsenen Verantwortung gerecht werden. Start-ups scheuen Fremdfinanzierung zu Unrecht Für jeden Gründer stellt sich zu Beginn die Finanzierungsfrage, die auch ausschlaggebend dafür ist, wie schnell das Unternehmen wachsen kann. Neben der Frage des Verhältnisses von Eigen- und Fremdkapital ist auch das Finanzierungsvolumen von Bedeutung. Im KPMG-Start-up-Monitor fiel im Bereich Finanzierung für das Jahr 2018 auf, dass 03 // 2019 23

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