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die bank 03 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT EBI: FORSCHEN

MANAGEMENT EBI: FORSCHEN FÜR DIE BANKENREGULIERUNG Intellektueller Austausch zwischen Akademikern und Praktikern Bankenregulierung, Bankenaufsicht, aber auch die Bankenabwicklung werden immer stärker auf europäischer Ebene durchgeführt. Dies gilt umso mehr, seit sich die Eurozone die Errichtung einer Bankenunion zum Ziel gesetzt hat. Das European Banking Institute (EBI) versucht diese Entwicklung auf dem akademischen Feld nachzuvollziehen. Aus diesem Grund haben sich mittlerweile 27 europäische Universitäten zusammengeschlossen, um im Bereich des Bankwesens ihre Forschungsaktivitäten besser zu koordinieren. Die Bank sprach mit Dr. Thomas Gstädtner, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des EBI, über das neue Forschungsinstitut, das seinen Sitz in Frankfurt am Main hat. die bank: Herr Gstädtner, wie kam es zu der Idee, ein European Banking Institute zu gründen, und was ist der Hauptzweck dieser Einrichtung? Gstädtner: Die Idee für das EBI ergab sich tatsächlich im Zug der Errichtung des SSM im Bereich der europäischen Bankenaufsicht. In der Geldpolitik, der Bankenregulierung, der Bankenaufsicht und der Bankenabwicklung finden die zentralen Entwicklungen nun auf europäischer Ebene statt. Die EZB ist Zentralbank für die Eurozone, die Bankenregulierung wird stark von der EU-Kommission und der EBA bestimmt, der SSM in Frankfurt ist seit Ende 2014 für die Bankenaufsicht in der Eurozone verantwortlich, und die Bankenabwicklung wird seit dem Jahresbeginn 2015 durch den SRM in Brüssel verantwortet. Sicherlich spielen in jedem der genannten Felder sowohl nationale Regelungen als auch nationale Behörden noch eine sehr wichtige Rolle, aber das Epizentrum der Entwicklung ist in den meisten Fällen nun auf europäischer Ebene zu finden. Angesichts dieser Entwicklung im öffentlichen Sektor war es an der Zeit, im akademischen Feld etwas Vergleichbares aufzubauen, und dies ist das European Banking Institute (EBI). Das EBI ist ein Joint Venture europäischer Universitäten, die sich im EBI zusammengeschlossen haben, um gemeinsame Forschungsvorhaben im Bereich der Bankenregulierung, Bankenaufsicht und Bankenabwicklung durchzuführen. Das EBI ist zwar auch in anderen Forschungsfeldern tätig, die akademische Forschung im Bereich des Bankwesens ist aber die Kernkompetenz des EBI. Der akademische Hauptzweck des EBI ist die Förderung von grenzüberschreitenden Forschungsarbeiten in diesem Bereich, und ich denke, dass die Wissenschaftler des EBI hier schon viel erreicht haben. Es gibt eine Serie von Working Papers, und das EBI hat auch schon eine Vielzahl von akademischen Konferenzen in ganz Europa organisiert. Vor kurzem wurde der erste europaweite Call for Papers durchgeführt. Die dort ausgewählten Forschungspapiere wurden auf der letzten Global Conference des EBI im Februar 2018 hier in Frankfurt vorgestellt und diskutiert. die bank: Aber warum war es aus Sicht der Forschung im Bankwesen so wichtig, ein Joint Venture europäischer Universitäten zu gründen? War das bei der Vielzahl nationaler Gesetze wirklich ein guter Weg? Gstädtner: Wenn man heutzutage die Bankenregulierung in Europa betrachtet, besteht diese aus einem Zusammenspiel von europäischen, aber auch sehr vielen nationalen Gesetzen und Regelungen. Um als Institut in diesem Bereich umfassende Forschungskapazitäten aufzubauen, benötigt man in einer Vielzahl von Jurisdiktionen Forschungsexpertise. Man kann das ganz gut an einem aktuellen Beispiel veranschaulichen. Im Bereich der europäischen Gesetzgebungsvorhaben steht die Verwirklichung einer Bankenunion in der Eurozone ganz oben auf der Agenda. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie viele Gesetze und Regelungen harmonisiert werden müssen, um einen europäischen Bankenmarkt zu schaffen. Dies betrifft nicht nur die CRR und die CRD, sondern auch andere Rechtsgebiete, wie z. B. 26 03 // 2018

MANAGEMENT das Insolvenz-, Gesellschafts- und das Wertpapierrecht, um nur einige zu nennen. In jedem dieser Felder gibt es nationale Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Die Rechtstradition für einige dieser Felder reicht oft sehr weit in die Vergangenheit der Mitgliedstaaten zurück. Selbst im Bereich der CRR findet sich trotz der Regelung in einer europäischen und direkt anwendbaren Verordnung immer noch eine Reihe von nationalen Optionen und Ermessensspielräumen. Dies zeigt sehr deutlich, dass Forschung in diesem Feld juristische Expertise in vielen, idealerweise in allen EU-Jurisdiktionen erfordert. Dies war unser Ausgangspunkt. Wir haben erkannt, dass eine Kooperation der nationalen Universitäten essenziell ist, um umfassende europäische Forschungsvorhaben speziell im Bereich der Bankenregulierung durchführen zu können. Diese Idee haben wir dann in der Form des European Banking Institut institutionalisiert. die bank: Das EBI hat eine Reihe von Bankenverbänden aus ganz Europa, unter anderem den EBF, den ESBG und den BdB, als Supporting Members. Was sind die Vorteile für einen Bankenverband, das EBI zu unterstützen, in erster Linie hat das EBI doch einen akademischen Fokus? Gstädtner: Richtig, das EBI ist zuallererst ein akademisches Joint Venture, um grenzüberschreitende Forschungsvorhaben durchzuführen. Ich denke, dass es für den öffentlichen und den privaten Sektor wichtig ist, die gemeinnützige akademische Forschung in diesem Bereich zu unterstützen. Das EBI ist nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Starke akademische Forschungskapazitäten im Bereich des Bankwesens sind ein wichtiges Standortmerkmal. Erfolgreiche Finanzzentren bestehen eben nicht nur aus einer Vielzahl von Banken, öffentlichen Behörden und Beratern, sondern auch aus starken, international ausgerichteten Forschungseinrichtungen. Dies ist auch im Interesse der Bankenverbände. Entscheidend ist darüber hinaus, dass gerade im Bankwesen sowohl Forschung als auch der öffentliche und der private Sektor von einem intellektuellen Austausch zwischen Akademikern und Praktikern in öffentlichen Behörden und der Privatwirtschaft extrem profitieren. Diesen regelmäßigen Austausch möchte das EBI ermöglichen. Und auf diese Weise möchte das EBI Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, die praktische Seite ihre Forschungstätigkeit mit Ansprechpartnern zu diskutieren. Darüber hinaus sollen Akademiker durch diesen Austausch einen besseren Einblick in die aktuellen Themen in der täglichen Arbeit der Bankpraktiker in Behörden und der Privatwirtschaft bekommen. Dies kann der Wissenschaft helfen, Anregungen für interessante Forschungsthemen zu erhalten. Ein Punkt ist mir hier aber sehr wichtig. Die akademische Arbeit des EBI ist absolut unabhängig. Vorschläge aus dem öffentlichen oder privaten Sektor sind nur Anregungen, und die Wissenschaftler sind absolut frei in ihrer Entscheidung, welche Themen sie aufnehmen. Supporting Member haben eine rein beratende Funktion, um die akademische Integrität des Instituts ohne Zweifel sicherzustellen. 03 // 2018 27

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