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die bank 03 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE AT THE

BERUF & KARRIERE AT THE TOP [ MARTIN KORBMACHER ] Der Tausendsassa Es sollte ein Ausflug in die Moderne und in die Welt von morgen werden. Doch plötzlich finden sich die Akteure inmitten zweier Welten wieder, die unterschiedlicher kaum sein können. Das Treffen mit Martin Korbmacher, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der FinTech Group AG, findet in Frankfurt am Rotfeder-Ring im Westhafen statt. Auf der Mainseite des Gebäudes wird von der zu den Büroetagen gehörenden Terrasse der reizvolle Blick auf den Fluss und einen Teil der Skyline geboten. Von hier geht der Blick jedoch auf ein mit Kohle beladenes Schiff auf dem Wasser. Die Kohle ist für das auf der anderen Seite der Straße liegende Kraftwerk bestimmt, das die Stadt Frankfurt mit Energie versorgt. Hier, direkt zwischen Old Economy und New Economy, will die FinTech Group Grundlagen für die Umsetzung der digitalen Revolution im Finanzwesen gestalten helfen. Dass Martin Korbmacher in dieser Welt der Extreme auch die unterschiedlichen Elemente des „Gestern“ – also des traditionellen Bankgeschäfts auf der einen Seite – und des „Morgen“ und „Übermorgen“ – der Digitalisierungs- und FinTech-Revolution auf der anderen Seite – zu werten und einzuschätzen weiß, liegt an seinem beeindruckenden Werdegang. Und zwar sowohl an seiner schulischen und universitären Ausbildung als auch am sich daran anschließenden beruflichen Weg. Er hat über Dekaden hinweg die Dinge im traditionellen Bankwesen bei führenden Banken im In- und Ausland mitgestaltet. Jetzt hat er die Aufgabe, an vorderer Front die digitale Revolution in diesem Wirtschaftszweig zu prägen. Martin Korbmacher ist Diplom-Mathematiker und hat darüber hinaus während seines Studiums an der Universität in Bielefeld auch Physik und Informatik studiert. „Das erweist sich für mich heute als Vorteil“, sagt er. Bei einem Rundgang durch die offen gestalteten Büroräume des Unternehmens ist erkennbar, dass hier die Zukunft bereits begonnen hat. Denn die in den Büros aktiven jungen Menschen sind Studenten, die die Kooperation zwischen FinTech Group und Frankfurt School mit Leben füllen. Über Langeweile kann sich der Tausendsassa Martin Korbmacher wahrlich nicht beklagen. Neben seiner seit November 2014 bestehenden Aufgabe als Aufsichtsrat nimmt er seit dem Jahr 2011 auch Aufgaben u. a. bei der Event Horizon Capital & Advisory GmbH, bei der Starmind International AG und bei der arsago ACM GmbH wahr. Als Business Angel war er zudem im Gesundheitswesen tätig, z. B. bei der bio.logis Genomic Healthcare GmbH, und er verfügt darüber hinaus auch über Praxis als Berater im Bereich Mergers & Acquisitions. Sein Know-how und sein enormes Netzwerk hatte Korbmacher zuvor in der deutschen Gründer- und Start-up-Szene bei der Ayondo GmbH eingebracht. Das Finanz- Fachwissen hat er sich in mehr als zwei Jahrzehnten bei großen Instituten der internationalen Bankenszene wie Credit Suisse, Dresdner Kleinwort und JP Morgan angeeignet. Martin Korbmacher hat 21 Jahre seines Lebens im Investment Banking verbracht und sich intensiv mit Technologisierung der Finanzmärkte beschäftigt. In diesem Zusammenhang erinnert er an den technologischen Wandel, der sich vor vielen Jahren in der hiesigen Börsenszene durch die Etablierung der vollelektronisch funktionierenden Deutschen Terminbörse (DTB) vollzogen hatte. Hier saß Korbmacher beim Dresdner- Bank-Konzern lange Zeit an verschiedenen Schalthebeln. Als er über diese Zeit spricht, strahlen seine Augen. Mit Technologie müsse man sich, so betont er, intensiv beschäftigen, also stets am Ball bleiben. Das hätten seinerzeit auch die Amerikaner begriffen, deren Börsen ihre Vormachtstellung zeitweise eingebüßt hatten, weil sie technologisch hinter Europa herhinkten und zu lange dem Open- Outcry-System gefolgt waren. Am Puls der Zeit zu bleiben sei gerade in dieser schnelllebigen Zeit eine große Herausforderung: „Big Data, Digitalisierung, künstliche Intelligenz – das alles wandelt sich so schnell, und man kann manchmal das Gefühl bekommen, nur über gefährliches Halbwissen zu verfügen.“ Bei der Frage nach der Kundenstruktur der verschiedenen Unternehmensteile der Fin- Tech Group verweist Korbmacher auf die hohe Technologie-Affinität der Kunden des zum Konzern gehörenden Online Brokers flatex. Das Durchschnittsalter der flatex-Kunden liege bei rund 40 Jahren. Allerdings ist der Erwerb technologischen Wissens nicht an das Lebensalter gekoppelt. Als Beispiel dafür nennt Korbmacher seine eigene Mutter, die offen sei für die Segnungen der Digitalisierung. 70 03 // 2018

BERUF & KARRIERE Jedoch gibt es in Technologie- und Digitalisierungs-Fragen auch ernst zu nehmende Probleme, wie zum Beispiel die Herausforderungen der Datensicherheit. „Es gilt für die Anbieter solcher Dienstleistungen und technologischer Lösungen vorausschauend im System-Design die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Hacker keinen Zugriff auf Kundendaten erhalten“, beschreibt er die Zielvorgabe. Dazu müssten Sollbruchstellen an jenen Punkten geschaffen werden, an denen der System-Betreiber korrigierend eingreifen kann. Bei einigen der jüngsten erfolgreichen Hacker-Angriffe in der Welt seien erstaunliche Schwächen offengelegt worden, zeigt Korbmacher ein gewisses Unverständnis für die Schwächen einiger Anbieter. Nicht zuletzt wegen des aktuellen Hypes bei Kryptowährungen sei dies eine ideale Zeit für generelle Technologie-Diskussionen. Der Glaube an Kryptowährungen habe mit den steigenden Werten von Bitcoin & Co. zugenommen. „Das Ganze hat wohl Zukunft“, lautet Korbmachers Fazit. Und auch mit der Entwicklung der Aktie der FinTech Group ist Korbmacher zufrieden. Ihr Wert befindet sich zur Zeit des Interviews auf Rekordhoch und hat sich unter seiner Ägide bereits vervierfacht. Auch langfristig verfüge der Titel über enormes Potenzial, macht Korbmacher Eigenwerbung. Er weiß um die Herausforderungen, die auch darin bestehen, dass sich Finanzdienstleister im allgemeinen immer stärker mit den Regulierungsvorschriften auseinandersetzen müssen. Korbmacher kritisiert in diesem Kontext, dass die Regierung Trump die Daumenschrauben für die US-Finanzbranche wegen des übergeordneten Ziels „America first“ nicht so stark angezogen habe wie die Behörden in Europa. „Hier besteht ein Ungleichgewicht“, kritisiert Korbmacher, der aus seiner langen beruflichen Erfahrung die Dinge jenseits des großen Teichs sehr wohl einzuschätzen weiß. Wenn derzeit in der Finanzwelt unter Kapitalanlage-Aspekten die Diskussion über Kryptowährungen oder Gold angestimmt wird, dann hat der Tech-Banker eine klare Meinung: „Gold gehört in jede Vermögensanlage – und macht nur in physischer Form überhaupt Sinn.“ Auch glaubt er, ungeachtet der bestehenden Technologie-Hörigkeit in der Welt, nicht an die Abschaffung des Bargelds. Als es ums eher Private geht, bleibt Korbmacher offen. Als Junge habe er Astronaut werden wollen. Heute spielt der Sport eine nicht unbedeutende Rolle in seinem Leben, sowohl passiv als auch aktiv, was man dem FinTech-Banker an der drahtig-durchtrainierten Figur ansieht. Zu seinen Hobbys gehören Fahrradfahren, Schwimmen und Golf. Ansonsten verbringt er die knappe Freizeit am liebsten mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern im Alter von zwölf bis 25 Jahren. Die vergangenen Ferien habe die Familie in der Toskana verbracht und dabei eine Kombination aus Kultur- und Strandurlaub geschafft. Zudem outet sich Martin Korbmacher als aktiver Motorradfahrer, auch, wenn er die berühmte Route 66 in den USA noch nicht mit dem Bike gefahren ist. Martin Korbmacher ist Diplom-Mathematiker und hat darüber hinaus auch Physik und Informatik studiert. Der sportliche FinTech-Banker hat sich sein Knowhow bei namhaften internationalen Instituten angeeignet, wie Credit Suisse, Dresdner Kleinwort und JP Morgan. Seit November 2014 ist er als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Frankfurter FinTech Group AG tätig. Und noch ein Detail lässt er sich entlocken: Früher hat er in der Handballmannschaft von DSC Arminia Bielefeld sieben Jahre lang das Tor gehütet. Damals entstand eine Verbindung zu den Fußball-Torhütern der Arminia, Uli Stein und Wolfgang Kneib. Kein Wunder also, dass er nach wie vor aufmerksam die Leistungen auf der Bielefelder Alm verfolgt. Wenngleich durch seine Tätigkeit in Frankfurt mittlerweile eine Fan-Beziehung zur dortigen Eintracht gewachsen ist. Autor Jonas Dowen ist als gelernter Ökonom und mit fast 40 Berufsjahren einer der profiliertesten deutschen Wirtschaftsjournalisten. Der Kolumnist und Autor ist für zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften und Magazine im In- und Ausland tätig. 03 // 2018 71

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