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die bank 03 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends „VITAMIN

News & Trends „VITAMIN B“ BELASTET DIE GEWINNE Man kennt sich, man hilft sich Das Bonmot „Gute Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat“ wurde in einer aktuellen Untersuchung wieder einmal eindrucksvoll belegt. Unternehmer erhalten mehr und länger Kredit, wenn sie Mitglied im selben Elite-Club sind wie ein Vertreter der Bank, fanden Rainer Haselmann (SAFE/Goethe-Universität Frankfurt), David Schoenherr (Princeton University) und Vikrant Vig (London Business School) gemeinsam heraus. Das Ziel von Elite- Netzwerken oder Wohltätigkeits-Clubs ist es unter anderem, ihren Mitgliedern hilfreiche Kontakte zu eröffnen. Die Club-Freundschaft hat aber auch negative Folgen: Banken machen mit Krediten, die auf solchen Kontakten basieren, im Vergleich zu sonstigen Kreditgeschäften 4,4 Prozentpunkte weniger Gewinn. Club-Freunden dreht man bei schlechter Performance und drohender Pleite offensichtlich weniger schnell den Geldhahn zu. ù Bessere Zinskonditionen sind nicht drin, aber generell verhilft die Freundschaft mit einem Banker leichter zu einem Kredit. FINANZWISSEN STÄRKEN, WEIBLICHE FÜHRUNGSKRÄFTE FÖRDERN Mit Selbstbewusstsein investieren Frauen investieren anders als Männer. Natürlich ist ihnen auch die persönliche Rendite wichtig. Sie legen aber Wert darauf, dass ihre Wertvorstellungen stärker im Vordergrund stehen als die reine Anlageperformance. Frauen möchten mit ihren Anlagen auch die Gesellschaft verbessern. Gemäß dem Center for Talent Innovation investieren 88 Prozent der Frauen lieber in Unternehmen, die zu sozialem Wohlergehen beitragen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf will die UBS ihren Beratungsdialog nun umbauen. Der Bank liegen Daten vor, wonach Frauen bis zum Jahr 2021 potenzielle Anlagen im Wert von 2,3 Bio. US-$ zugunsten des Gemeinwohls planen. Die Schweizer wollen künftig im Wealth Management auch den Verwendungszweck des Vermögens mit einbeziehen, Frauen besser beraten und diesen ein besseres Gefühl dabei vermitteln. In alle Standardprozesse soll eine weibliche bzw. geschlechterspezifische Perspektive eingebettet werden. Die Kundenzufriedenheit wird künftig ebenfalls nach Geschlechtern getrennt erhoben. Bei der Weiterentwicklung des Produktangebots sollen die Gesichtspunkte Nachhaltigkeit, Diversität und Nutzung langfristiger Anlagechancen im Vordergrund stehen. Damit die Kundenberater in Vermögensfragen noch stärker als bisher eine ganzheitliche und wertfokussierte Sichtweise einbringen können, werden sie entsprechenden Schulungen unterzogen. Zugleich nimmt sich die UBS in dem auf fünf Jahre angelegten Programm vor, den eigenen Anteil weiblicher Führungskräfte von einem Viertel auf ein Drittel zu erhöhen. Weniger als jede fünfte Frau vertraut derzeit auf ihr eigenes Finanzwissen. Ob die höhere Zahl der Männer (34 Prozent) nur auf mehr Selbstbewusstsein oder tatsächlich auf mehr Wissen beruht, sei dahingestellt. Die Schweizer wollen jedenfalls beides bei Frauen erhöhen und lancieren in Zusammenarbeit mit diversen Organisationen eine Bildungsinitiative. Ziel sei es, der nächsten Generation weiblicher Anleger das notwendige Wissen zu vermitteln, damit sie in der Lage sind, das Beste aus ihrem Vermögen herauszuholen, sagte Programmleiterin Mara Harvey dazu. ù DATENSCHUTZ Schön für Anwälte, schlecht für Anwender Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zum Datenschutz beschlossen. Das geplante Ausführungs- bzw. Anpassungsgesetz soll die ab Mai 2018 geltende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in nationales Recht umsetzen. Nach Einschätzung von Experten hat der Gesetzentwurf in der jetzigen Form keine Überlebenschancen. „Der Entwurf unterläuft gemeinsame europäische Standards und schränkt Betroffenenrechte ein“, sagt Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit in Baden-Württemberg. „Er ist schön für Anwälte, aber schlecht für Anwender. Selbst Experten verstehen die geplanten Regeln kaum“, so Tim Wybitul, Partner der Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells. Unternehmen müssten viel Geld ausgeben, um die geplanten komplexen Regeln umzusetzen. Außerdem sei der Entwurf an vielen Stellen unpräzise. Das führt zu Auslegungsproblemen – und die führen zu Rechtsstreitigkeiten und damit Kosten. ù 6 03 // 2017

NEWS & TRENDS NFC-ZAHLUNG MIT DER GIROCARD Einmal „tap to go“ bitte Kontaktloses Bezahlen über den NFC-Standard ist eine feine Sache. Bei kleineren Geldbeträgen hält man seine Karte kurz an ein Lesegerät an der Kasse und schon ist der Vorgang erledigt. Kein Vertippen bei der PIN, keine unnötige Verlangsamung der Warteschlange hinter einem. Nur: Deutschland ist in Sachen Near Field Communication (NFC) ein Entwicklungsland. Wer bereits eine Karte mit einem NFC-Chip besitzt, sucht bislang meist vergebens nach Einsatzmöglichkeiten dafür. Es ist davon auszugehen, dass der Handel seine Kassensysteme auf breiter Front nachrüsten wird, wenn die in fast jedem Geldbeutel steckende Girocard („EC-Karte“) für das Bezahlen per Auflegen oder Anhalten („tap“) geeignet ist. 14 Mio. Kunden von Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind bereits im Besitz einer NFC-fähigen Girocard, bis zum Jahresende sollen den Bankkunden weitere 20 Mio. Karten zur Verfügung stehen, informierte die Deutsche Kreditwirtschaft. Der Handel zieht mit. Tankstellenbetreiber Esso will noch im ersten Quartal 2017 seine Kassen umrüsten, Discounter Lidl kündigte das kontaktlose Bezahlen mittels girocard für all seine 3.200 Filialen „im Frühjahr“ an. ù REGULIERUNG Wann kommt Basel IV? Die Vollendung des neuen Baseler Eigenkapitalregelwerks (Basel IV) könnte nach Einschätzung der Credit Suisse noch einige Zeit dauern. Die Analysten der Bank nehmen zwar an, dass sich die für Verabschiedung zuständigen Chefs von Notenbanken und Aufsichtsbehörden (GHOS) am Rande des G20-Meetings (17./18. März) in Baden-Baden sehen werden. Eine Einigung schon zu diesem Zeitpunkt dürfte aber eine zu optimistische Annahme sein. Grund sind die großen Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Kreditrisiken Banken künftig noch mit eigenen Modellen berechnen dürfen und wie stark das dabei ermittelte Ergebnis von dem eines Standardmodells nach unten abweichen darf (Output Floor). Als weiteres potenzielles Hindernis gelten die Differenzen zwischen US-Kongress und Federal Reserve. Fed-Chefin Janet Yellen wurde aufgefordert, vorerst nicht mehr über neue Bankenregeln zu verhandeln. Auch die deutschen Bankenaufseher wollen derzeit lieber keine Einigung als eine schlechte. ZAHL DES MONATS 5142 Hochverdiener mit einem Jahreseinkommen von 1. Mio € oder mehr identifizierte die EBA in den europäischen Banken, das waren 33 Prozent mehr als im Jahr zuvor. GUTER VORSATZ TROTZ NIEDRIGZINSEN Sparsamer leben Trotz Nullzins wollen die meisten Deutschen auch in diesem Jahr erneut mehr sparen. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen. Sie gaben zu knapp 90 Prozent an, sparsamer leben zu wollen. Außer im konsumfreudigen Dezember – während der Weihnachtszeit legte jeder Bundesbürger fast 7 € weniger auf die hohe Kante – sparte der Durchschnittsdeutsche zuletzt knapp 112 € pro Monat. Girokonto und Sparkonto bleiben bei mehr als jedem Zweiten die beliebteste Anlageform, gefolgt von Tagesgeld und Bausparvertrag. Aktien kaufen laut Comdirect-Sparindex nur 13 Prozent. ù PAYMENT IM ZEICHEN DES STERNS Mobil mit der e-Wallet Daimler Financial Services lanciert „Mercedes Pay“ und übernimmt dazu den Zahlungsdienstleister PayCash Europe, ein von der luxemburgischen Bankenaufsicht reguliertes Finanzinstitut mit E-Geld-Lizenz. Die neue elektronische Zahlungsdienstleistung wird in die Tochtergesellschaft Daimler Mobility Services integriert, die bereits verschiedene Mobilitätsdienstleistungen wie car2go oder die App mytaxi bündelt. Mobilitäts- und weitere Dienstleistungen können dann mithilfe des Smartphones bezahlt werden, „Mobility at your fingertips“ nennt sich das. Der Kunde soll künftig zur Nutzung der verschiedensten Dienstleistungen nur noch einmal seine Zahldaten angeben müssen. Möglich wird dies mit der sogenannten eWallet, einem virtuellen Geldbeutel. 03 // 2017 7

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